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Nach dem Cryptoc(r)ash trifft man sich vor dem Richter

Bei der Firma Cryptocash läuft nichts mehr. Sie wollte in Linthal mit der Internetwährung Bitcoin Geld scheffeln. Nach dem Crash wird nun jedoch ihr Präsident per Amtsblatt vor den Richter geladen.

Fridolin
Rast
19.09.17 - 04:30 Uhr
Politik
Bei der Firma Cryptocash läuft nichts mehr.
Bei der Firma Cryptocash läuft nichts mehr.
SYMBOLBILD PIXABAY

Die Kraftprobe ist auf Anfang Oktober angesetzt. Dann werden die Cryptocash AG und ihr Präsident vom Gerichtspräsidenten im Amtsblatt zu einem Gerichtstermin vorgeladen, «zur Hauptverhandlung betreffend Forderung».

Der Vorgang ist nicht völlig ungewöhnlich. Trotzdem ist die Geschichte pikant. Denn die Cryptocash, die in Linthal Server zum Verkehr mit der Internetwährung Bitcoin betrieb, hatte ihre Tätigkeit offenbar schon Anfang Jahr eingestellt. Der Traum vom grossen Internetgeld ist für Linthal geplatzt.

Öffentlichkeit fordert Geld zurück

Das Nachsehen hat die Öffentlichkeit. Denn die Ausstände, über die der Richter entscheiden muss, haben die Gemeinde Glarus Süd und deren Technische Betriebe (TBGS) in Betreibung gesetzt. Bei den TBGS bestätigt das Verkaufsleiter Beat Good. Über die Höhe der Forderung gegenüber Cryptocash macht er allerdings keine Angaben.

Dazu will auch Gemeindepräsident Mathias Vögeli nichts sagen. Doch erklärt er, wie die Forderung der Gemeinde begründet ist. «Der Gemeinderat hatte einen Start-up-Beitrag an Cryptocash beschlossen.» Dieser sei an Bedingungen geknüpft und in einer Vereinbarung mit dem Firmenboss besiegelt worden. Einer der Hauptpunkte sei, dass die Bitcoin-Firma ihren Sitz nach Glarus Süd verlegen sollte. Dazu sei es trotz Versicherungen nie gekommen. Was nun dazu geführt hat, dass auch die Gemeinde das Geld zurückfordert und letztlich die Betreibung einleitete.

Der Firmenchef sagt nichts

Die Gemeinde hat laut Vögeli Energiekosten und Start-Installationen finanziert – und damit Leistungen der Technischen Betriebe. Eine Starthilfe, die im Gemeinderat intensiv diskutiert worden und letztlich an die Sitzverlegung gekoppelt worden sei. Und die aus einem Fonds vom Fätschbachkraftwerk kam.

Schöpft schon die Mine kein Bitcoin-Geld mehr, so soll wenigstens das Franken-Geld nicht verloren sein, mit dem die Gemeinde der Cryptocash auf die Beine helfen wollte.

Deren Verwaltungsratspräsident sagt auf Anfrage, er wisse von der Forderung nichts. Und zu weiteren Fragen will er keine Stellung nehmen.

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