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Nur Platz 14 für Schweizer Frauen-Staffel

Den ambitionierten Schweizer Frauen missglückt der Staffel-Auftritt an der WM in Lenzerheide. Das Quartett belegt beim überlegenen Sieg der Französinnen den enttäuschenden 14. Platz.

Agentur
sda
22.02.25 - 14:45 Uhr
Schneesport
Aita Gasparin (links) übergibt nach zwei fehlerfreien Schiessen an die Schweizer Schussläuferin Lena Häcki-Gross
Aita Gasparin (links) übergibt nach zwei fehlerfreien Schiessen an die Schweizer Schussläuferin Lena Häcki-Gross
KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER

Nach den zahlreichen Ehrenplätzen an dieser Heim-WM waren die Hoffnungen gross, dass es am vorletzten Tag endlich mit der ersten Schweizer Medaille an einer Biathlon-WM klappt. Die Organisatoren vermeldeten den Tagesrekord von 17'000 Zuschauern, die an diesem Samstag den Weg nach Lenzerheide gefunden haben. Doch die Schweizer Fans wurden früh enttäuscht.

Noch vor der ersten Ablösung waren die Medaillenchancen auf ein Minimum gesunken. Ausgerechnet die routinierte Elisa Gasparin zog einen schwachen Tag ein. Als Startläuferin brachte die 33-jährige Engadinerin in ihrem zehnten und letzten WM-Staffelrennen an einer WM die Schweiz trotz drei Nachladern mit einer Strafrunde vorentscheidend ins Hintertreffen.

Als 19. übergab Elisa Gasparin mit bereits über einer Minute Rückstand auf einen Podestplatz an Amy Baserga, die am Schiessstand eine weitere Strafrunde nur knapp vermeiden konnte, worauf das Handicap auf eineinhalb Minuten anwuchs. Danach machte Aita Gasparin mit zwei fehlerfreien Schiessen Boden gut. Auf Platz 9 gestartet passierte Lena Häcki-Gross im Liegend-Schiessen ein sehr spezielles und seltenes Missgeschick. Sie brachte nur sieben von acht Schüssen ins Schwarze - und war zunächst völlig ratlos. Damit war eine Aufholjagd wie die von Österreich, das noch auf den 4. Platz nach vorne stiess, nicht möglich. Die Medaillen waren da wohl ohnehin bereits ausser Reichweite.

Häcki-Gross rätselt

Das Trefferbild von Häcki-Gross zeigte, dass alle Schüsse ausser dem ersten nahe beieinander waren. einfach leicht ausserhalb der Mitte. Der Wind war auch kein Problem. «Aus meiner Sicht waren alle Schüsse im Schwarzen», beteuerte die Obwaldnerin nach dem Rennen. Am Ende kamen die Sportlerin und die Trainerin nur zu einem Schluss.

«Wahrscheinlich waren die Matten zu warm geworden und der Schnee darunter etwas weicher», erklärte sie. «Eine vorherige Athletin, die etwas anders gelegen ist, hat eine kleine Mulde verursacht, sodass es auch bei meiner Position eine leichte Verlagerung gab.» Bei den minimalen Margen im Biathlon eine fatale Situation.

Frankreich siegt überlegen

Den Sieg holte mit über einer Minute Vorsprung auf die zweitplatzierten Norwegerinnen Titelverteidiger Frankreich, Bronze ging mit Schweden an einen weiteren Mitfavoriten.

Die Schweizerinnen hatten sich nach den bisher oft so knapp verpassten Medaillen an dieser WM ebenfalls Hoffnungen auf das Podest gemacht. Dafür hätte aber alles zusammenpassen müssen. Das tat es bei Weitem nicht. Tränen flossen am Ende aber nicht in erster Linie deswegen, sondern wegen des emotionalen Abschieds von Elisa Gasparin.

Um 15.05 Uhr starten die Männer in den Staffel-Wettkampf. Zum Abschluss der Titelkämpfe im Bündnerland stehen am Sonntag noch die Massenstartrennen im Programm.

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