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Aerne wird erwartet – weitere Anwärter gesucht

In Eschenbach rechnet man mit einer Kandidatur von Cornel Aerne als Nachfolger für Gemeindepräsident Josef Blöchlinger. Ein anderer Gemeinderat hält sich bedeckt.

Pascal
Büsser
Freitag, 11. Januar 2019, 04:30 Uhr Präsidium in Eschenbach
Nach Josef Blöchlingers Rücktrittsankündigung braucht es eine neue Person, die künftig Gemeindeversammlungen in Eschenbach leitet. Bild Archiv
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Nach dem auf Ende September angekündigten Rücktritt von Josef Blöchlinger (CVP) als Gemeindepräsident schlägt in Eschenbach die Stunde der Parteien. Es sei nun primär an ihnen, geeignete Nachfolger zu finden, so der Noch-Amtsinhaber. In einer privilegierten Lage ist die CVP. Der langjährige Gemeinderat Cornel Aerne interessiert sich für eine Kandidatur. In politischen Kreisen rechnet man damit, dass Aerne kandidiert. Seine Wahlchancen dürften mehr als intakt sein.

Anselm Artho, Präsident der lokalen FDP, sagt: «Ich fände das an sich gut. Man hat nie etwas Negatives von ihm gehört.» Als bisheriger Gemeinderat kenne er die Geschäfte. Zudem habe man gesehen, dass andere Gemeinden mit Auswärtigen wenig Erfolg hatten.Auch SVP-Präsident Sepp Mächler glaubt, dass Aerne für das Amt «fähig» und ein «guter Mensch» sei. Als Polizist kenne er zudem die Gesetze.

 

Cornel Aerne dürfte für das Gemeindepräsidium in Eschenbach kandidieren.
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Parteien suchen zusammen

Aus den eigenen Reihen finde man kaum jemanden, der sich für das Amt bewerben wolle, sagen Artho und Mächler unisono. Sie zeigen sich deshalb offen für eine überparteiliche Findungskommission, um weitere Kandidaten zu generieren. Eine solche ist laut SP-Vertreter Ivo Kuster bereits in Vorbereitung. Neben der SP seien auch CVP und das Forum Eschenbach daran interessiert. Die Präsidentinnen von CVP und Forum waren am Donnerstagnachmittag telefonisch nicht erreichbar.

Überrascht hat der Rücktritt Blöchlingers die Parteien nicht, auch wenn er den Zeitpunkt noch im letzten Herbst offengelassen habe, so Kuster. «Positiv ist, dass die Ankündigung nun relativ früh erfolgt ist», lobt der als Blöchlinger-Kritiker bekannte Kuster.

Dass Aerne quasi im Schlafwagen ins Präsidium nachrutscht, darf für den SP-Mann nicht sein. Es brauche eine koordinierte Suche nach klaren Kriterien: Ausbildung, Persönlichkeit, Charakter. «Dass jemand den Turnverein gut gemanagt hat, reicht heute nicht mehr», frotzelt Kuster mit Blick auf den Amtsinhaber. «Wir brauchen die fähigste Person, vielleicht ist das letztlich Cornel Aerne.» Parteipolitische Überlegungen dürften indes bei der Nomination keine Rolle spielen. Aufgrund des Lohns – der Amtsinhaber verdient gut 200 000 Franken – und der Grösse der fusionierten Gemeinde (knapp 10 000 Einwohner) glaubt Kuster, dass der Job für gut qualifizierte Bewerber interessant ist. Er erwartet, dass man Aerne mindestens eine zweite – wohl auswärtige – Kandidatur gegenüberstellen wird.

Raum für Spekulationen

Klar ist: Schulpräsident Richard Blöchlinger wird nicht kandidieren. «Ich bin bereits 60», sagt er auf Anfrage. Zudem gefalle ihm seine jetzige Aufgabe. Ebenfalls kein Thema ist das Präsidium für FDP-Gemeinderätin Sandra Raimann, wie sie sagt. Auch der Parteilose Reto Gubelmann hegt keine Ambitionen auf einen Jobwechsel. «Eher nicht», meint CVP-Gemeinderätin Ursula Riederer, will es sich aber noch offen halten.

Raum für Spekulationen lässt der Parteilose Martin Rüegg. «Ich möchte mich zurzeit zu diesem Thema nicht äussern», sagt der 38-jährige Landwirt, der seit 2015 als Gemeinderat amtet.

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