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Nyffeler: «Ich liebe es, für die Lakers zu spielen»

Die SCRJ Lakers haben den wichtigsten auslaufenden Spielervertrag vorzeitig verlängert: Torhüter Melvin Nyffeler hat für zwei weitere Jahre bis im Frühling 2021 unterschrieben.

Bernhard
Camenisch
Donnerstag, 11. Oktober 2018, 09:00 Uhr Eishockey
Melvin Nyffeler bleibt den SCRJ mit einem neuen Vertrag bis 2021 treu.
PATRICK B. KRÄMER, KEYSTONE

Seit der Saison 2015/16 steht Melvin Nyffeler mit einem kurzen Unterbruch im Tor der SC Rapperswil-Jona Lakers. Bei diesen ist der 23-jährige Zürcher aus Volketswil ein absoluter Leistungsträger. Mehr noch: Nyffe-
ler ist die Lebensversicherung seines Teams. Kein Spieler hatte in der gesamten Swiss League grösseren Einfluss als der Lakers-Goalie. Mit überragenden Leistungen und entsprechenden statistischen Werten hatte er massgeblichen Anteil an der Rückkehr der SCRJ La-kers in die National League. 

Dort hat er keine Anpassungsschwierigkeiten gezeigt. An Nyffeler liegt es nicht, dass die Lakers nach acht Spielen erst drei Punkte haben. Den Kontrakt ihres Torhüters schon jetzt – und ausser im Falle des Abstiegs ohne Klausel – vorzeitig um zwei Jahre verlängert zu haben, darf für die SCRJ Lakers als grosser Erfolg betrachtet werden. An anderen Interessenten mangelte es Nyffeler nicht. 

Melvin Nyffeler, aus welchen Gründen haben Sie sich für den Verbleib bei den Lakers über die laufende Saison hinaus entschieden?
Melvin Nyffeler: Ich fühle mich hier wohl, habe meine Familie in der Nähe, und der Klub baut auf mich. Ich liebe es, für die Lakers zu spielen, deshalb wollte ich die Chance zur Vertragsverlängerung nutzen. Von beiden Seiten war dies der Wunsch.

«Ich bin mir sicher, dass ich mich in nächster Zeit als Top-Goalie etablieren kann.»

Sie hatten dabei wohl weniger Eile als der Klub.
Das ist schon so. Doch wir fanden uns ziemlich schnell. Mein Agent André Rufener, Roger Maier (Sportkoordinator der Lakers, die Red.) und Markus Bütler (Geschäftsführer der Lakers, die Red.) hatten sehr gute Gespräche. Es war sehr schnell klar, dass ich am Obersee bleiben werde.

Auf die kommende Saison hin sucht der SC Bern einen neuen Goalie, der HC Davos und der HC Lugano womöglich auch. Warum wollten Sie nicht länger bei anderen Klubs im Gespräch bleiben?
Irgendwodurch verdanke ich den Lakers auch viel. Wir sind neu in der Liga, momentan ist es noch schwierig. Aber ich denke, dass hier in den nächsten zwei, drei Jahren etwas sehr Gutes entstehen wird. Ich will Teil davon sein. Ich wollte nicht einfach davonrennen, nachdem wir drei Jahre dafür gekämpft hatten, dass die Lakers zurück in der National League sind. Mir war es wichtig für den Klub, für die Stadt, für die Fans.

Mit Ihrer Vertragsverlängerung zu diesem frühen Zeitpunkt setzen Sie ein Zeichen für andere Spieler. Geschah dies bewusst?
Ich will in diesem Klub ein Vorbild sein, einer der Spieler, die Integrationsfigur sind. In den letzten drei Jahren habe ich mich zu einem solchen entwickelt und möchte dies weiterhin sein. Ich will auch, dass die Leute wissen, dass die SCRJ Lakers in den nächsten paar Jahren etwas aufbauen – auch als Zeichen für die Spieler, die schon hier sind oder gerne hierherkommen möchten. Sie sollen wissen, dass «Rappi» ein guter Verein ist und wir hier als Klub einen wirklich guten Job machen. Es war sicher auch ein Zeichen an den Nachwuchs. Die Juniorenspieler sollen sehen, dass man in diesem Klub auch für eine längere Zeit sein kann – in den Jahren vor dem Abstieg ging dies etwas verloren.

Hörten Sie sich andere Klubs überhaupt an?
Weniger ich, mehr mein Agent. Da liefen schon Gespräche. Aber eben, für mich war klar, dass ich bei den Lakers bleiben will.

«Ich denke, dass hier in den nächsten zwei, drei Jahren etwas sehr Gutes entstehen wird.»

Darf man davon ausgehen, dass die Verlängerung mit einer schönen Lohnerhöhung verbunden ist?
(lacht) Wenn man einen Vertrag so früh unterschreibt, ist klar, dass alles stimmen muss. Ich bin zufrieden, ich bin glücklich. Aber wäre der Lohn für mich wichtig gewesen, würde ich in der nächsten Saison wahrscheinlich nicht für «Rappi» spielen.

In der National League sind Sie während den Spielen deutlich häufiger beschäftigt als in der Swiss League. Wie ist Ihnen diese Umstellung geglückt?
Ich fühle mich sehr gut, habe bisher alles gut gemeistert. Ich hatte einen sehr einfachen Transfer ins National-League-Eishockey. Ich bin mir sicher, dass ich mich in nächster Zeit als Top-Goalie etablieren kann.

Sie haben nun in jedem Match noch viel mehr als zuvor in der Swiss League die Chance, das Spiel für Ihr Team zu gewinnen. Wie 
gefällt Ihnen diese Herausforderung?
Ich wusste natürlich, um was es in dieser Saison geht, dass wir mit ein, zwei Gegentoren vielleicht schon verlieren. Derzeit ist das leider so. Wir haben schon einige Male mit zwei Gegentoren verloren, was normal zum Sieg reichen sollte. Ich denke, dass wir daraus gelernt haben und hoffe, dass die nächsten Spiele besser werden. Alles ist nun mal neu für uns in dieser Saison, alles geht viel schneller. Wir haben wenige Spieler, die schon mehrere Jahre NLA-Eishockey gespielt haben. Es ist sicher nicht so einfach, bei den Lakers im Tor zu stehen wie bei einem Topverein. Aber es ist ein Lernprozess, und ich bin guten Mutes. Letztlich müssen wir diese Saison einfach überstehen, das ist das Ziel.

Was geht Ihnen auf dem Eis durch den Kopf, wenn Sie Ihre Saves machen und dann sehen, wie sich Ihre Mitspieler in der offensiven Zone schwertun?
Mitunter kann das schon frustrierend sein. Aber das blendet man aus. Ich muss mich auf mich fokussieren. Was vorne passiert, kann ich nicht beeinflussen. Ich versuche, meinen Job so gut wie möglich zu machen, die Null so lange wie möglich zu halten und dem Team die Chance zum Sieg zu geben. Die Feldspieler wissen selbst, was sie machen müssen. Dass es derzeit nicht befriedigend ist, wissen alle. 

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