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Gericht schafft Dealer aus

Ein Drogenhändler der albanischen Drogenmafia wird zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt – wovon er aber nur ein Jahr absitzen muss. Dann darf er zehn Jahre nicht mehr in die Schweiz einreisen.

Fridolin
Rast
10.11.17 - 04:30 Uhr
Politik
Der 31-jährige Albaner wurde im November 2016 in einem Motel in Glarus Nord verhaftet.
Der 31-jährige Albaner wurde im November 2016 in einem Motel in Glarus Nord verhaftet.
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Die Strafe wurde im abgekürzten Verfahren ausgesprochen. Den Antrag dafür hat der Verteidiger des Angeklagten Bekim* gestellt, so das Urteil des Kantonsgerichts. Es hat den Deal zwischen Staatsanwalt und Angeklagtem geprüft und gebilligt. Bekim wird wegen Drogenhandels verurteilt. Er muss von den 30 Monaten Gefängnis zwölf absitzen und darf mindestens zehn Jahre lang nicht mehr in die Schweiz kommen. 12'600 Franken in bar, die bei ihm beschlagnahmt wurden, zieht das Gericht zur Bezahlung der Verfahrenskosten ein. Was übrig bleibt, geht an die Verfahrenskosten von drei Komplizen.

Der 31-jährige Albaner wurde im November 2016 in einem Motel in Glarus Nord verhaftet. Laut der Anklageschrift fand die Polizei in seinem Zimmer 3,5 Kilo Heroin, mit einem Gehalt von 380 Gramm reinem Stoff. Bekim war Mitglied der mittleren Hierarchiestufe und musste sich ein schweres Verschulden anrechnen lassen. Bekim hatte keine Beziehung zur Schweiz, er kam einzig für den Drogenhandel ins Land, aus einem Dorf namens Berat, wo er sich wie offenbar viele andere aus finanzieller Not für die Drogenmafia rekrutieren liess.

Sie kommen wieder und wieder

Der Drogenring, dem Bekim angehörte, bestand laut einer früheren Meldung der Polizei aus zehn Albanern zwischen 19 und 51 Jahren sowie einem 55-jährigen Schweizer, angeblich als Touristen und Autohändler unterwegs.

Die Drogenmafia wies Bekim den Weiterverkauf an Kleindealer als Arbeit zu und bezahlte ihm angeblich einen Lohn von 2'500 Franken pro Monat. Für das Zimmer, das er in Glarus Nord bewohnte, habe er 1'300 Franken bezahlt. Seine konkreten Anweisungen will er von unbekannten Auftraggebern bekommen haben.

Männer wie Bekim standen immer wieder vor Gericht, seit die Glarner Polizei in den letzten Jahren mehrere Male gegen die albanischen Drogenhändler vorging. Manche von ihnen stehen nicht das erste Mal vor dem Richter: Weil sie Schulden bei der Organisation begleichen müssen, kommen sie nach ihrer Ausweisung zurück in die Schweiz. Möglich, dass Bekim noch in der Zürcher Strafanstalt Pöschwies sein unbedingtes Jahr Gefängnis absitzt, möglich, dass er dieser Tage aus der Schweiz abgeschoben worden ist.

* Name von der Redaktion geändert

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