Olma-Jubiläum - die Ostschweiz feiert unter sich
Am 12. Oktober beginnt in St. Gallen die 75. Ausgabe der Olma, der Schweizer Messe für Landwirtschaft und Ernährung. Gast ist wie bei der ersten Ausgabe der Nachbarkanton Thurgau.
Am 12. Oktober beginnt in St. Gallen die 75. Ausgabe der Olma, der Schweizer Messe für Landwirtschaft und Ernährung. Gast ist wie bei der ersten Ausgabe der Nachbarkanton Thurgau.
Zu sehen sind in der Stadt St. Gallen bisher erst die Vorboten der Jubiläums-Olma: Die 75 Plakate, mit denen die Schweizer Messe für Landwirtschaft und Ernährung seit ihrer Gründung warb.
Ab Donnerstag nächster Woche strömt dann das Publikum zum Messegelände. Im letzten Jahr waren es 365'000 Besucherinnen und Besucher. Das war ein Rückgang um drei Prozent.
Anbauschlacht beim Start
Als vor 75 Jahren die erste Olma organisiert wurde, herrschte in der Schweiz Lebensmittelknappheit, die dadurch notwendige Anbauschlacht forderte die Landwirtschaft. Das war 1943 und als erster Gast wurde damals der Nachbarkanton Thurgau eingeladen.
Dies ist bei der aktuellen Ausgabe nicht anders: Beim Jubiläum bleibt damit die Ostschweiz unter sich. Thurgau und St. Gallen pflegen zwar seit jeher enge Kontakte und bei vielen Themen eine enge Zusammenarbeit - und doch ist es keine Beziehung ohne Störgeräusche.
Das zeigte sich, als der Thurgauer Regierungsrat der Lancierung eines Ostschweizer Metropolitanraums namens St. Gallen-Bodensee eine Absage erteilte. Oder als der Thurgauer Grosse Rat im September einen halben Vormittag lang über die beim Nachbarn geplante Zusammenlegung der Fachhochschulen diskutierte - und dabei nicht wenig Kritik zu hören war.
Diese Themen dürften allerdings im unvermeidlichen Gedränge in den verschiedenen Olmahallen kaum eine Rolle spielen. Betont werden vor allem die vielen Gemeinsamkeiten. Der Thurgau präsentiert sich unter dem Motto "De Leu isch los" am traditionellen Festumzug am ersten Olma-Samstag und mit einer Sonderschau.
Armee und Biodiversität
Rund 600 Aussteller sind an der 75. Olma präsent. Darunter auch die Schweizer Armee: An einer Sonderschau zeigen Gebirgsspezialisten aus Andermatt ihre Fähigkeiten und führen Truppenköche vor, wie sie die Mannschaft verpflegen.
In der Sonderschau "Spielend zum nachhaltigen Einkauf" geht es um die Themen Biodiversität, Landwirtschaft und Klimawandel. Unter anderem erläutern dort Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre Forschung und stehen im Forums-Café Rede und Antwort.
Als Reminiszenz an die Anbauschlacht könnte man die Produkteschau über einheimisches Wintergemüse verstehen: Vorgestellt werden neben Sauerkraut, Rüebli und Lauch auch unbekanntere Produkte wie Federkohl, Flower Sprout oder Pastinaken.
Die Olma findet von 12. bis zum 22. Oktober in St. Gallen statt.
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