16 Millionen fürs SGU: Kanton setzt auf Minimalvariante
Die Lintharena ist ein akuter Sanierungsfall. Der Verwaltungsrat würde gern 36 Millionen ausgeben und dafür auch noch die Attraktivität steigern. Kein Geld, sagt dazu der Regierungsrat und zeigt auf, wie viel er an die Sanierung des Sportzentrums Glarner Unterland beitragen will.
Die Lintharena ist ein akuter Sanierungsfall. Der Verwaltungsrat würde gern 36 Millionen ausgeben und dafür auch noch die Attraktivität steigern. Kein Geld, sagt dazu der Regierungsrat und zeigt auf, wie viel er an die Sanierung des Sportzentrums Glarner Unterland beitragen will.
Mit 36 Millionen Franken könnte die Lintharena in Näfels nicht nur das marode, über 40 Jahre alte Hallenbad sanieren. Sie könnte auch noch dank neuen Angeboten mehr Gäste anziehen und besser bestehen in der Konkurrenz mit anderen Angeboten. Weshalb der Verwaltungsrat und der Planungsausschuss diese Variante 1 vorziehen (siehe unten). Doch ohne sehr viel Geld von Kanton und Gemeinde wird es nicht gehen.
Nun zeigt der Regierungsrat auf, wie weit er mit der kantonalen Unterstützung gehen will. Und was er rund um die Lintharena-Sanierung von der Besitzer-Genossenschaft und von der Standortgemeinde Glarus Nord erwartet. Der Regierungsrat erläutert seinen Antrag an den Landrat im jüngsten Bulletin. Dieser soll dann Kredit und Gesetzesänderung der Landsgemeinde 2018 vorlegen.
Nur kleine (oder reine) Sanierung
Die 36-Millionen-Wunschvariante (Variante 1) voll mitzufinanzieren, kommt für den Regierungsrat nicht in Frage. «Aus grundsätzlichen Überlegungen» könne nur die reine Hallenbad-Sanierung zu 100 Prozent vom Kanton finanziert werden. An den weiteren Anlageteilen könne sich der Kanton nur mit den Prozentsätzen beteiligen, die im Kasak stehen, dem kantonalen Sportanlagenkonzept.
Auf dieser Basis sei nur eine reine Sanierung laut Variante 2 finanzierbar, sagt der Regierungsrat. Damit bremst der Regierungsrat sowohl die Lintharena-Leitung als auch die Gemeinde, die beide die 36-Millionen-Variante unterstützen. Ihre Argumente: Sie sei betriebswirtschaftlich interessanter und mache Gemeinde und Kanton touristisch wesentlich attraktiver.
Als Kantonsbeitrag an die Minimalvariante ergäben sich 16,1 Millionen. Der Regierungsrat berechnet die jährlichen Abschreibungslasten für Kanton und Gemeinde auf 785 000 Franken während 33 Jahren. Er will den Kantonsanteil aus einer Bausteuer von 0,4 Prozent finanzieren. Denn man müsse künftig mit zweistelligen Millionendefiziten rechnen und dürfe nicht die Erfolgsrechnung zusätzlich belasten. Die Steuern würden dadurch noch nicht steigen, weil Bausteuern für frühere, inzwischen bezahlte Investitionen auslaufen.
Eine Lex Lintharena
Auch um die Beiträge von 16 Millionen bezahlen zu können, müssen allerdings erst der Landrat und dann die Landsgemeinde das Gesetz ändern. Denn heute seien die Sanierungen die grosse Herausforderung, doch Beiträge für Sportanlagen ermöglicht das Gesetz nur bei Neubauten und Erweiterungen. Auch für Sanierungsbeiträge, die es künftig geben soll, müssen die betreffenden Anlagen aber im Sportanlagenkonzept aufgelistet sein.
Wenn es um besonders hohe Investitionen geht, soll es neu sogenannte «erweiterte» Beiträge geben, die über die heutigen 20 bis 40 Prozent hinausgehen. Solche neue und besonders hohe Kantonsbeiträge seien bisher nur für die Lintharena absehbar, so der Regierungsrat. Womit eine Art Lex Lintharena absehbar ist.
Weiter sollen künftig Landrat und Landsgemeinde Rahmenkredite bewilligen, mit denen die Investitionspläne laut Kasak finanziert werden.
Gemeinde soll übernehmen
Im Gegenzug will der Kanton selber mitreden können und die Gemeinde(n) ebenfalls verpflichten. Glarus Nord soll aber seine eigenen Investitionsbeiträge von 8,9 Millionen erleichtert abschreiben können, abweichend vom Finanzhaushaltgesetz.
