Glarner Abwasser wird teurer
Die ARA Glarnerland wird für 49 Millionen ausgebaut. Das macht das Abwasser fast um die Hälfte teurer.
Die ARA Glarnerland wird für 49 Millionen ausgebaut. Das macht das Abwasser fast um die Hälfte teurer.
Letztes Jahr hat der Abwasserverband Glarnerland in der Abwasserreinigungsanlage (ARA) Bilten gut 7,5 Millionen Kubikmeter Wasser geklärt. Das Volumen entspricht einem Würfel mit fast 200 Metern Kantenlänge. Die Kosten dafür betragen laut dem soeben erschienenen Geschäftsbericht 5,5 Millionen Franken. Diese werden von den sechs Verbandsgemeinden getragen.
Die Kosten werden laut Finanzplan für 2020 auf 8,6 Millionen Franken steigen. Für die Jahre 2025 sogar auf 9,1 bis 9,8 Millionen. Der Grund dafür: 2016 hat die Verbandsführung beschlossen, die ARA auszubauen. Laut Vorprojekt sind 49 Millionen Franken nötig, um auch die neusten gesetzlichen Vorschriften zu erfüllen. Mit dem geplanten zusätzlichen biologischen Verfahren sollen auch Mikroverunreinigungen künftig aus dem Wasser entfernt werden.
Nach dem Sernftal nun die Walenseedörfer
Die ARA Sernftal ist Geschichte, das Abwasser wird seit 2016 in Bilten geklärt. Verhandelt wird nun darüber, auch die ARA Quarten-Mittensee in Murg aufzugeben und ihr Netz an die ARA Bilten anzuschliessen. Damit würden Kerenzen sowie die Gemeinde Quarten mit den Dörfern Mols, Oberterzen, Quarten, Unterterzen, Murg und Quinten zum Verbandsgebiet kommen. Laut Steckbrief des St. Galler Amts für Umwelt hat 2016 die Anlage 414 000 Kubikmeter Wasser gereinigt, 18-mal weniger als die ARA in Bilten.
Verbandspräsident Georg Banzer schreibt im Bericht, der Ausbau des Abwassernetzes sei weitgehend beendet, für abgelegene und schwach besiedelte Regionen gebe es andere Lösungen. Die Geruchsproblematik in Unterbilten wird von der Hochschule Rapperswil weiterverfolgt. Neue Erkenntnisse seien im Sommer oder Herbst zu erwarten.
Misstöne zwischen Verband und Gemeinden
Und es scheint aus der Sicht von Georg Banzer Unstimmigkeiten zu geben: «Durch verschiedene Abgänge bei den Gemeinden im Abwasserbe-reich ist eine gute Zusammenarbeit im Moment nicht mehr gewährleistet.» Das habe zu Verzögerungen bei der Erfahrungsaustausch-Gruppe und beim Generellen Entwässerungsprojekt geführt, so der ARA-Verbandspräsident.
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