Metallteile einfach ausdrucken
Am Innovationsapéro im «Schützenhaus»-Saal in Glarus hat Adrian Helbling einen Einblick in die additive Fertigung von Metallteilen gegeben – was bisher undenkbare Möglichkeiten bieten kann.
Am Innovationsapéro im «Schützenhaus»-Saal in Glarus hat Adrian Helbling einen Einblick in die additive Fertigung von Metallteilen gegeben – was bisher undenkbare Möglichkeiten bieten kann.
Von Jürg Huber*
Vor einigen Jahren wurde zum Teil wild spekuliert, wie 3-D-Drucker das Leben tief greifend verändern können: Einfach die CAD-Daten eines Produkts aus dem Internet laden und das Gewünschte zu Hause ausdrucken. Was nach «Star Trek» klang, hat sich in der Folge beim Publikum nicht durchgesetzt. Während dieser Traum scheinbar ausgeträumt zu sein scheint, hat sich die Technik in der Industrie mehr und mehr als additive Fertigung etabliert. Und dies auch in Bereichen, in denen man es zuerst gar nicht erst vermutet.
Dass Metallteile nicht gegossen oder gefräst, sondern auch ausgedruckt werden können, zeigte am Innovationsapéro Adrian Helbling. Seine 2006 gegründete Firma Ecoparts macht genau das. Da die Teile Schicht für Schicht aufgebaut werden, fordert dies ein Umdenken in der Industrie. «Die Technik kann so der Auslöser für eine Evolution, vielleicht sogar einer Revolution werden.» Laut Helbling können ganz neue Wege beschritten und neue Lösungen gefunden werden.
Das Ganze ist weniger für die Massenproduktion gedacht, kann aber einen starken Einfluss auf die Massenproduktion haben, wie Adrian Helbling am Beispiel eines Teils für die Produktion für Tictac-Boxen ausführte. «Mit dem Drucker konnten wir eine bessere Kühlung der Formen entwickeln und so die ganze Produktion beschleunigen.»
Interessante Technik
Ein weiteres Feld für die additive Fertigung sind auch Spezialanfertigungen oder Prototypen. Wenn die CAD-Daten vorhanden sind, kann das Teil sofort produziert und anschliessend nötige Anpassungen schnell durchgeführt werden.
Grundsätzlich hat die Technik ihre Stärke in der Produktion von kleinen Mengen an Teilen. «Der Stückpreis ändert sich nicht, ob man nun nur ein Teil produziert oder mehrere Tausend.» Dies macht die Technik auch interessant für weniger komplexe Produkte.
«Die Technik kann der Auslöser für eine Evolution, vielleicht sogar einer Revolution werden.»
Adrian Helbling, Mitbegründer der Firma Ecoparts
Zum Beispiel Ersatzteile, die man nur in kleiner Stückzahl benötigt und ansonsten viele auf Lager anfertigen müsste. Grundsätzlich sei die Technologie noch sehr jung und es könnten noch spannende Fortschritte folgen, ist sich Helbling zum Abschluss seines Referats sicher. «Es ist sicher spannend zu sehen, was uns in dieser Hinsicht die Zukunft noch bringt.»
Beim anschliessenden Apéro riche aus der Küche des Restaurants «Schützenhaus» hatten die Teilnehmer Gelegenheit über die additive Fertigung zu diskutieren.
* Jürg Huber ist Medienbeauftragter der Glarner Handelskammer.
Wir bitten um euer Verständnis, dass der Zugang zu den Kommentaren unseren Abonnenten vorbehalten ist. Registriere dich und erhalte Zugriff auf mehr Artikel oder erhalte unlimitierter Zugang zu allen Inhalten, indem du dich für eines unserer digitalen Abos entscheidest.
Bereits Abonnent? Dann schnell einloggen.