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Dank Bauboom am Obersee sind Banken auf dem Vormarsch

Die Raiffeisenbanken See-Gaster erzielen 2018 ein überaus gutes Ergebnis und setzen das Wachstum ihrer Kundeneinlagen weiter fort. Dank einer Kostensenkung resultiert ein Jahresgewinn von 15 Millionen Franken.

Magnus
Leibundgut
Mittwoch, 13. Februar 2019, 10:43 Uhr Rapperswil-Jona
Raiffeisenbanken im Erfolg: Thomas Wick, Marcel Schnider, Rolf Güntensperger und Markus Jäger leiten die Banken (von links).
BILD MAGNUS LEIBUNDGUT

Im Linthgebiet wird fleissig gebaut. Das wirkt sich auch den Geschäftsgang der Raiffeisenbanken See-Gaster aus: «Die Hypotheken stiegen um fünf Prozent auf drei Milliarden Franken», berichtete Markus Jäger, Leiter der Raiffeisenbank Rapperswil-Jona, an der gestrigen Pressekonferenz über den Jahresabschluss 2018. Damit behaupten die Banken mit Erfolg ihre traditionell starke Position im Hypothekargeschäft. «Indem wir die Risiken exakt geprüft haben, konnten wir gute Geschäfte tätigen», führte Jäger weiter aus.

Negativzinsen bleiben bestehen

Die Gewinne hätten sich im letzten Jahr positiv entwickelt. «Und dies obwohl im letzten Quartal Wolken am Himmel aufgezogen sind, weil sich in den USA und Europa das Wachstum abgeschwächt hat», erläuterte Jäger: Der Gewinn sei um ein Prozent gestiegen.
«Das Zinsengeschäft ist weiterhin wichtigster Pfeiler der Raiffeisenbanken im Linthgebiet», erklärte Jäger: «Wir gehen davon aus, dass sich aufgrund von Ängsten vor einem starken Franken die Zinsen auch in der kommenden Zeit nicht normalisieren werden.» Die Raiffeisenbanken würden die Kosten aufgrund von Negativzinsen den privaten Kunden, die ihr Erspartes den Banken abliefern, nicht überwälzen.
Dank höherer Gewinne habe der Erfolg aus dem Dienstleistungsgeschäft um über acht Prozent auf knapp fünf Millionen Franken zugenommen, sagte Jäger: Auch der Erfolg aus dem Handelsgeschäft sei mit zwei Millionen Franken positiv ausgefallen.

Gewinn fliesst in das Eigenkapital

Dank der hohen Einnahmen weisen die Raiffeisenbanken am Obersee im vergangenen Jahr einen Gewinn von 15 Millionen Franken aus, was einer Steigerung um sechs Prozent bedeutet. «Mit dem Gewinn können wir unsere Finanzen weiter stärken», konstatierte Jäger: Der Gewinn soll in das Eigenkapital fliessen. Das Wachstum der Kundeneinlagen habe stetig zugenommen. Die Verpflichtungen aus Kundeneinlagen stiegen um zwei Prozent auf drei Milliarden Franken.

Bodenständigkeit ist angesagt

«Diese Zunahme widerspiegelt das Vertrauen der Kunden in die Raiffeisenbanken See-Gaster», sagte Thomas Wick, Leiter der Bank am Ricken: Wenig Einfluss auf das Vertrauen und auf den Geschäftsgang habe die Affäre rund um den Ex-Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz gehabt. «Dies erst recht nicht, weil jetzt wieder mehr Bodenständigkeit bei den Banken angesagt ist nach den Wirren, die Vincenz ausgelöst hat», erklärte Wick: Positiv ausgewirkt habe sich zudem der Umstand, dass nun die IT-Plattform im vergangenen Jahr bei den Banken eingeführt werden konnte.

Geschäftsstelle Egg wird umgebaut

«Die Raiffeisenbanken im Linthgebiet haben die Kosten im Griff», sagte Jäger:  «Im Jahr 2018 konnte der Geschäftsaufwand sogar gesenkt werden.» Der Personalaufwand sei um zwei, der Sachaufwand um drei Prozent gesunken.
Die veränderten Kundenbeziehungen haben auch am Obersee Auswirkungen: So wird die Raiffeisenbank Rapperswil-Jona ihre Geschäftsstelle in Egg in diesem Jahr umbauen, um dort fortan nicht mehr Geschäfte am Schalter, sondern Beratungen anzubieten.
«Wir schauen grundsätzlich, wie sich die Kunden verhalten», sagte Rolf Güntensperger, Leiter der Raiffeisenbank Schänis-Amden: Weil es sich bei den Kunden im Linthgebiet um ein eher konservatives Publikum handle, würden die Schalter vorderhand beibehalten. Zudem: Die Öffnungszeiten der vier Raiffeisenbanken am Obersee werden aufeinander abgestimmt.

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