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Hermelin vor der Haustür: Tierischer Besuch im Prättigau

Im Schnee leicht zu übersehen und doch ist das Hermelin da. Ein Prättigauer hat Glück und bekommt Hermelin-Besuch gleich vor der Haustür.

Ammar
Jusufi
06.01.24 - 04:30 Uhr
Klima & Natur
Hausbesuch: Im Prättigau schleicht ein Hermelin vor einem Haus herum. 
Hausbesuch: Im Prättigau schleicht ein Hermelin vor einem Haus herum. 
Bild Facebook

Schlank, quirlig und im weissen Anzug bei Schnee kaum zu erkennen. Ein Prättigauer staunt nicht schlecht, als er vor der Haustüre plötzlich ein kleines Tier entdeckt. «Ein Wiesel im Winterkleid vor der Haustür», schreibt er in einem Beitrag in den sozialen Medien. Doch in den Kommentaren wird jemand skeptisch. «Das ist ein Hermelin, denn das Wiesel ist auch im Winter braun», schreibt er. Damit hat er nicht ganz unrecht.

Gibt es einen Unterschied zwischen einem Wiesel und dem Hermelin? Naja, nicht so wirklich. «Wiesel» ist der Oberbegriff für die beiden Arten Hermelin und Mauswiesel. Beide Arten sind in der Schweiz heimisch und unterscheiden sich vor allem in Grösse und Farbe, schreibt Pro Natura. Das Hermelin wird im Winter schneeweiss. Das Mauswiesel in den allermeisten Fällen hingegen nicht. 

Habt ihr schon mal einen Hermelin im Winterkleid gesehen?

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44%
Nein
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Aus rotbraun wird im Winter schneeweiss

Das Hermelin bewohnt verschiedene, offene Landschaften. Den Wald meidet es aber. Es frisst Fleisch und ist in der Schweiz vor allem auf Wühlmäuse spezialisiert, wie es in einem Beitrag von Pro Natura heisst. Hermeline leben einzelgängerisch oder in Mutterfamilien und sind reviertreu. Pro Natura wählte das quirlige Tier 2018 zum Tier des Jahres. «Mit der Wahl des Hermelins ruft Pro Natura dazu auf, unseren Kulturlandschaften wieder zu einem strukturreichen Netz von Lebensräumen zu verhelfen», heisst es.

Schon gewusst? 50 bis 100 Mäuse vertilgt eine Hermelinmutter mit sechs Jungen wöchentlich.

Das Rückenfell des Hermelins ist im Sommer rotbraun gefärbt, der Bauch gelblich-weiss. Im Winter nimmt das ganze Fell eine schneeweisse Färbung an, um sich an die Umgebung anzupassen. Der Schwanz bleibt als einziger Fellbereich ganzjährig schwarz. Sie ist das sichere Unterscheidungsmerkmal des Hermelins gegenüber seinem sehr ähnlich aussehenden kleinen Verwandten, dem Mauswiesel, dessen Schwanz braun ist. 

Schneeweiss: Das Fell des Hermelins passt sich im Winter der Umgebung an. 
Schneeweiss: Das Fell des Hermelins passt sich im Winter der Umgebung an. 
Bild Keystone

Ammar Jusufi schreibt als Redaktioneller Mitarbeiter und Online-Produzent über Geschichten aus der Region. Er hat sich 2023 der Medienfamilie Südostschweiz angeschlossen. Er lebt in St. Gallen, ist aber wegen seines Heimatorts St. Moritz tief in Graubünden verwurzelt. Besonderes Interesse zeigt er für Aufreger- und Blaulicht-Themen.

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Wir konnten vor ein paar Jahren einen Hermelin, im Winterkleid, in unserem Garten geniessen. Rauf und runter gings im Schnee. Sie wohnen in der Nähe, der nebenan liegende Bauernhof ist interessanter, dort hat es die beliebten Mäuse. Die Bäuerin sah mal einen mit drei Mäus zwischen den Zähnen.

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