Mehr Fast Food und Starbucks für Rapperswil-Jona
Der Rand der Rapperswiler Altstadt als Magnet von internationalen Food- und Kaffeeketten: Sandwich-Riese Subway will in Kürze seine Filiale eröffnen – und der benachbarte Starbucks hat aufgerüstet. Doch die Ketten ernten auch Kritik.
Der Rand der Rapperswiler Altstadt als Magnet von internationalen Food- und Kaffeeketten: Sandwich-Riese Subway will in Kürze seine Filiale eröffnen – und der benachbarte Starbucks hat aufgerüstet. Doch die Ketten ernten auch Kritik.
Das Sandwich im Schaufenster ist bisher das Einzige, das die Ankunft der Fast-Food-Kette Subway ankündigt – ein Sandwich auf ei-nem Plakat. «Coming soon!» steht zwar darauf, aber ansonsten sieht das Lokal am Rande der Rap- perswiler Altstadt leer und verlassen aus. Dabei wollte der Sandwich-Riese in Rapperswil bereits Mitte Oktober Fuss fassen und ins Lokal an der Oberen Bahnhofstrasse einziehen (diese Zeitung berichtete).
«Ein spannender Standort»
Die Bauanzeige für die neue Subway-Filiale war im August aufgelegen; Einsprachen gab es gemäss Stadtrat und Bauchef Thomas Furrer damals keine. Die Verzögerungen entstanden gemäss Furrer, weil der Gesuchsteller Unterlagen nachreichen musste und das Baubewilligungsverfahren beim Kanton nachträglich über die Koordinationsstelle abgewickelt werden muss. «Dies war eine Forderung einer kantonalen Fachstelle», sagt Furrer. Daher dauere es jetzt nochmals ein paar Wochen, bis die Bewilligung erteilt werde.
«Persönlich hätte ich mir lieber etwas Regionales oder Lokales gewünscht.»
Thomas Furrer, Bauchef Rapperswil-Jona
«Unser Vorhaben, die Filiale in Rapperswil schon Mitte Oktober zu eröffnen, war vielleicht etwas optimistisch», erklärt Benedikt Fischer, zuständig für die Ex- pansion von Subway in der Ostschweiz. «Wir hoffen, unseren Kunden in Rapperswil Anfang nächsten Jahres warme Sandwiches anbieten zu können.» Der Standort Rapperswil sei für Subway spannend, man freue sich auf die Eröffnung. Am Rande der Rapperswiler Altstadt, in Nähe zur Berufsschule und der Hochschule, hoffe man, nicht nur den Geschmack des jungen Publikums zu treffen.
Altstadt-Mix macht es aus
Die Reaktionen zum baldigen Einzug des Sandwich-Giganten fallen unterschiedlich aus. Lucia Studerus Widmer, Präsidentin des Einkaufsziels Rapperswil-Jona, ist bald die direkte Nachbarin, denn ihr Rahmenatelier grenzt an den künftigen Standort von Subway.
Grundsätzlich fände sie es schade, wenn Städte aufgrund internationaler Laden- und Restaurantketten zunehmend ähnlich daherkämen und «austauschbar» würden, sagt Studerus Widmer. «In Rapperswil-Jona hängt das Überleben der Detailhändler vom richtigen Ladenmix in der Altstadt ab.» So gesehen sei der geplante Subway keine Konkurrenz zum bestehenden Angebot.
Selber kenne sie die Sandwichkette kaum, sagt Studerus Widmer. Eine Prognose, wie sich die Ankunft des Fastfood-Riesen in Rap- perswil auf die Altstadt auswirken wird, möchte sie darum keine wagen. Im Zusammenhang mit dem Thema Ladenmix interessiert es Studerus Widmer, wie die geplanten Neubauten in der Stadt – sprich Citycenter und Stadthof Süd – dazu beitragen werden.
Am Standort in Rapperswil ist Subway in bester Gesellschaft: Die ebenfalls internationale Kaffeekette Starbucks betreibt dort seit 2006 ein Coffee House. Vor Kurzem wurde das Lokal modernisiert.
Neues bringt frischen Wind
Zurückhaltend kritisch äussert sich Stadtrat Thomas Furrer: Auch wenn wohl niemand auf die Subway-Filiale gewartet habe, könne er ihr auch Positives abgewinnen, sagt der städtische Bauchef. Immerhin sei ein Subway «besser als eine weitere Galerie oder ein weiterer E-Zigaretten-Laden». Gut für die Altstadt sei zumindest, dass ein längerer Leerstand des Ladenlokals vermieden worden sei. Gut findet Furrer auch, dass Subway jüngere Leute anzieht, die «vielleicht bis heute noch nie etwas in der Altstadt eingekauft haben».
Nischen-Laden hat es schwer
Auch, dass das Stadtbild respektiert werde und die gestalterischen Veränderungen nicht gross in Erscheinung treten, ist für Furrer ein positiver Aspekt. Zudem würden mit Subway auch drei bis vier Arbeitsplätze in der Altstadt geschaffen. «Persönlich hätte ich mir allerdings lieber einen Handwerksladen, einen Tischler, einen Comestible, einen Käseladen, ei-nen Chocolatier, einen Hofladen oder sonst etwas Regionales, Lo-kales oder Handwerkliches gewünscht», sagt er.
Furrer weiss aber: «Das sind Wünsche, und meist kann ein solcher Nischen-Laden wegen der hohen Miet- und Fixkosten nicht existieren», gibt er zu bedenken. «Zukünftig können wir vielleicht die Eigentümer dank dem Kontakt mit einer Altstadt-Projektkoordinatorin eher auf die Thematik sensibilisieren und motivieren, auch andere Mietinteressenten zu prüfen.»
Der Subway in Rapperswil wird – wie auch die übrigen rund 50 Filialen in der Schweiz – von einem Franchisenehmer betrieben.
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