Viel Regen bringt viel Segen
Glarus, die Strommaschine: 2017 war ein gutes Jahr für die Wasserkraftwerke. Das niederschlagsreiche Jahr hat zu einer hohen Stromproduktion geführt. Am Aufholen ist aber auch die Sonnenenergie.
Glarus, die Strommaschine: 2017 war ein gutes Jahr für die Wasserkraftwerke. Das niederschlagsreiche Jahr hat zu einer hohen Stromproduktion geführt. Am Aufholen ist aber auch die Sonnenenergie.
Im Jahr 2017 lag die Produktion an Elektrizität im Kanton Glarus über dem Durchschnitt. Die Stromproduktion erreichte mehr als das Dreifache des Verbrauchs im Kanton.
Die Nettoproduktion an Elektrizität ohne Pumpbetrieb betrug 1024 Gigawattstunden (GWh), das ist ein Achtel mehr als im Vorjahr. Die Wasserkraft trug dazu 934 GWh bei und bedeutet einen Anteil von über 90 Prozent. Der Stromverbrauch im Kanton betrug demgegenüber lediglich 330 GWh pro Jahr, wie Jakob Marti, Leiter Hauptabteilung Umwelt, Wald und Energie, gestern mitteilte.
Auf dem Vormarsch ist aber auch die Solarenergie. Die Fotovoltaik lieferte 2017 mehr Strom als im Vorjahr. Es wurden wiederum einige Anlagen in Betrieb genommen, wodurch die gesamte produzierte Elektrizitätsmenge auf etwa 6,5 GWh stieg. Jakob Marti stellt dabei einen Trend zu grösseren Anlagen fest. In Bilten, Näfels, Mollis, Schwanden und Braunwald werde am meisten Sonnenstrom produziert.
Weniger Strom aus Abfall
Die Elektrizitätsproduktion der Kehrichtverbrennungsanlage Niederurnen (KVA Linth) lag mit 81,3 GWh leicht unter dem Wert des Vorjahres, während jene der Kläranlage Glarnerland wie im Vorjahr knapp 2 GWh betrug. Trotzdem: Die Elektrizität im Kanton Glarus stammt immer noch überwiegend aus der Wasserkraft. Deren durchschnittliche Produktion lag zwischen den Jahren 2000 und 2017 bei 856 GWh und damit tiefer als 2017. Die aktuelle überdurchschnittliche Stromproduktion ist vor allem auf die recht hohen Niederschläge zurückzuführen.
Strom aus Abfall und Sonne
Daneben sind aber auch andere Faktoren entscheidend. Der wichtigste ist das Stauvolumen der grossen Speicher wie Limmernsee, Klöntalersee und Muttsee am Anfang und Ende des Jahres. 2017 gab es beim Stand der Stauvolumen Anfang und Ende des Jahres keine grossen Differenzen. Ein anderer Faktor sind die Inbetriebnahme und die Ausserbetriebnahme von Kraftwerken. 2017 wurden die Kraftwerke Cotlan in Rüti, Rufi in Hätzigen, Seidendruckerei in Mitlödi und Holenstein II in Glarus in Betrieb gesetzt. Dagegen wurde Ende 2016 die Fassung Linthschlucht der Kraftwerke Linth-Limmern (KLL) eingestellt, wodurch die Produktion auf der Stufe Linthal deutlich zurückging.
Das grössere Restwasser am Fätschbach seit Dezember 2015 hat die Produktion dieses Kraftwerks im Vergleich zum langjährigen Schnitt ebenfalls deutlich verringert. Im Pumpspeicherwerk Limmern der KLL wurde die vierte Maschine in Betrieb genommen. Der Pumpbetrieb dieses Kraftwerks ist in die Berechnung des Kantons aber nicht einbezogen.
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