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UBS-Aktien wegen Befürchtungen um Regulierung klar unter Druck

Die Vorlagen des Bundesrats zur UBS-Regulierung werden am Finanzmarkt kritisch aufgenommen. So befürchten mehrere Analysten Nachteile für die Grossbank im internationalen Wettbewerb. Die UBS-Aktie steht am Donnerstag deutlich unter Druck.

Agentur
sda
23.04.26 - 12:52 Uhr
Wirtschaft
Die am Mittwochnachmittag vom Bundesrat vorgestellten Massnahmen zur Bankenregulierung kommen an der Börse nicht gut an. Die UBS-Aktie verliert am Donnerstag deutlich an Wert.(Symbolbild)
Die am Mittwochnachmittag vom Bundesrat vorgestellten Massnahmen zur Bankenregulierung kommen an der Börse nicht gut an. Die UBS-Aktie verliert am Donnerstag deutlich an Wert.(Symbolbild)
KEYSTONE/GAETAN BALLY

Der Bundesrat sei der UBS in der Eigenmittelverordnung (ERV) gegenüber dem ursprünglichen Vorschlag zwar noch entgegengekommen, halten Finanzanalysten am Donnerstag in ihren Kommentaren fest. Damit sei zumindest auf Ebene des ERV der «schlimmstmögliche Fall» abgewendet, heisst es etwa bei der US-Investmentbank Goldman Sachs.

In der «deutlich folgenreicheren» Frage der Auslandstöchter beharrte der Bundesrat aber auf einer vollständigen Unterlegung mit hartem Kernkapital. «Es ist ein Höchstvorsichtsprinzip, welches der Bundesrat nun vorgibt», sagte etwa Vontobel-Analyst Andreas Venditti am Donnerstag in einem Interview mit dem Online-Portal «Cash».

Aktie schwächelt

Der UBS-Aktie ist am Donnerstagmittag mit einem Kursrückgang von 3,1 Prozent auf 32,53 Franken an einer insgesamt positiv tendierenden Schweizer Börse der klar schwächste Wert im Bluechip-Index SMI.

Am Mittwoch hatten die UBS-Aktien auf die vorgelegten Bundesrats-Vorlagen noch zunächst leicht positiv reagiert. Allerdings waren die Gewinne dann noch abgebröckelt und die Titel der Grossbank gingen wenig verändert aus dem Handel.

Nachteil im Wettbewerb

Die Auswirkungen der bundesrätlichen Regulierungen auf das Eigenkapital der UBS sind auch für die Analysten nicht ganz eindeutig abzuschätzen: Diese hingen auch von diversen Annahmen und Stellschrauben ab, heisst es.

Der Bundesrat hatte die zusätzlichen Kapitalanforderungen an die UBS auf 20 Milliarden Dollar beziffert, wobei die effektive «Kapitallücke» noch 9 Milliarden betrage. Die Grossbank sprach dagegen ihn ihrer Reaktion vom Mittwochabend von zusätzlich benötigtem Kapital von 22 Milliarden, die nun zu bereits kommunizierten rund 15 Milliarden wegen der CS-Übernahme hinzu kämen.

In jedem Fall würden allerdings die Kapitalquoten der UBS auf Gruppenebene künftig klar höher ausfallen als noch heute, so die Analysten. Für die UBS werde dies im internationalen Wettbewerb wohl einen «signifikanten Nachteil» gegenüber den Mitkonkurrenten bedeuten, heisst es etwa bei Goldman Sachs.

Auch wenn die UBS künftig mehr Kapital halten müsse, erschienen die Auswirkungen aber «verkraftbar», kommentiert derweil Analyst Ausano Cajrati Crivelli von der ZKB. «Wir erwarten, dass UBS die neuen Kapitalanforderungen ohne allzu grosse Belastung der Ausschüttungen erfüllen kann.»

Bundesrätliche Warnung

In der Frage der Kapitalisierung der Auslandstöchter dürften für die UBS die Aussichten auf eine Abschwächung im parlamentarischen Prozess intakt sein: Die Beobachter verweisen auf den im Dezember von mehreren Parlamentariern vorgelegten «Kompromissvorschlag», wonach die Unterlegung teilweise mit Kernkapital und teilweise mit «billigerem» AT1-Kapital abgedeckt werden könnte.

Für Verunsicherung sorgt allerdings die unverhohlene Warnung des Bundesrats. Demnach würde die Regierung ohne eine «genügende» Umsetzung der Vorlage des Parlaments auf die Eigenmittelverordnung zurückkommen. Laut Aussagen von Finanzministerin Karin Keller-Sutter könnte insbesondere der Kapitalabzug von latenten Steuerguthaben noch einmal aufs Tapet kommen.

Es sei zwar nicht ganz klar, was der Bundesrat mit einer «genügenden» Umsetzung meine, schreibt etwa Barclays-Analystin Flora Bocahut in einem Kommentar. Allerdings sieht sie die Warnung als klar negativ für den UBS-Aktienkurs: Denn unter dem Strich limitiere der Bundesrat damit die Auswirkungen eines «positiveren Ausgangs» des Bankengesetzes im Parlament.

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