Zink aus Industrie verschmutzt selbst entlegene Ozeane
Selbst im unberührten Südpazifik findet sich Zink aus menschlichen Quellen. Das weist eine neue Studie der ETH Zürich nach. Dies könnte das Ökosystem im Meer stören.
Selbst im unberührten Südpazifik findet sich Zink aus menschlichen Quellen. Das weist eine neue Studie der ETH Zürich nach. Dies könnte das Ökosystem im Meer stören.
«Es gibt keine unberührte Natur mehr», liess sich Tal Ben Altabet von der ETH Zürich in einer Mitteilung der Hochschule vom Mittwoch zitieren. «Nicht mal mehr im Südpazifik, der so weit entfernt von der nächsten Zivilisation ist wie die Astronauten der Internationalen Raumstation.»
Dies zeigt eine neue Studie von Forschenden der ETH Zürich und des Geomar Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung in Kiel (D), die in der Fachzeitschrift «Nature Communications Earth and Environment» veröffentlicht wurde.
Herkunft von Zink analysiert
Um die Herkunft des Zinks nachzuweisen, analysierte das Forschungsteam dessen Isotopenzusammensetzung. Isotope sind unterschiedlich schwere Varianten eines Elements, deren Verhältnis einen chemischen Fingerabdruck bildet. Während Zink aus natürlichen Quellen reicher an schwereren Isotopen wie Zink-66 sei, wiesen Emissionen aus menschlichen Quellen typischerweise mehr leichtere Isotope wie Zink-64 auf.
Das Resultat: In den oberen Wasserschichten des Südpazifiks stammt das Zink fast ausschliesslich aus menschlichen Emissionen. Das von Menschen emittierte Zink wird laut den Forschenden durch Aerosole über riesige Distanzen verfrachtet und erreicht dadurch offene Meeresgebiete, die weit weg von der Zivilisation liegen.
Wichtig für Plankton
Zink kommt im Meer auch natürlich vor. Für Phytoplankton, mikroskopisch kleine Algen, ist Zink ein wichtiger Nährstoff. Eine stetige Zunahme von menschengemachten Metall-Emissionen könnte jedoch das sensible Nährstoffgleichgewicht im Meer stören. Dies könnte sich auf die gesamte Nahrungskette auswirken.
Ausserdem spielt Phytoplankton auch eine wichtige Rolle bei der Regulierung des Klimas: Durch Photosynthese nimmt Phytoplankton Kohlendioxid auf und produziert daraus organische Substanzen und Sauerstoff.
In weiteren Studien wollen die Wissenschaftler nun die Isotopen-Zusammensetzung von Zink und anderen biologisch wichtigen Metallen wie Eisen und Kupfer auch in anderen Meeren untersuchen. Nur so lasse sich verstehen, wie Meeresorganismen auf Verschiebungen im Nährstoffgleichgewicht reagierten, so Ben Altabet.