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Lüthi siegt in Austin und ist nun WM-Dritter

Tom Lüthi gewinnt in souveräner Art und Weise den GP der USA in Austin. Er übernahm nach acht Runden die Führung und siegt am Ende mit gut zwei Sekunden vor Teamkollege und Pole-Mann Marcel Schrötter.

Agentur
sda
Sonntag, 14. April 2019, 22:01 Uhr Motorrad
Tom Lüthi fährt in Austin der Konkurrenz auf und davon und feiert seinen 17. GP-Sieg
Tom Lüthi fährt in Austin der Konkurrenz auf und davon und feiert seinen 17. GP-Sieg
KEYSTONE/EPA/LARRY W. SMITH

Für den 32-jährigen Emmentaler war es der erste Triumph seit September 2017, als er im GP von San Marino Rang 1 vom nachträglich wegen falschem Öl-Zusatz disqualifizierten Dominique Aegerter erbte. Vor zwei Jahren stand Lüthi in Texas schon einmal als Zweiter auf dem Podest. Total hat Lüthi nun 17 Siege auf dem Konto und 59 Podestränge. Im vergangenen Jahr blieb der Weltmeister von 2005 (125 ccm) in der MotoGP punktelos.

«Das war ein richtig gutes Wochenende, wenn auch kein einfaches. Ich bin einfach nur glücklich», erklärte Lüthi. «Nach dem Warm-up-Training haben wir noch etwas am Setup gefunden und ich wusste, dass ich im Rennen richtig pushen kann.» Der von Position vier gestartete Kalex-Fahrer preschte schon in der ersten Kurve auf Rang zwei vor, weil sich Schrötter verbremste («Da habe ich einfach übertrieben»). Nach mehreren Versuchen, auch mit Feindberührung, konnte Lüthi in der achten Runde Alex Marquez überholen, der am Ende Fünfter wurde.

Da WM-Leader Lorenzo Baldassarri schon in der ersten Runde stürzte, kam es in der Gesamtwertung zum grossen Zusammenschluss. Der Italiener bleibt nach seinen zwei Siegen in Katar und Argentinien auf 50 Punkten sitzen, Schrötter (47 P.) und Lüthi (45 P.) konnten mächtig Boden gutmachen.

Erste WM-Punkte für Aegerter

Ein starkes Rennen zeigte Dominique Aegerter, der vom 29. Startplatz aus schon nach einer Runde auf Rang 17 lag und am Ende als 14. mit seiner MV Agusta seine ersten zwei WM-Punkte in dieser Saison eroberte. «Bis auf das erste Training hatten wir nur Probleme mit der Maschine», erklärte der 28-jährige Oberaargauer. «Deshalb ist dieses Resultat umso wertvoller. Für mich gehört diese Strecke einfach zu den geilsten überhaupt.» In den bisherigen sechs Rennen auf dem Circuit of the Americas landete Aegerter fünfmal in den Top Ten, 2014 gar auf dem Podest (3.).

Jesko Raffin, der zuletzt zweimal als 14. und 15. in die Punkteränge fuhr, verpasste diese am Sonntag als 16. um zwölf Sekunden. Für den 22-jährigen Zürcher dürfte der GP in Austin der letzte Einsatz als Ersatzfahrer im NTS-Team gewesen sein. Der südafrikanische Stammfahrer Steven Odendaal sollte bis zum nächsten GP-Rennen am 5. Mai in Jerez wieder fit sein.

Sturz statt Sieg für Marquez

In den letzten sechs Jahren war Weltmeister Marc Marquez in Austin nicht zu bezwingen. Auch an diesem Wochenende dominierte der 26-jährige Spanier die Konkurrenz nach Belieben. Doch nur bis zur neunten von 20 Runden, als der siebenfache Champion den Grand Prix von Amerika mit rund vier Sekunden Vorsprung anführte. Dann übertrieb es der Honda-Fahrer mit seiner Machtdemonstration und schied nach einem Sturz aus.

Profiteur war der 23-jährige Spanier Alex Rins. Der Trainings-Siebte setzte sich auf seiner Suzuki um 0,462 Sekunden gegen Altmeister Valentino Rossi durch. Für Rins war es der 13. GP-Sieg, der erste in der Königsklasse nach fünf Podestplätzen im vergangenen Jahr.

Der 40-jährige Rossi hatte bis zur viertletzten Runde geführt, verpasste aber wegen eines Fehlers seinen 116. Triumph. Letztmals gewann Rossi im Juni 2017 in Assen. In der Gesamtwertung übernahm Andrea Dovizioso mit Rang 4 die Führung mit 54 Punkten, gefolgt von Rossi (51), Rins (49) und Marquez (45).

Resultate

MotoGP (20 Runden à 5,513 km/110,3 km): 1. Alex Rins (ESP), Suzuki, 41:45,499 (158,4 km/h). 2. Valentino Rossi (ITA), Yamaha, 0,462 Sekunden zurück. 3. Jack Miller (AUS), Ducati, 8,454. 4. Andrea Dovizioso (ITA), Ducati, 9,420. Ferner: 11. Maverick Viñales (ESP), Yamaha, 34,077. Ausgeschieden u.a.: Marc Marquez (ESP), Honda (Sturz). Jorge Lorenzo (ESP), Honda (technischer Defekt). - Schnellste Runde (4.): Marquez in 2:04,277 (159,6 km/h) - 22 Fahrer gestartet, 18 klassiert.

WM-Stand (3/19): 1. Dovizioso 54. 2 Rossi 51. 3. Rins 49. 4. Marquez 45.

Moto2 (18 Rd/99,2 km): 1. Tom Lüthi (SUI), Kalex, 39:11,508 (151,9 km/h). 2. Marcel Schrötter (GER), Kalex, 2,532. 3. Jorge Navarro (ESP), Speed Up, 3,836. Ferner: 14. Dominique Aegerter (SUI), MV Agusta, 27,462. 16. Jesko Raffin (SUI), NTS, 39,435. - Schnellste Runde (9.): Lüthi in 2:10,041 (152,6 km/h). - 30 Fahrer gestartet, 22 im Ziel.

WM-Stand (3/19): 1. Lorenzo Baldassarri (ITA), Kalex 50. 2. Schrötter 47. 3. Lüthi 45. 22. Raffin 3. 23. Aegerter 2.

Moto3 (17 Rd/93,7 km): 1. Aron Canet (ESP), KTM, 39:06,761 (143,7 km/h). 2. Jaume Masia (ESP), KTM, 0,909. 3. Andrea Migno (ITA), KTM, 1,077. - Schnellste Runde (10.): Alonso Lopez (ESP), Honda, in 2:16,931 (144,9 km/h). - 29 Fahrer gestartet, 21 klassiert.

WM-Stand (3/19): 1. Masia 45. 2. Canet 45. 3. Lorenzo Dalla Porta (ITA), Honda, 32.

Nächstes Rennen: GP von Spanien in Jerez am 5. Mai.

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