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Innovativ sein geht schlecht allein

Am Unternehmerlunch der Glarner Handelskammer vom Dienstag stand die Initiative Nüglarus den Unternehmern Red und Antwort zu ihrem Ziel, dem «gemeinsamen Weg zum innovativen Kanton».

Südostschweiz
28.06.17 - 17:59 Uhr
Wirtschaft
Im Austausch: Martin Zopfi (links), CEO Technische Betriebe Glarus, unterhält sich nach der Präsentation mit Unternehmern.
Im Austausch: Martin Zopfi (links), CEO Technische Betriebe Glarus, unterhält sich nach der Präsentation mit Unternehmern.
KILIAN MARTI

von Kilian Marti

Innovation tönt so positiv nach Aufschwung, dass leicht vergessen wird, dass es immer auch  Veränderung bedeutet», sagt Nüglarus-Mitglied Thomas Marti, CEO Marti Engineering AG, am gutbesuchten Anlass. Um die Veränderung und eben die Innovation im Kanton voranzubringen, wurde die Initiative Nüglarus gegründet. Denn: «Viele KMU sind zu klein, um allein richtige Innovationen vorwärts zu treiben», erklärt Nüglarus-Präsident Roberto Balmer.

Diese Innovationen werden Co-Innovation Channel, Co-Working und E-Gov genannt. Was das aber konkret ist, wird den geladenen CEO und Informatikchefs nur ansatzweise erklärt. Bevor man wirklich etwas Innovatives machen könne, müsse zuerst die Umfrage ausgewertet werden, erwähnt Roberto Balmer. Diese Umfrage, welche Live am Unternehmerlunch durchgeführt wurde, beinhaltete zwei Fragen: «Welche Themen könnten im Markt Mehrwert schaffen?» Und: «Was blockiert die Innovation im regulatorischen/ E-Government-Bereich bei Kanton und Gemeinden am meisten?».

Schritt für Schritt

Einen Tag nach dem Anlass veröffentlichte Nüglarus eine Top-Ten der Umfrage-Resultate. So sehen die Glarner CEO und Informatikchefs in der Technologiebeobachtung das grösste Potenzial für ihren Markt.

Und innovativ blockiert fühlen sie sich von der öffentlichen Verwaltung am meisten durch die vielen Anfragen bei verschiedenen Stellen und Leuten, bis man das erreicht, was man will. Generell missfällt den Unternehmern der mangelnde Innovationsprozess in der Verwaltung – diese Antwort war am zweitmeisten in der Umfrage ausgewählt worden. Mehr zu den Umfragewerten sagen möchte Nüglarus aber erst in einem halben Jahr am Kick-off-Treffen der Innovationsgruppe. Dieses findet am 6. September statt, und anmelden kann man sich dafür bereits heute auf der Website der Initiative.

In einer Medienmitteilung schreibt Nüglarus, wie es weitergeht: «Schritt für Schritt und mit externen Partnern wird Nüglarus dann sicherstellen, dass jedes Unternehmen, das sich bei der Initiative engagiert, schnell und günstig zu einer Lösung kommt, die das Potenzial hat, den Markt zu verändern.»

Im Klartext also: kein Klartext. Dieses ungestüme Auftreten von Nüglarus, das aber auch so hoffnungsvoll und persönlich ist, wiederspiegelt die von Thomas Marti beschriebene Innovation, die im Kanton entstehen soll. Diese kann, laut ihm, aber nur dann entstehen, wenn man nie voreilig wertet und von Anfang an offen gegenüber Neuem ist. Offen sind die Glarner Unternehmer, zahlreich wie sie am Dienstag erschienen sind.

Das ist die IG Nüglarus
Die Initiative Nüglarus wurde im Frühjahr 2017 gegründet, um den Kanton Glarus bei seiner wirtschaftlichen Entwicklung zu unterstützen. Nüglarus sieht sich selber als lösungsorierntierter Ideen- und Impulsgeber für Wirtschaft, Gesellschaft und Politik. Einen Meilenstein in der Digitalisierung hat Nüglarus mit der «schnellsten und günstigsten Datenautobahn der Alpen» erreicht, welche dem Glarnerland die schnellste Schweizer Internetverbindung ermöglicht. Präsident der Initiative ist Roberto Balmer, Dozent an der Universität Lugano und der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW).

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