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Peru bei Sterblichkeit an Covid-19 weltweit an der Spitze

Gemessen an der Bevölkerungszahl sterben in keinem Flächenstaat der Erde so viele Menschen an der Krankheit Covid-19 wie in Peru. 89,99 Tote je 100 000 Einwohner registrierte das südamerikanische Land zuletzt. Damit liegt es vor Belgien, Andorra und Grossbritannien weltweit an erster Stelle. Nur der Kleinstaat San Marino in Italien kommt umgerechnet auf die Bevölkerungszahl auf noch mehr Tote - allerdings mit insgesamt gerade einmal 42 Opfern.

Agentur
sda
Mittwoch, 02. September 2020, 09:59 Uhr Lima
ARCHIV - Menschen mit Mundschutzmasken tragen inmitten der Corona-Pandemie einen Sarg bei einre Beerdigung auf dem Friedhof El Cebollar in Peru. Foto: Denis Mayhua/dpa
ARCHIV - Menschen mit Mundschutzmasken tragen inmitten der Corona-Pandemie einen Sarg bei einre Beerdigung auf dem Friedhof El Cebollar in Peru. Foto: Denis Mayhua/dpa
Keystone/dpa/Denis Mayhua

Bislang haben sich in Peru über 652 000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, mehr als 28 000 Patienten sind an Covid-19 gestorben. In Südamerika ist nur das viel grössere Brasilien stärker von der Pandemie betroffen.

Trotz grosser Bemühungen ist es der peruanischen Regierung bislang nicht gelungen, die Infektionszahlen zu drücken. Zwar erliess sie gleich zu Beginn der Pandemie weitreichende Ausgangssperren, um die Ausbreitung des Virus Sars-CoV-2 zu bremsen. Allerdings können es sich in dem armen Land viele Menschen schlicht nicht leisten, zu Hause zu bleiben. Rund 70 Prozent der arbeitenden Bevölkerung in Peru sind im informellen Sektor beschäftigt - das ist selbst für lateinamerikanische Verhältnisse sehr viel.

Nun hat die Regierung die Regeln noch einmal verschärft: Sonntags gilt eine komplette Ausgangssperre, Familientreffen sind vorerst untersagt. Ausserdem soll eine Aufklärungskampagne mit drastischen Slogans die Menschen vor der Gefahr durch Covid-19 warnen. «Wenn du unbedingt mit einem Freund einkaufen gehen musst, dann nutzt die Chance und kauft euch gleich zusammen eine Grabstelle auf dem Friedhof», heisst es beispielsweise auf einem der Plakate.

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