Desolate Lakers kassieren in Zug eine derbe Klatsche – in dieser Verfassung sind sie ein Play-out-Kandidat
Mit 1:6 gehen die Rapperswil-Jona Lakers beim EV Zug unter. Die Niederlage ist auch in dieser Höhe verdient. Die Mannschaft von Trainer Lundskog gibt Anlass zur Sorge.
Mit 1:6 gehen die Rapperswil-Jona Lakers beim EV Zug unter. Die Niederlage ist auch in dieser Höhe verdient. Die Mannschaft von Trainer Lundskog gibt Anlass zur Sorge.
Am Schluss geben sich die Lakers ihrem Schicksal hin. Es ist eine schallende Ohrfeige, die sie an diesem Freitagabend in der Zuger Bossard Arena einfangen. Nicht nur, dass die Zentralschweizer ihnen gleich sechs Tore einschenken. Nein, es ist auch die Art und Weise, wie die Lakers auftreten, die mehr als nur besorgniserregend ist. Zum Beispiel beim 1:5, als vier Lakers-Akteure im Powerplay die beiden EVZ-Tschechen Jan Kovar und Daniel Vozenilek einfach gewähren lassen und sie zum Shorthander richtiggehend einladen. Oder kurz nach der zweiten Pause, als es nur gerade 26 Sekunden dauert, ehe Gregory Hofmann alle Zeit der Welt erhält, um den eingewechselten Melvin Nyffeler zu bezwingen.
Es sind Szenen, die sinnbildlich für die Lakers in der aktuellen Verfassung sind. Eigentlich starten sie gut in diese Partie und gehen bereits nach vier Minuten durch ein Zuger Eigentor in Führung. Die Leistung danach ist zwar nicht berauschend, doch auch nicht schlecht, die beiden Teams agieren auf Augenhöhe. Bis zur 17. Minute. Dann verlieren sie während 82 Sekunden komplett den Faden und kassieren noch im ersten Drittel drei Gegentore.
Die Lakers kassieren die siebte Niederlage in den letzten acht Spielen
Zuerst bringen sie die Scheibe nicht weg, Niklas Hansson bedankt sich. Nur 17 Sekunden später sind die Lakers nicht bereit, Nando Eggenberger staubt vor dem Tor ab. Und als Lino Martschini 68 Sekunden vor der Pause im Powerplay das 3:1 erzielt, schleicht sich bereits der Verdacht ein, dass diese Partie nicht in die von Rapperswil-Jona gewünschte Richtung laufen würde. Die Lakers machten jedoch auch wenig Anstalten, das Momentum zurück auf ihre Seite zu ziehen. Auch beim 1:4 (26.) ist die Verteidigungsleistung desolat, Elia Riva erhält für seinen Schuss viel zu viel Zeit und kann sich die Ecke aussuchen. Von den Lakers kommt in der Folge kaum Gegenwehr und kein Aufbäumen.
Es gibt diese Tage, an denen nichts läuft. Dass die Lakers nicht durchwegs schlecht spielen, zeigten sie nicht zuletzt auch am Dienstag, als sie beim Leader Lausanne nur knapp verloren. Und doch ist diese Leistung in Zug keine aus der Kategorie «Kann mal passieren». Sie zeigt vielmehr den Trend, der für die Lakers in eine ungemütliche Richtung läuft. Aus den letzten acht Spielen resultierten sieben Niederlagen. In der Tabelle fiel die Mannschaft von Johan Lundskog immer weiter, mittlerweile ist es Platz 11, der Vorsprung auf Platz 13, der die Play-outs bedeuten würde, beträgt vier Zähler. Und der Rückstand auf die Play-ins nach Verlustpunkten ebenso viele.
Die Schlüsselspieler performen nicht – und nun kommts zum Gipfel
Doch woran liegt es, dass die Lakers sich nach einem Aufschwung unter Interimstrainer Johan Lundskog selbst in diese missliche Lage manövriert haben? Die schwache Defensive sowie die Inkonstanz sind da auf der einen Seite. Andererseits kommt von den ausländischen Schlüsselspielern mit Ausnahme von Malte Strömwall zu wenig. Dennoch haben die Lakers am Freitag die Vertragsverlängerungen des am Abend überzähligen Niklas Jensen, Victor Rask (beide für zwei Jahre) sowie Tanner Fritz (ein Jahr) verkündet. Diese drei Akteure kommen in dieser Saison auf 68 Punkte in 105 Spielen. Auch Schweizer Stützen wie Tyler Moy oder Yannick-Lennart Albrecht hinken momentan den Erwartungen hinterher.
Die aktuelle Verfassung der Lakers lässt selbst bei einer optimistischen Betrachtungsweise nur den Schluss zu, dass die Rosenstädter momentan näher an den Play-outs dran sind als an den Play-ins. Doch nach der heftigen Klatsche in Zug haben sie nicht viel Zeit, um sich wieder zu sammeln. Bereits am Samstagabend kommt es im heimischen Lido zum womöglich vorentscheidenden Direktduell mit dem EHC Biel. Für dieses kapitale Spiel müssen die Lakers schnellstmöglich wieder in die Spur finden.
Lars Morger arbeitet seit 2022 als Redaktor Sport mit Schwerpunkt Eishockey und Schwingen für die Sportredaktion der «Südostschweiz»-Medienfamilie.
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