Am Achten Achten 2018 fällt im «Schützenhaus» der Startschuss
Die neuen Pächter des Restaurants «Schützenhaus» in Glarus sind die alten vom «Römerturm» in Filzbach. Somit haben bald wieder sämtliche zehn Gastrobetriebe, die der Gemeinde gehören, offen.
Die neuen Pächter des Restaurants «Schützenhaus» in Glarus sind die alten vom «Römerturm» in Filzbach. Somit haben bald wieder sämtliche zehn Gastrobetriebe, die der Gemeinde gehören, offen.
Gemeindepräsident Christian Marti macht sich ein – um einen Tag verspätetes – Geburtstagsgeschenk. Frohgemut kann er am gestrigen Donnerstag zwei Namen verkünden: diejenigen der neuen Pächter des Restaurants «Schützenhaus». Diese wechseln ihr Arbeitsfeld mit Traumaussicht auf den Walensee nicht gegen die Glärnischwand vor dem Kopf, sondern hin zum Abendglühn des Schilts. Die neuen Pächter sind nämlich die alten vom «Römerturm», einem Viersternehotel, das im Glarnerland mit zu den besten zählt.
Start mit Schnapszahl
Markus Kunde und Stefan D. Schlegel starten im «Schützenhaus» mit einer Schnapszahl: Die Wiedereröffnung ist am 8.8.2018. Dann wird dem monumentalen Gebäude aus dem Jahre 1860 wieder Leben eingehaucht. Auch Lebensfreude, nachdem es über ein Jahr ein trauriges, weil geschlossenes Dasein fristete. Dies, weil auch die Gemeindeversammlung vom November 2017 dem «Schützenhaus»-Umbau eine Ohrfeige erteilt hat.
Kostenlos wird der Pächterwechsel auch diesmal nicht werden. Der Steamer gehört ins Museum – Jahrgang 1995. Kosten: 35 000 Franken. Weitere 15 000 werden für werbelose Sonnenschirme aufgewendet. Macht summa summarum: 50 000 Franken. Das ist weniger als ein Achtel des gescheiterten Verpflichtungskredits.
Kein Convenience Food, das Menü für unter 20 Franken
Markus Kunde und Stefan D. Schlegel versprechen ihren Gästen dafür keinen Convenience Food. Das Mittags-Menü wird für 19.50 Franken serviert, die Pasta frisch gemacht. Zwischendurch gibts hausgemachte Brötchen oder Glace aus eigener Herstellung. «Unter Berücksichtigung der einheimischen Lieferanten», verkündet Kunde.
Die Kochkellen wird Küchenchef Danny Gögel schwingen. Ein alter Bekannter vom «Römerturm», dessen Spezialität es ist, Farben auf den Teller zu zaubern. Ein Mann, der auch ein richtig gutes Zürigschnätzlets samt Rösti kochen kann.
Christian Marti kann sich über ein verspätetes Geburtstagsgeschenk freuen: Sämtliche Betriebe des «obersten Beizers» von Glarus haben jetzt wieder einen Pächter.
Freuen dürfen sich die Vertreter der Vereine. Diese werden vom Pächterpaar auf einen Willkommens-Apéro eingeladen. «Weil wir auch auf diese Institutionen setzen wollen», sagt Kunde. Und weil die Liebe einerseits durch den Magen, andererseits auch durchs Gehirn geht, soll im «Schützenhaus» auch vermehrt zur Hochzeit gespeist werden.
Das sind die neuen Gastgeber
Wer aber sind die beiden neuen Gastgeber im «Schützenhaus»? Markus Kunde ist in Heide (Norddeutschland) geboren. Sein Handwerk lernte er in der Hafenstadt Husum. Seit 1999 lebt er in der Schweiz, wo er seine Erfahrungen in diversen gehobenen Gastronomiebetrieben erweitern konnte. Neben der Gastronomie sind seine zwei Hunde seine zweite Leidenschaft.
Im «Römerturm» übernehmen die Nachkommen der Besitzer
Stefan D. Schlegel ist in Mols im Heidiland geboren. Die Ausbildung zum eidgenössisch diplomierten Restaurateur schaffte er 2003 bis 2006 während seiner Anstellungszeit im Hotel «Römerturm», das er zusammen mit Kunde seit fünf Jahren führt. Das Engagement endet, weil in Zukunft die Nachkommen der Besitzer den Betrieb übernehmen möchten.
Umso mehr freuen sich Stefan D. Schlegel und Markus Kunde auf ihre neue Herausforderung im Glarnerland. So wie sich Gemeindepräsident Christian Marti über sein verspätetes Geburtstagsgeschenk freut. Der «oberste Beizer» von Glarus hat nämlich ein Problem weniger. Sämtliche «seiner» insgesamt zehn Restaurants sind wieder offen: darunter die fünf grossen, das «Schützenhaus», «Gesellschaftshaus», «Uschenriet», «Bergli» und die «Schwammhöhe». Wenn das kein Grund zum Anstossen ist!
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