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Rücktritt: Bündner Biathletin Selina Gasparin beendet ihre Karriere

Biathletin Selina Gasparin verkündet ihr Karriereende. Die Bündnerin darf auf eine erfolgreiche Laufbahn zurückblicken, die sie mit einer Silbermedaille an den Olympischen Spielen in Sochi krönte.

Südostschweiz
19.03.22 - 10:00 Uhr
Schneesport

Anlässlich ihres letzten Weltcuprennens auf dem Holmenkollen in Oslo hat die Biathletin Selina Gasparin am Samstag ihren Rücktritt bekannt gegeben. Die Engadinerin beendet nach 17 Jahren im Weltcup ihre Karriere. Sie gilt als erfolgreichste Biathletin der Schweiz.

Zeit für etwas Neues

Dass Gasparin ihre Karriere nach dieser Saison beenden will, sei ihr schon zu Beginn des Winters klar gewesen. «Es war eine Entschiedung, welche ich schon lange für mich gefällt habe», erklärt sie im Rahmen einer Medienkonferenz am Samstag. Sie wollte diesen Entscheid lediglich erst jetzt kommunizieren, damit sie nicht vor jedem Rennen daran erinnert wurde, dass es einer ihr letzten Auftritte sein wird.

Für viele wird es jedoch keine grosse Überraschung sein, dass sich die 37-Jährige nun aus dem Spitzensport zurück zieht. Sie habe lange genug Biathlon gemacht. «In zwei Wochen werde ich 38 Jahre alt und für mich ist jetzt ein guter Moment um etwas Neues an zufangen.»

Prägende Figur im Biathlonsport

Gemäss einer Mitteilung von Swiss-Ski gilt die 37-Jährige als eine Pionierin des Biathlonsports in der Schweiz. Nun entschied sich die Bündnerin nach insgesamt vier Olympia- und zwölf WM-Teilnahmen dazu, ihre erfolgreiche Karriere zu beenden. «Nach dieser Olympia-Saison sehe ich den idealen Zeitpunkt gekommen, meine lange Reise als aktive Biathletin zu beenden», lässt sich Gasparin zitieren.

Die Engadinerin könne auf eine Vielzahl an fantastischen, unvergesslichen Erlebnissen auf und abseits der Loipen und Schiessstände zurückblicken und freue sich, während fast zwei Jahrzehnten zur Entwicklung des Biathlonsports in der Schweiz beigetragen haben zu können.

Im Gespräch mit TV Südostschweiz sprach sie letzten Sommer noch über die Saisonvorbereitung 2021/2022:

TV Südostschweiz

Viele Erfolge auf dem Konto

Nach ihrem Wechsel vom Langlauf zum Biathlon 2004 war Gasparin zunächst während mehreren Jahren als einzige Schweizer Biathletin auf Weltcup-Stufe aktiv. In der Saison 2013/14 sorgte sie mit ihren Siegen in den Sprints von Hochfilzen und Le Grand-Bornand für die ersten Schweizer Weltcupsiege im Biathlon überhaupt.

Zwei Monate später feierte die älteste der drei im Weltcup startenden Gasparin-Schwestern den grössten Erfolg ihrer Karriere - sie sicherte sich an den Olympischen Spielen in Sotschi im Einzel über 15 km ohne Schiessfehler die Silbermedaille. Es war die erste und bisher einzige Olympiamedaille für die Schweiz im Biathlon.

Insgesamt stehen für die zweifache Mutter vier Podestklassierungen in Weltcup-Einzelrennen zu Buche. Zudem war sie Mitglied jenes Schweizer Quartetts, welches in der Saison 2019/20 die ersten drei Weltcup-Podestplätze einer Schweizer Frauen-Staffel herauslaufen konnte.

Wie Swiss-Ski weiter mitteilte, unterstützte Gasparin als Aushängeschild des Schweizer Biathlonsports zudem die Entwicklungen rund um die Roland Arena auf der Lenzerheide, der ersten international weltcuptauglichen Biathlonanlage der Schweiz. So war sie unter anderem Botschafterin der erfolgreichen Kandidatur für die Biathlon-Weltmeisterschaften 2025.

Ihren letzten Auftritt als aktive Biathletin wird Selina Gasparin Anfang April anlässlich der Schweizer Meisterschaften in Realp haben. (jac/sic)

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