Auch so noch wird die Gemeinde Glarus Nord mit Variante 2 jährlich zwei Millionen Franken tragen müssen. Würde sie Variante 1 realisieren, so wären es sogar 2,3 Millionen oder eine Million mehr als ihre heutigen Gesamtkosten vom Leistungsauftrag übers Schulschwimmen bis zur finanziellen Nothilfe.
Die Gemeinde soll aber auch das Eigentum an der Lintharena und damit den Gebäudeunterhalt übernehmen. Nur der Betrieb soll bei der Genossenschaft bleiben, die im Rahmen einer Leistungsvereinbarung einen Betriebsbeitrag bekäme. Diese Lösung ist aus Sicht eines Projektausschusses von Kanton, Gemeinde und Verwaltungsrat die beste, ihr müsste aber die Gemeindeversammlung Glarus Nord zustimmen. Alternative laut Regierungsrat: Die Gemeinde schreibt für den Lintharena-Betrieb einen Auftrag aus.
Letztmals unterstützt hat der Kanton die Lintharena bei der Sanierung 2002 bis 2005. Sie kostete 31 Millionen, der Kanton zahlte 13,5 Millionen. Aus einem erhofften selbsttragenden Betrieb wurde nichts, heute weiss man laut Regierungsrat, dass Hallenbäder zwar mit den Eintritten bestenfalls betrieben, aber niemals auch unterhalten und erneuert werden könnten.
Zwei Varianten: Mehr Attraktivität oder nur das Nötigste
Für die Sanierung der Lintharena SGU (Sportzentrum Glarner Unterland) liegen zwei Varianten vor:
In Variante 1 wird die Anlage komplett saniert inklusive die Mehrbettzimmer. Und die Lintharena soll dank Erweiterungen attraktiver werden. Das heisst: Ein Warmwasser-Aussenbecken kompensiert ein Stück weit, dass es kein Freibad mehr gibt. Kinder und Jugendliche bekommen einen Planschbereich und eine Rutschbahn. Im Lernschwimmbecken wird ein Hubboden eingebaut. Die Saunas werden komplett erneuert. Für die Fussballer entstehen zusätzliche Garderoben, und der Kunstrasenplatz wird saniert. Der Park wird neu und attraktiv gestaltet. Mit dieser Variante entstehe ein Betriebsdefizit von 795'000 Franken jährlich, wird der SGU-Verwaltungsrat zitiert.
Variante 2 kostet 24,1 Millionen Franken und beschränkt sich auf die reine Sanierung des Bestehenden. Das heisst: Es kommt keine der Erweiterungen. Nur Anpassungen an geänderte Normen und Vorschriften inklusive nötige Anpassungen im Aussenbereich werden gemacht (wo das Aussenbad aufgegeben wird.). Mit dieser Variante entstehe jedes Jahr ein Betriebsdefizit von 1,02 Millionen. (fra)
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Ja, ja, so eine Bad ist…
Ja, ja, so eine Bad ist schon ein Geldvernichtungs-Klotz am Bein jeder Gemeinde. Ich habe das live miterlebt in Schmerikon, wo es rund zehn Jahre lang jedes Jahr hiess, im nächsten Jahr wird die Badi geschlossen aufgrund der hohen Kosten. Doch letztes Jahr packte man es endlich an und sanierte erstaunlich umfassend. In Schmerikon wollten sich die umliegenden Schulgemeinden nie an den laufenden Kosten beteiligen, nutzten aber das Bad als Schulschwimmbad. Welcher Gemeinderat will seinen Steuerzahlern in der eigenen schon am Limit befindlichen Gemeinde auch verkaufen, dass nun eine Nachbarbadi mitfinanziert werden soll? Sooo wichtig ist Schwimmen ja auch nicht ... oder doch?
Ich denke, dieses Problem findet sich häufiger. Hallenbad-Anlagen sollten heutzutage regional getragen werden, denn schnell schiessen Kosten in ungeahnte Höhen. In Deutschland werden reihenweise Bäder rigoros geschlossen und aufgegeben. Zentralisierung heisst das Stichwort. Schwimmen verliert an Reiz, Spielbäder laufen auch nur noch, wenn sie ohne Konkurrenz sind und sich ständig neue Special-Effects einfallen lassen.
Ich bin gespannt, welche Lösung man für die Linth-Arena finden wird!