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Eine Sprinterin, ein Flieger und ein Showman überzeugen

Die Weltbesten der Leichtathletik in den Diamond-League-Finals stellen am Donnerstagabend vor 25'000 Zuschauern ihr Können unter Beweis. Die Grüscherin Annik Kälin ist eine davon.

Agentur
sda
09.09.22 - 07:13 Uhr
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Annik Kälin, als Dritte im Siebenkampf die fünfte Schweizer Medaillengewinnerin an der EM in München, klassierte sich in ihrer Paradedisziplin Weitsprung mit guten 6,50 m auf dem 5. Platz.
Annik Kälin, als Dritte im Siebenkampf die fünfte Schweizer Medaillengewinnerin an der EM in München, klassierte sich in ihrer Paradedisziplin Weitsprung mit guten 6,50 m auf dem 5. Platz.
Bild Jean-Chritophe Bott

Die Weltbesten der Leichtathletik in den noch ausstehenden 26 Diamond-League-Finals nutzten am Donnerstagabend die Gunst der Stunde, denn die Witterung präsentierte sich vor 25'000 Zuschauern wesentlich besser als prognostiziert. Insgesamt fielen drei Jahres-Weltbestleistungen.

Starke Leistung von Kälin

Annik Kälin, als Dritte im Siebenkampf die fünfte Schweizer Medaillengewinnerin an der EM in München, klassierte sich in ihrer Paradedisziplin Weitsprung mit guten 6,50 m auf dem 5. Platz.

Eine solide Leistung zeigte Ricky Petrucciani über 400 m. Der EM-Zweite über die Bahnrunde realisiert mit 45,31 Sekunden seine drittbeste Zeit in diesem Jahr und war dementsprechend zufrieden. Dagegen war bei Ditaji Kambundji, der EM-Dritten über 100 m Hürden, die Luft nach der anstrengenden Saison draussen. Die 20-Jährige blieb nach einen «instabilen» Rennen mit 13,22 Sekunden um 52 Hundertstel über der persönlichen Bestzeit und belegte als Neunte den letzten Platz.

Lyles und Duplantis setzen zwei tolle Schlusspunkte

Der Schluss des Abends gehörte Lyles und Duplantis. Der 200-m-Läufer aus den USA und der für Schweden startende Stabhochspringer boten Meeting-Rekorde. Aus einem 26. Weltrekord im Letzigrund wurde allerdings nichts. Duplantis liess es bei 6,07 m bewenden, und Lyles erhielt keine Windunterstützung. Immerhin bot er in 19,51 Sekunden eine Top-Leistung. Er tilgte den Meeting-Rekord von Usain Bolt (19,66). Auch der Weltrekord (19,19) liegt für den Amerikaner in Reichweite. Dies hat er heuer bereits bewiesen.

Jamaikas Weltmeisterin Shelly-Ann Fraser-Pryce stellte die Hierarchie über 100 m wieder her. Mit einem explosiven Start kaufte sie Herausforderin Shericka Jackson, der Siegerin von Brüssel, den Schneid ab. In 10,65 stellte die 35-Jährige einmal mehr eine Weltklasse-Zeit auf. Ohne Gegenwind wäre sogar die Jahresweltbestzeit (10,62) gefallen.

Nach gleichem Muster spulte Shericka Jackson eine Stunde später den 200-m-Lauf. Die Konkurrenz musste zuschauen, wie sie mit einer halben Sekunden Vorsprung gewann (21,80).

Im Hürdensprint der Frauen tilgte Tobi Amusan endlich den 22 Jahre alten Meeting-Rekord der legendären Gail Devers aus den USA. Die Weltmeisterin und Weltrekordhalterin aus Nigeria setzte sich in 12,29 Sekunden überlegen durch. Auch die Siegerzeit bei den Männern (13,02) durch Grant Holloway war hochklassig.

Den Abend hatte die 400-m-Läuferin Marileidy Paulino lanciert. Die Athletin von der Dominikanischen Republik gewann in der Jahresweltbestzeit von 48,99 Sekunden. Zu Paulino gesellte sich noch ein Duo. Der Norweger Jakob Ingebrigtsen über 1500 m (3:29,02) und der 800-m-Läufer Emmanuel Kipkurui Korir aus Kenia (1:43,26) setzten ebenfalls Bestmarken.

Ehammer verpasst die 8-m-Marke

Simon Ehammer war mit seinen Leistungen in diesem Jahr im Weitsprung ein Kandidat für eine Top-Platzierung im Stadion Letzigrund, für einmal lief es dem WM-Dritten in dieser Disziplin jedoch nicht wunschgemäss. Der 22-jährige Appenzeller, der in diesem Jahr an acht Wettkämpfen die 8-Meter Marke geknackt hatte, musste sich mit einer Weite von 7,93 m begnügen. Diese reichte lediglich zu Rang 5 unter den sechs Teilnehmern im Final der Diamond League.

Nur drei der sechs Sprünge von Ehammer waren gültig, einmal übertrat der EM-Zweite im Mehrkampf um 0,8 cm. Dieser Satz wäre wohl über acht Meter gewesen. So blieb ihm die Krönung einer überragenden Saison verwehrt. Den Sieg sicherte sich mit 8,42 m der griechische Olympiasieger und Europameister Miltiadis Tentoglou, den Ehammer am vorletzten Dienstag bei Meeting Spitzenleichtathletik Luzern noch bezwungen hatte.

Europameisterin Mujinga Kambundji ging über 200 m als Nummer 5 der Meldeliste ins Rennen. Von daher ist der 5. Rang als normal einzustufen. Zu einem Exploit reichten die Kräfte nach der happigen Saison mit WM und EM nicht mehr; mit 22,65 Sekunden war die 30-jährige Bernerin um sechs Zehntel langsamer als bei ihrem an der WM im Juli in Eugene im Halbfinal erzielten Schweizer Rekord von 22,05 Sekunden.

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