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FCRJ stellt sich mit breiterem Kader dem Abstiegskampf

Mit drei Punkten Vorsprung auf den Abstiegsplatz nimmt der FC Rapperswil-Jona die zweite Saisonhälfte der Challenge League in Angriff. Trainer Urs Meier hat Respekt vor der Situation, geht diese aber optimistisch an.

Bernhard
Camenisch
31.01.19 - 21:29 Uhr
Fussball
FCRJ-Trainer Urs Meier ist überzeugt, dass sein Team die nötigen Punkte für den Ligaerhalt holt.
FCRJ-Trainer Urs Meier ist überzeugt, dass sein Team die nötigen Punkte für den Ligaerhalt holt.
KEYSTONE

Mit Transferaktivitäten hielten sich die Challenge-League-Klubs in der Winterpause mehrheitlich zurück (siehe Übersicht unten). Die Ausnahme bildeten das Schlusslicht Chiasso und der FC Rapperswil-Jona. Zehn Abgängen – worunter aber lediglich der erst Ende Oktober dazugestossene Michel Morga-nella, Mike Kleiber und (Ersatz-)Goalie Andrea Guatelli zu den namhaften gezählt werden können – stehen beim FCRJ zehn Zuzüge gegenüber.

Bei den Neuen ragen Verteidiger Jérôme Thiesson und Mittelfeldspieler Sangoné Sarr heraus. Der 31-jährige Thiesson spielte für Bellinzona und Luzern mehr als 220 Partien in der Super League und war zuletzt in der US-Profiliga MSL tätig. Der 26-jährige Senegalese Sarr schoss den FC Zürich 2016 als einziger Finaltorschütze zum Cupsieg. Thiesson und Sarr bringen Routine mit, die das überwiegend junge FCRJ-Team gebrauchen kann. «Es braucht Spieler, zu denen die Jungen aufschauen können, und es braucht die Mischung aus erfahrenen und hungrigen, jungen Spielern», sagt Trainer Urs Meier.

Zu den Ersten zählt der Coach auch Goalie Diego Yanz, Verteidiger Jonas Elmer und Mittelfeldspieler Stéphane Nater. Zu Letzteren gehören etwa die Mittelfeldakteure Maren Haile-Selassie (19-jährig) und Pedro Teixeira (20). Auch sie sind neu und genauso wie Sarr und der 20-jährige Lavdrim Rexhepi, der schon vor der Winterpause vier Partien für den FCRJ bestritt, von Super-League-Klubs ausgeliehen.

Eigeninteressen sind sekundär

Bedenken, dass Leihspieler auf dem Platz in erster Linie in eigener Sache und darum für die Galerie spielen wollen, hat Meier nicht. «Jeder ist motiviert, bei uns zu sein, und weiss, dass es nur um das Interesse des Klubs geht und Eigeninteressen hinten anzustellen sind.»

«Es wird in der Rückrunde Nerven brauchen»
Urs Meier, FCRJ-Trainer

Das Interesse des Klubs ist der Klassenerhalt. Nach den ersten neun Spielen schien dieses Thema (zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung) kaum noch eines zu sein. Denn da hatte der FCRJ 16 Punkte auf seinem Konto. In den neun Partien seither sind nur noch zwei Zähler dazugekommen. Der letzte Sieg datiert vom 25. September. Auf Rang 8 ist das Polster auf den Abstiegsplatz auf drei Zähler geschmolzen.

Urs Meier hält mit Recht fest, dass sich sein Team nie hängen, nie abschiessen liess. Und er kennt die Gründe für die Resultatbaisse. Einer ist, dass die Kaderbreite nicht ausreichte, um Ausfälle, die sich phasenweise massiv angehäuft hatten, zu kompensieren. Mit den Transfers in der Winterpause hat der Klub reagiert. «Nun haben wir die Breite, dass jeder eins zu eins ersetzt werden kann», sagt Meier. Dies ist wichtig für ihn, aber auch für die Spieler. «Sie brauchen diese Konkurrenz, diesen Druck. Jeder soll sich jede Woche neu beweisen müssen.»

Die Nummer 1 ist zurück

Meier sagt, dass es ihm eine Freude sei, mit den jungen Spieler zu arbeiten. Er führt mit ihnen viele Gespräche, will ihnen die Angst davor nehmen, Fehler zu machen. Mit Freude registriert Meier, der in seiner zweiten Saison als Trainer des FCRJ ist, auch, dass Diego Yanz wieder gesund und einsatzbereit ist. Nachdem sich ihr Stammgoalie im Herbst verletzt hatte, gewannen die Rapperswil-Joner vor der Winterpause nie mehr.

Im Fussball hat der 57-jährige Meier schon genug erlebt, um sich wegen der Tabellensituation nicht nervös machen zu lassen. «Als Cheftrainer muss ich ruhig bleiben», erklärt er und fügt an: «Aber es wird in der Rückrunde Nerven brauchen, denn drei Punkte sind nichts.» Hole sein Team in den zweiten 18 Spielen nochmals 18 Punkte, so rechnet Meier vor, sehe es für den Klassenerhalt gut aus. «Ich bin optimistisch.»

Da zwischen dem Tabellenfünften und -zehnten nur elf Zähler liegen, ist noch die halbe Liga in den Abstiegskampf involviert. Der FCRJ-Coach erklärt, dass mit der Rückrunde eine neue Meisterschaft beginne. In dieser startet Rapperswil-Jona am Sonntag (15 Uhr) beim Tabellenzweiten Winterthur, ehe das vor der Pause so formstarke Aarau ins Grünfeld kommt.

Für den Auftakt auf der Winterthurer Schützenwiese nimmt sich der FCRJ vor, «zu punkten. Das ist in jedem Spiel unser Ziel», erklärt Meier. Er wünscht sich, dass seine Spieler den guten Eindruck aus der Vorbereitung umsetzen und mutig und mit Leidenschaft zu Werke gehen. Verzichten muss der Coach in Winterthur auf Diego Ciccone, Merlin Hadzi, Yanik Frick (rekonvaleszent respektive verletzt) sowie Matteo Pasquarelli und Kemil Festic, die beide gesperrt sind.

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