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Glarner Sozialhilfequote bleibt weiterhin auf Tiefstand

Erfreuliche Neuigkeiten der Sozialhilfe im Kanton Glarus: Im vergangenen Jahr hat der Kanton Glarus einen Tiefstand der Sozialhilfequote verzeichnet. Die 1.8 Prozent der Glarner Bevölkerung sind die tiefste Messung seit Beginn der Datenerhebung.

Südostschweiz
16.10.18 - 12:18 Uhr
Wirtschaft
Working Poor Sozialhilfe
Immer weniger Glarnerinnen und Glarner müssen Sozialhilfe in Anspruch nehmen.
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2017 beziehen 1.8 Prozent der Glarnerinnen und Glarner Leistungen aus der Sozialhilfe. Die kantonale Sozialhilfequote bleibt damit weiterhin auf dem tiefsten Stand seit dem Beginn der Datenerhebung vor über einem Jahrzehnt. Zudem liegt die Quote auch 2017 deutlich unter dem schweizerischen Durchschnitt von 3.3 Prozent. Während das Risiko Sozialhilfe zu beziehen bei Personen im Alter von über 50 Jahren gesamtschweizerisch am stärksten wächst, sinkt es laut einer Medienmitteilung im Kanton Glarus leicht. Die Falldauer nimmt hingegen zu und die Sozialhilfe muss vermehrt die Funktion einer Sozialrente wahrnehmen.

Für das Jahr 2017 zählt der Kanton Glarus 720 Sozialhilfefälle. Die ist laut der Mitteilung fast deckungsgleich mit dem Vorjahreswert. Da sich die Bevölkerung in diesem Zeitraum ebenfalls kaum verändert hat, bleibt die Sozialhilfequote zwischen 2016 und 2017 stabil bei 1,8 Prozent. Dies zeigen die neuesten Zahlen der Schweizerischen Sozialhilfestatistik, welche jährlich vom Bundesamt für Statistik publiziert werden.

Über 50 wird es schwieriger

Seit einigen Jahren lässt sich beobachten, dass Personen über 50 Jahren in der Schweiz häufiger Sozialhilfe beziehen. Gemäss den Zahlen der nationalen Sozialhilfestatistik, stieg das Risiko bei 50- bis 64-Jährigen von der Sozialhilfe abhängig zu sein zwischen 2011 und 2016 über 20 Prozent, deutlich mehr als bei jüngeren Personen. 

Dies ist auch im Kanton Glarus der Fall. Wurden Personen über 50 im 2011 im Durchschnitt etwas mehr als zwei Jahre lang unterstützt, waren es 2017 rund dreieinhalb Jahre. Dies lässt die Schlussfolgerung zu, dass sich trotz ausbleibendem Anstieg der Fallzahlen in dieser Alterskategorie die Art des Bezugs auch im Kanton Glarus verändert hat. Die Tendenz zeigt deutlich in Richtung langfristiger Unterstützung und verdeutlicht die Problematik des beruflichen Wiedereinstiegs bei Sozialhilfefällen in fortgeschrittenem Alter.

Sozialhilfebeziehende nach Altersklassen, Kanton Glarus, 2008-2017
Sozialhilfebeziehende nach Altersklassen, Kanton Glarus, 2008-2017
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