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Zurücklehnen können sich die Glarner Bauern noch nicht

Die Glarner Landwirtschaft bleibt im Wandel. Herausforderungen bringen nicht nur das Wetter und die Politik des Bundes. Selbst die Digitalisierung macht keinen Halt vor den Bauern.

Südostschweiz
02.03.18 - 04:30 Uhr
Wirtschaft
Illustre Gästeschar: Diverse Politiker und Funktionäre lassen sich vor Ort über die Situation der Glarner Bauernsame informieren.
Illustre Gästeschar: Diverse Politiker und Funktionäre lassen sich vor Ort über die Situation der Glarner Bauernsame informieren.
HANS SPECK

Von Hans Speck

Den Leitspruch «Morgenstund hat Gold im Mund» kennen Bäuerinnen und Bauern aus ihrer täglichen Arbeit nur zu gut. So war es für sie nichts Aussergewöhnliches, schon in den Morgenstunden zur Hauptversammlung des Glarner Bauernverbandes im Saal des Gesellschaftshauses in Ennenda anzutreten. Wie zu Beginn einer Session im Bundeshaus eröffnete Fritz Waldvogel, Präsident des Glarner Bauernverbandes, die Hauptversammlung mit einer Glocke. Mit Reto Kubli aus Netstal als Vertreter der Junglandwirte und dem Molliser Andrian Winteler wurde der Vorstand um zwei Mitglieder erweitert.

Waldvogel erwähnte das wirtschaftlich raue Umfeld. Thema waren aber auch die Wetterkapriolen während des ganzen Jahres. Der Frost im April richtete bei Obst und Weinbau grossen Schaden an. Sogar im Futterbau waren Frostschäden sichtbar. Trotz dieser Unbill konnten qualitätsmässig gute Futtervorräte eigebracht werden. Die Marktlage bei der Milch entspannte sich zu Beginn des Jahres leicht. Trotzdem konnten die Preise nur minimal verbessert werden, sodass die Produktionskosten nach wie vor nicht gedeckt sind. Eine gute Nachfrage beim Rindfleisch federte die schlechten Erlöse bei der Milch etwas ab. Guten Absatz fanden die Schafe, bei den Schweinen waren die Preise tief, eine Erholung ist nicht in Sicht.

Schweizer stehen zur Landwirtschaft

Mit Zufriedenheit hat die Landwirtschaft das Resultat der Volksabstimmung zur Ernährungssicherheit zur Kenntnis genommen. Dieses war ein klares Bekenntnis der Bevölkerung zur inländischen Landwirtschaft.

Um bei den Gewässerräumen zum gemeinsamen Nenner zu kommen, müssen die Direktbetroffenen früh einbezogen werden.

Hingegen stiess die Gesamtschau zur Landwirtschaft des Bundesrates auf Unverständnis. Bundesrat Schneider- Ammanns Aussagen ernteten Empörung. Ein weiteres brisantes Thema sind die Gewässerräume. Bisher konnte keine befriedigende Lösung gefunden werden. Um hier zu einem gemeinsamen Nenner zu kommen, müssen die Direktbetroffenen früh einbezogen werden.

Beim Schweizer Bauernverband stehen verschiedene Themen auf der Agenda, unter anderem die Digitalisierung in der Landwirtschaft, die Agrarpolitik 22 plus, die Volksinitiative für sauberes Wasser, der Aktionsplan Pflanzenschutz, die Strategie 2018, die Kuhhorn-Initiative, die Futtermittelversorgung in der Schweiz sowie die bilateralen Abkommen mit der EU.

Grussadressen entboten abschliessend Regierungsrätin Marianne Lienhard, die nebst Informationen aus ihrem Departement ihre Verbundenheit zur Landwirtschaft mit klaren Voten bekundete. Die Zusammenarbeit zwischen Regierung und Verband sei ausgezeichnet. Marco Baltensweiler, Leiter Abteilung Landwirtschaft des Kantons, überbrachte News von seiner Abteilung, während Giochen Bearth, stellvertretender Kantonstierarzt GR/GL, sich eine enge Zusammenarbeit mit den Landwirten des Kantons Glarus wünschte.

Homöopathie und Ehrungen

Gleich zu Beginn der Verhandlungen musste Präsident Waldvogel das vorgesehene Referat mit Diplom-Meteorologe Daniel Gerstgrasser von Meteo Schweiz wegen Krankheit absagen. Als perfekten Ersatz referierte der bekannte Homöopath Jürg Tschümperli aus Trin nach Abschluss der Hauptversammlung über das hochinteressante Thema über die «Verwendung von homöopathischen Mitteln bei Tieren und über Tierernährung», das viele der Anwesenden mit grossem Interesse verfolgten. Krönender Abschluss einer in jeder Beziehung gelungenen Hauptversammlung war die Ehrung von zwölf Absolventen der landwirtschaftlichen Fachschulen. Dieses feierliche Prozedere wurde vom Präsidenten des Glarner Bauernverbandes Fritz Waldvogel persönlich vorgenommen.

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