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Bayern oder PSG - wer zieht in den Champions-League-Final ein?

Der 5:4-Sieg von Paris Saint-Germain im Halbfinal-Hinspiel gegen die Bayern verzaubert die Fussballwelt. In München entscheidet sich am Mittwoch, wer in den Champions-League-Final einzieht.

Agentur
sda
06.05.26 - 05:00 Uhr
Fussball
Bayerns Luis Diaz (links) im Zweikampf um den Ball mit PSG-Verteidiger Marquinhos
Bayerns Luis Diaz (links) im Zweikampf um den Ball mit PSG-Verteidiger Marquinhos
KEYSTONE/EPA/YOAN VALAT

Nach dem Hinspiel wurden sämtliche Superlative bemüht, so hoch war das spielerische Niveau. PSG-Trainer Luis Enrique brachte es treffend auf den Punkt: Es sei «ein einzigartiges Fussballspiel» für ihn gewesen. Sein Team habe zwar gewonnen, «aber es hätte auch unentschieden ausgehen können, und wir hätten es auch verlieren können - das wäre nicht ungerecht gewesen.»

Die Frage vor dem Rückspiel ist daher einfach: Werden die Spieler in der Lage sein, eine solche Leistung zu wiederholen, um die Versprechen aus dem Hinspiel einzulösen und vielleicht sogar neue Höhen zu erreichen?

Bayern seit 2020 nicht mehr im Final

Der knappe Vorsprung des PSG lässt zumindest Raum für ein weiteres spektakuläres Szenario. Die beeindruckende «Symphonie» des Spiels, die die 22 Akteure vergangene Woche geboten haben, liess fast vergessen, worum es eigentlich geht: einen Platz im Final der Königsklasse am 30. Mai in Budapest.

Für PSG wäre es die dritte Finalteilnahme in sieben Jahren und die zweite in Folge für Luis Enrique. Der Spanier nähert sich Zinédine Zidane an. Dieser gewann mit Real Madrid 2016, 2017 und 2018 drei Titel in Serie.

Ein Finaleinzug würde PSG in einen exklusiven Kreis von Klubs führen - unter ihnen Real Madrid, Liverpool und Bayern München -, die seit der Reform (1992/93) mindestens zwei Champions-League-Finals in Folge erreicht haben. Vor allem würde die Finalteilnahme auch das Projekt des französischen Serienmeisters abermals bestätigen, der inzwischen auf ein Kollektiv setzt - ohne wirkliche Superstars nach der Ära Neymar, Mbappé und Messi.

Bayern strebt seinerseits seinen zwölften Final in der Königsklasse an, der letzte datiert vom sechsten Titelgewinn 2020 - dem 1:0-Sieg gegen PSG durch ein Tor von Kingsley Coman in einem trostlosen Geisterspiel aufgrund der Covid-19-Pandemie.

Eindrückliche Serie von PSG

Am Mittwoch in der Allianz Arena kehrt PSG an den Ort seines Traums zurück, wo der Klub Ende Mai 2025 erstmals die Champions League gewann - mit einer Machtdemonstration gegen Inter Mailand (5:0). Befreit von dem Druck, der sie früher lähmte, wirken die Pariser bei grossen Spielen heute deutlich selbstsicherer. Sie bestreiten ihren fünften Halbfinal in sieben Jahren (2020, 2021, 2024, 2025 und 2026).

Die letzte Halbfinal-Niederlage datiert von 2024 und gegen Borussia Dortmund (0:1 in Hin- und Rückspiel), als Enriques Equipe an ihrer mangelnden Chancenverwertung scheiterte. All das scheint angesichts der fünf Tore aus dem Hinspiel weit entfernt.

Seit zwei Jahren hat sich vieles verändert: Ousmane Dembélé ist zum offensiven (und sogar defensiven) Führungsspieler gereift, Chwitscha Kwarazchelja zeigt konstant starke Leistungen, das Pressing ist intensiv, die Umschaltmomente klar. Zudem gehört das Mittelfeld zu den besten Europas.

«Unseren Stil nicht ändern»

PSG ist inzwischen auswärts genauso stark wie im Parc des Princes - dank einer Mischung aus mentaler Stärke, kollektiver Geschlossenheit und jugendlicher Unbekümmertheit. Das Rückspiel im Viertelfinal vor drei Wochen in Liverpool (2:0-Sieg) ist dafür das beste Beispiel.

Die einzige Unsicherheit betrifft die Defensive. Gegen das offensivstarke Bayern-Trio - Luis Diaz, Michael Olise und Harry Kane - bekundete die Abwehr um Marquinhos und Willian Pacho im Hinspiel Probleme. Zudem fällt Rechtsverteidiger Achraf Hakimi wegen einer Oberschenkelverletzung aus.

«Es geht nicht nur um individuelle Qualität, sondern vor allem um ein funktionierendes System. Bei uns ist es ähnlich: Egal, wer auf der Position des Aussenverteidigers spielt, das Profil bleibt gleich», erklärte am Wochenende Joshua Kimmich, der überzeugt ist, dass es erneut ein Spektakel geben wird. «Wir werden unseren Spielstil und unsere Identität nicht ändern. Dafür waren wir bisher zu erfolgreich», kündigte der Mittelfeldspieler des FC Bayern an.

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