Otis geht, Eberle kauft
Die Liftbau-Firma Otis schliesst ihren Standort in Ennenda. Lange wird die Liegenschaft aber nicht leer stehen: Die benachbarte Hans Eberle AG kauft die beiden Gebäude und schafft dank eines neuen Grossauftrags zehn Arbeitsplätze.
Die Liftbau-Firma Otis schliesst ihren Standort in Ennenda. Lange wird die Liegenschaft aber nicht leer stehen: Die benachbarte Hans Eberle AG kauft die beiden Gebäude und schafft dank eines neuen Grossauftrags zehn Arbeitsplätze.
Ein Zügelwagen mit Bündner Nummernschildern parkiert schon vor der Lieferanten-Zufahrt des Liftbauers Otis. Ende Monat ist fertig. Der neue Besitzer der ehemaligen Liftbau-Firma Müller-Leuthold verlegt den Standort von Ennenda nach Chur (siehe Infokasten).
Andreas Zweifel kann den Umzug aus dem Sitzungszimmer seiner Firma beobachten. «Wir bedauern natürlich, dass wir unsere langjährigen Nachbarn verlieren», sagt der Geschäftsführer der Hans Eberle AG. Doch aus geschäftlicher Sicht erweist sich der Wegzug als Glücksfall.
Das auf Blechbearbeitung spezialisierte Unternehmen wächst seit Jahren und braucht zusätzlichen Platz. Bauland bekommt es an seinem Standort aber keines mehr. Dafür konnte Eberle nun die beiden Gebäude der Otis kaufen. Über den Preis haben die Unternehmen Stillschweigen vereinbart.
«Keine Pläne, aber viele Ideen»
Die Liegenschaft der Müller-Leuthold AG steht etwas eingeklemmt zwischen dem Hänggiturm und dem Areal der Hans Eberle AG. Einige Anpassungen an den Gebäuden werde es wohl brauchen, sagt Zweifel. Aber dann werden die Gebäude schnell gebraucht: Zuerst wird die Firma sie als Lager benutzen. Sie zügelt das Aussenlager von der ehemaligen Tridonic-Fabrik ennet den Gleisen zurück auf das eigene Areal.
Eberle plant zudem den Bau einer neuen Produktionshalle, die 2019 eines ihrer alten Gebäude ersetzen soll. Während dieses abgerissen und neu gebaut wird, ziehen die Arbeiter und Maschinen in die neu erworbenen Räume. Wie der Platz danach genutzt wird, ist noch offen. «Es gibt noch keine konkreten Pläne, aber viele Ideen», sagt Zweifel. «Wichtig ist, dass wir mit dem Erwerb der Liegenschaft Optionen erhalten, die wir bisher nicht hatten.»
Eberle baut zu einer Zeit aus, da andere Firmen dem Glarnerland den Rücken kehren. Zweifel warnt aber: «Den Frankenkurs spüren wir jeden Tag. Dagegen helfen Automatisierung, Effizienzsteigerung und gute Ideen.»
Grossauftrag für Kaffeemaschinen
Einen Teil der Arbeitsplätze, die mit dem Liftbauer nach Graubünden abwandern, ersetzt die Hans Eberle AG. Das Unternehmen hat kürzlich einen Grossauftrag erhalten, der über mehrere Jahre läuft: Um bis zu zehn Arbeitsplätze wird sie ihre Belegschaft aufstocken, um Blechteile für Kaffeemaschinen zu fertigen. Eberle wird dann rund 150 Mitarbeiter beschäftigen.
Zu den Kunden gehören Industriefirmen, die ihre Teile weiter verarbeiten. Nur selten sind die Produkte im Alltag zu sehen, welche die Arbeiter und Maschinen schneiden, stanzen und formen: So kommen etwa die Abfall- und Zeitungssammler in den Doppelstöckern der SBB aus Ennenda.
Ueli Weber ist stellvertretender Redaktionsleiter der «Glarner Nachrichten». Er hat die Diplomausbildung Journalismus am MAZ absolviert und berichtet seit über zehn Jahren über das Glarnerland.
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