US-Notenbank belässt Leitzins bei 3,5 bis 3,75 Prozent
Die US-Notenbank Federal Reserve lässt den Leitzins unangetastet - dies angesichts von Energiekrise und Inflationssorgen infolge des Iran-Krieges. Eine Mehrheit des Zentralbankrates stimmte dafür, den Leitzins in der Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent beizubehalten.
Die US-Notenbank Federal Reserve lässt den Leitzins unangetastet - dies angesichts von Energiekrise und Inflationssorgen infolge des Iran-Krieges. Eine Mehrheit des Zentralbankrates stimmte dafür, den Leitzins in der Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent beizubehalten.
Zugleich richten sich alle Augen auf den möglichen Nachfolger von Noch-Fed-Chef Jerome Powell. Experten befürchten, dass die Fed mit der Bestätigung des von US-Präsident Donald Trump vorgeschlagenen Kandidaten Kevin Warsh an Unabhängigkeit und damit Glaubwürdigkeit verlieren wird.
2025 hatte die Fed aus Sorge um den Arbeitsmarkt den Leitzins dreimal um jeweils einen Schritt (25 Basispunkte) gesenkt. Bei ihren ersten beiden Sitzungen dieses Jahres legte sie dann Pausen ein. Angesichts der unsicheren Weltlage bei zeitgleich hoher Inflation rücken Zinssenkungen in weite Ferne.
«Der Ölpreisschock lässt keine andere Wahl», sagte Lena Dröger vom Kiel Institut für Weltwirtschaft zu der Entscheidung des Gremiums. Ökonomen erwarten, dass es im Jahresverlauf maximal noch zu einer Lockerung um 25 Basispunkte auf 3,25 bis 3,5 Prozent kommen könnte. Entscheidend dürfte dabei sein, wie sich die Lage im Iran weiter entwickelt und welche Rolle Warsh spielt.
Dieser war nur wenige Stunden vor dem Fed-Entscheid vom Bankenausschuss des Senats bestätigt worden. Nun muss der gesamte Senat noch grünes Licht geben.
Die Fed soll unabhängig von der Politik über den Leitzins entscheiden und damit einen Kompromiss zwischen Teuerungsrate und möglichst starker Vollbeschäftigung finden. Das Problem derzeit: Lockert die Fed das Zinsniveau, dürfte das die Inflation zusätzlich anheizen - das will sie vermeiden. Zuletzt erhöhte die Notenbank ihre Erwartungen an die Teuerungsrate von 2,4 auf nun 2,7 Prozent im laufenden Jahr. Sie liegt damit deutlich über ihrem eigenen Zwei-Prozent-Ziel.
Unklar ist, ob Trumps Kandidat noch bis zum Ausscheiden von Powell als Fed-Chef Mitte Mai bestätigt wird. Die Sitzung an diesem Mittwoch war planmässig der letzte Zinsentscheid mit Powell an der Spitze des Zentralbankrates. Der nächste ist für den 17. Juni geplant.
Sollte seine Nachfolge bis Mitte Mai nicht geklärt sein, könnte sich Powell nach eigenen Worten zumindest zeitweise vorstellen, das Amt weiterzuführen.
Powell will im Fed-Vorstand bleiben
Auch nach dem planmässigen Ende seiner Amtszeit Mitte Mai will Powell im Vorstand der US-Notenbank Federal Reserve bleiben. Wie lange er als sogenannter Gouverneur im Vorstand arbeiten wolle, liess er am Mittwoch vor den Medien indes offen.
Vergangene Woche hatte Bezirksstaatsanwältin Jeanine Pirro angekündigt, ihre Ermittlungen gegen Powell wegen angeblich ausufernder Renovierungskosten an einem Fed-Gebäude einzustellen.
Die Untersuchungen wurden über die Parteigrenzen hinweg und von führenden Zentralbankern als Angriff Trumps auf die Unabhängigkeit der US-Notenbank interpretiert. Der Präsident hatte über Monate Powell öffentlich verbal angegriffen und ihn für aus seiner Sicht zu langsame Zinssenkungen verantwortlich gemacht.