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Nur jeder 12. trägt im Schlauchboot eine Rettungsweste

Das «Böötle» auf Schweizer Flüssen wird immer beliebter. Doch nur rund jeder 12. Schlauchboot-Passagier trägt eine Rettungsweste. Die Kampagne «oben bleiben!» ermuntert Freizeitkapitäne, die Sicherheit höher zu gewichten.

Agentur
sda
Donnerstag, 11. Juli 2019, 11:00 Uhr Thun
Das Schlauchbootfahren - hier auf der Aare zwischen Thun und Bern - wird immer beliebter. Nur trägt kaum jemand eine Rettungsweste. (Archivbild)
Das Schlauchbootfahren - hier auf der Aare zwischen Thun und Bern - wird immer beliebter. Nur trägt kaum jemand eine Rettungsweste. (Archivbild)
Keystone/Anthony Anex

Jedes Jahr ertrinken in der Schweiz im Durchschnitt fünf Menschen beim Bootfahren auf Flüssen und Seen. Vier dieser fünf Todesfälle könnten gemäss BFU verhindert werden, wenn Ausflügler Rettungswesten nicht nur im Boot mitführten, sondern auch alle Passagiere diese jederzeit trügen.

Die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU), die Schweizerische Lebensrettungsgesellschaft (SRLG), die Berner Kantonspolizei sowie die Stadt Bern sensibilisieren mit der am Donnerstag in Thun an der Aare lancierten Kampagne die Schlauchbootfahrerinnen und -fahrer für den Nutzen von Rettungswesten.

Rettungsweste als Lebensversicherung

Dazu haben die Kampagnenpartner eine moderne, halbautomatische Rettungsweste ausgewählt, die laut Mitteilung schmal und bequem zu tragen sei. Wenn man am Auslösegriff zieht, bläst sich die Weste auf und dreht die Person im Wasser auf den Rücken. Dabei schützt der Kragen der Rettungsweste sogar bei Ohnmacht.

Die Kampagne warnt auch vor der Unberechenbarkeit der Flüsse: «Die Gefahr fährt immer mit». Das Schlauchboot könne plötzlich Luft verlieren, kentern, gegen einen Brückenpfeiler prallen oder in eine starke Strömung geraten. In diesen Fällen sei die Rettungsweste eine Lebensversicherung.

https://www.bern.ch/themen/sicherheit/pravention/aare-you-safe/kampagne-2019

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Tragisch. Jeder Tote ist einer zuviel! Und das zuständige Bundesamt (BAV, Schifffahrt) ist desinteressiert.Die Möglichkeit einer Mindestausrüstung bzw. Empfehlung wurde im frisch revidierten Gesetz nicht einmal in Erwägung gezogen. Man hat nur das grob widersprüchliche Flickwerk modernisiert. Die neue Chefin hat null Führungserfahrung und Sprachen studiert (...), also sucht das BAV händeringend & dringend einen Ingenieur, das das fehlende Fachwissen der Chefin kompensiert. Diese zusätzliche Stelle (180'000) kostet den Steuerzahler Millionen. Ein engagierter Ingenieur als Chef hätte eine neue Stelle erübrigt und würde sich an solchen Aktionen proaktiv beteiligen, auch wenn grad Ferien sind. Es geht um Menschenleben, Vorausdenken vom Bund und nicht um "Freunde stellen Freundinnen" an.