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Wahlbündnis gegen Netanjahu: «Wer wagt, gewinnt»

In Israel ist ein Wahlbündnis gegen Ministerpräsident Benjamin Netanjahu entstanden - der daran beteiligte frühere Ministerpräsident Naftali Bennett spricht von einer guten Entscheidung.

Agentur
sda
27.04.26 - 13:31 Uhr
Politik
Die ehemaligen israelischen Ministerpräsidenten Naftali Bennett (l) und Yair Lapid geben auf einer gemeinsamen Pressekonferenz bekannt, dass ihre Parteien bei den kommenden Wahlen in Herzliya, Israel, gemeinsam antreten werden. Foto: Ariel Schalit/AP/dpa
Die ehemaligen israelischen Ministerpräsidenten Naftali Bennett (l) und Yair Lapid geben auf einer gemeinsamen Pressekonferenz bekannt, dass ihre Parteien bei den kommenden Wahlen in Herzliya, Israel, gemeinsam antreten werden. Foto: Ariel Schalit/AP/dpa
Keystone/AP/Ariel Schalit

«Wer wagt, gewinnt», schrieb Bennett auf der Plattform X, nachdem er am Sonntag mit Oppositionsführer Jair Lapid angekündigt hatte, gemeinsam bei der kommenden Wahl anzutreten. Regulär soll am 27. Oktober ein neues israelisches Parlament gewählt werden. Die Opposition hofft, dann die Koalition von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu abzulösen.

Zerstrittene Opposition - Bündnis soll Machtkämpfe beenden

Er und sein «Freund» Lapid warteten nicht darauf, dass ihnen der Sieg zufalle, sagte Bennett weiter. Beide hätten stattdessen gemeinsam die Initiative ergriffen. Ihr Bündnis nennt sich «Zusammen». Es soll von dem aus dem national-religiösen Lager stammenden Bennett angeführt werden, dessen Partei derzeit in Meinungsumfragen deutlich besser abschneidet als Lapids Partei Jesch Atid.

Mit dem Schritt würden interne Machtkämpfe im liberalen Lager beendet, hiess es in einer Stellungnahme der beiden. Die Opposition tut sich wegen interner Konflikte häufig schwer, an einem Strang zu ziehen. Trotz unterschiedlicher Ansichten wollten Lapid und er für das Wohl der israelischen Bevölkerung kämpfen, teilte Bennett mit. Zentrales Thema für das neue Bündnis soll Bennett zufolge unter anderem auch die Wehrpflicht für ultraorthodoxe Juden in Israel sein.

Lapid ist in der politischen Mitte angesiedelt. Er hatte sich in der Vergangenheit auch für eine Zweistaatenlösung ausgesprochen.

Beide waren früher in einer Regierungskoalition

Eine Anti-Netanjahu-Koalition der beiden hatte 2021 die Wahl gewonnen. Diese wurde damals von acht Parteien vom rechten bis zum linken Spektrum getragen - darunter war erstmals auch eine arabische. Bennett und Lapid waren damals jeweils eine Zeit lang Ministerpräsidenten. Das Bündnis zerbrach allerdings nach rund anderthalb Jahren wieder. Bei der darauffolgenden Wahl setzten sich Netanjahu und seine Koalition durch – die am weitesten rechts stehende Regierung der israelischen Geschichte.

Seit dem Hamas-Massaker am 7. Oktober 2023 auf Israel sind Netanjahus Beliebtheitswerte Umfragen zufolge gesunken. Es ist unklar, ob die rechtsreligiöse Regierung des Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu dabei erneut eine Mehrheit erzielen kann. Laut aktuellen Umfragen stehen die Chancen für Netanjahus Koalition derzeit nicht gut.

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