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Wird der Sparhammer noch grösser? St. Galler Finanzkommission will fast 200 Millionen sparen

Die Finanzkommission des St. Galler Kantonsrats will die Staatsausgaben bis 2028 um 180 Millionen Franken kürzen und gleichzeitig die Steuern senken. Damit geht sie weiter als die Regierung.

Linth-Zeitung
05.02.25 - 15:36 Uhr
Linthgebiet
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Muss sparen: Der Kanton St. Gallen will in den kommenden Jahren bis zu 180 Millionen weniger ausgeben.
Bild Keystone

Die Finanzkommission des Kantons St. Gallen will drastischer sparen als die Regierung vorgeschlgen hat. Das teilt sie am Mittwoch in einer Mitteilung mit. Für die Jahre bis 2028 werden Sparmassnahmen im Umfang von 180 Millionen Franken verlangt. «Schwerpunktmässig, aber nicht abschliessend» sollen die Kürzungen den Personal- und Sachaufwand sowie die Staatsbeiträge treffen, heisst es im Antrag. Ziel der Kommission ist es, «die Staatsquote stabil zu halten».

Die Regierung hatte anfangs Januar ein Entlastungspaket im Umfang von 120 bis 150 Millionen Franken angekündigt. Sie rechnet für die Jahre bis 2028 mit weiteren hohen Defiziten. Für 2026 sagt sie ein Minus von 169 Millionen Franken voraus.

Zu den Gründen gehören steigende Staatsbeiträge, etwa für Hospitalisationen oder Ergänzungsleistungen. Mit den Sparmassnahmen soll der Abbau des Eigenkapitals gebremst werden. Ende 2025 werden die Reserven bei rund 800 Millionen Franken liegen.

Steuern senken nicht gleich, aber in der Zukunft

Nach der Präsentation der Sparpläne forderte die SVP-Fraktion Aufwandkürzungen von 200 Millionen Franken. Zusammen mit FDP und Mitte verlangte die Fraktion zudem weitere Steuersenkungen.

Damit beschäftigte sich auch die Finanzkommission. Wegen der angekündigten Defizite erachte sie «derzeit Steuersenkungen als nicht angezeigt». Die Regierung solle aber eine Steuerstrategie erarbeiten, die «strategische Leitplanken für künftige steuerliche Anpassungen» beinhalte.

Die Aufgaben- und Finanzplanung mit den Sparzielen wird der Kantonsrat in der kommenden Frühjahrssession beraten. Diese findet vom 10. bis 12. März statt. (lz/sda)

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