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In der Festhütte Lenzerheide: So beendet Nino Schurter seine Wahnsinnskarriere

Ein letztes Mal wird die Lenzerheide zum grossen Schurter- Land. Der Bündner kann zwar nicht an der Spitze mitmischen. Und sorgt doch für grosse Emotionen.

Roman
Michel
21.09.25 - 16:19 Uhr
Regionalsport
Letzter Auftritt: Nino Schurter verabschiedet sich in der Lenzerheide.
Letzter Auftritt: Nino Schurter verabschiedet sich in der Lenzerheide.
Bild: Gian Ehrenzeller / Keystone

«Nino, Nino» – ein Berg steht Kopf für den grossen Helden. Der Lärmpegel ist schon hoch, als um 15.30 Uhr der Startschuss ertönt und sich Nino Schurter ein letztes Mal in die Pedalen schwingt. Er schaukelt sich dann hoch. Und erreicht kurz vor 17 Uhr seinen Höhepunkt. Die letzten Meter. «Nino, Nino.» Mit ausgebreiteten Armen fährt der Bündner über die Ziellinie. Geniesst das letzte Bad in der Menge. 

Am Fusse des Parpaner Rothorns, dort wo Nino Schurter mit dem WM-Titel 2018 und seinem Rekordsieg im Weltcup vor zwei Jahren zwei seiner grössten Erfolge feierte, bestreitet der Bündner am Sonntag sein letztes Weltcuprennen. «Es gibt für mich kein schöneres Ende», hatte der Bündner im Vorfeld gesagt. Bei seiner Derniere tritt er mit einem speziellen Bike an, das teilweise vergoldet ist. Kaum eine Farbe passt so gut zur Karriere des Ausnahmekönners. 

Nie im Kampf um Spitzenplatz

Eines vorne weg: Mit dem Rennausgang hat Schurter bei seiner Derniere nichts zu tun. Zu stark die Spitzenfahrer um den neuen Weltmeister Alan Hatherly, der von Beginn an aufs Gaspedal drückt und am Ende einen Start-Ziel-Sieg feiert. Zudem gab Schurter in den letzten Tagen zu, dass ihn der Abschied emotional stärker mitnahm als erwartet. Überhaupt geht es für den 39-Jährigen bei seinem letzten Rennen nicht um Spitzenplätze. Sondern darum, sein letztes Weltcuprennen zu geniessen. Und das tut Schurter, angetrieben von zahlreichen Fans sichtlich. Der Bündner zeigt sich zum Abschluss nochmals von seiner besten Seite, hält sich anders als am vergangenen Wochenende an der WM in Crans-Montana konstant in den Top 20. Am Ende beendet der 39-Jährige sein letztes Weltcuprennen auf Rang 24. 

Letzte Kurven: Nino Schurter geniesst sein Heimrennen.
Bild: Gian Ehrenzeller / Keystone

Bester Schweizer ist Vital Albin auf Rang 8, dahinter folgen Fabio Püntener und Luca Schättin auf den Plätzen 9 und 10. 

Bestmarken für die Ewigkeit

Und dahinter folgt schon bald Schurter, der damit einen Schlusspunkt hinter seine beeindruckende Karriere setzt. Zehn Mal gewann Schurter WM-Gold, neun Mal holte er sich den Sieg im Gesamtweltcup. Im Palmares steht ein ganzer Medaillensatz an Olympischen Spielen. 36 Weltcupsiege stehen im Palmarès Schurters – so viele wie kein anderer Athlet auf dem Konto hat. Es sind beeindruckende Rekorde, die wohl noch ein paar Jahre bestehen dürften. 

Roman Michel ist Leiter Sport. Er arbeitet als Sportreporter und -moderator bei TV Südostschweiz. Weiter schreibt er für die gemeinsame Sportredaktion der Zeitung Südostschweiz und suedostschweiz.ch. Roman Michel studierte Journalismus und Organisationskommunikation und arbeitet seit 2017 für die Medienfamilie Südostschweiz.

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