Die Bikerinnen sind erneut stark und die Footballer NLC-Meister – das Sportwochenende im Überblick
Erstmals in ihrer Klubgeschichte gewinnen die Glarus Orks die Nationalliga C. Und unsere Mountainbikerinnen überzeugen. So lief das Sportwochenende aus regionaler Sicht.
Erstmals in ihrer Klubgeschichte gewinnen die Glarus Orks die Nationalliga C. Und unsere Mountainbikerinnen überzeugen. So lief das Sportwochenende aus regionaler Sicht.
Mountainbike: Nicole Koller zweimal Fünfte und Bestergebnis für Züger
Die Mountainbikerinnen und Mountainbiker aus der Region standen am Wochenende in Andorra im Rahmen des Weltcups im Einsatz. Auf der selektiven Strecke auf über 1500 Metern über Meer gehörte Nicole Koller einmal mehr zu den schnellsten Fahrerinnen der Welt. Die 28-Jährige aus St. Gallenkappel überzeugte sowohl im Short-Track als auch im Cross-Country. Im Kurzrennen am Freitag, das von Alessandra Keller gewonnen wurde, fehlten Koller als Fünfte elf Sekunden auf das Podest. Im Cross-Country-Rennen vom Sonntag fuhr Koller konstant unter den besten Zehn mit. Am Schluss resultierte für sie erneut Rang 5 – auf das Podest fehlen ihr 50 Sekunden. Damit war Koller die zweitbeste Schweizerin hinter der zweitplatzierten Alessandra Keller. Überhaupt ist Nicole Kollers Konstanz beeindruckend. Die St. Gallenkappelerin fuhr im sechsten Saisonrennen bereits zum sechsten Mal unter die besten acht Fahrerinnen der Welt und liegt in der Gesamtwertung an zweiter Stelle hinter der Neuseeländerin Samara Maxwell, die in Andorra ihren zweiten Saisonsieg einfuhr.
Mit Tina Züger überzeugte auch die zweite Fahrerin aus der Region im Cross-Country-Rennen. Die Riednerin zeigte in Andorra ein starkes Rennen. War ihr Bestresultat im Weltcup bisher ein 38. Platz 2023 in Les Portes du Soleil, übertraf sie dieses nun in Pal Arinsal. Mit Platz 31 klassierte sich Züger so weit vorne wie noch nie in einem Kräftemessen mit den Besten der Welt. Auf Siegerin Maxwell verlor Züger gut neuneinhalb Minuten.
Weniger gut lief es den Männern aus der Region. Im Short-Track vom Freitag musste der Joner Lars Forster wegen einer kleinen Verletzung am Gesäss passen. Lange war offen, ob der in Rieden wohnhafte Forster im Cross-Country wird starten können. Er tat es, jedoch schien er noch immer angeschlagen und beendete das Rennen mit viereinhalb Minuten Rückstand auf Sieger Tom Pidcock aus Grossbritannien auf Rang 31.
Auch Marcel Guerrini kam im Hauptrennen nicht so wirklich in Fahrt. Der Neuhauser klassierte sich auf Rang 21, sein Rückstand betrug knapp drei Minuten. Als bester Fahrer aus der Region Zürichsee-Linth positionierte sich Dario Lillo. Der Eschenbacher wurde im Short-Track 17., womit er sich auf Instagram zufrieden zeigte: «Die Konstanz ist da, es fehlen nur noch die letzten Prozente.» Im Cross-Country-Rennen bestätigt Lillo seine gute Form und klassiert sich auf Platz 13. Es ist sein bisher bestes Ergebnis als Elitefahrer im Cross-Country und der disziplinenübergreifend sechste Top-15-Platz in dieser Saison. Mit diesem Resultat war der Eschenbacher der viertbeste Schweizer hinter Nino Schurter (7.), Fabio Püntener (11.) und Mathias Flückiger (12.). Andri Frischknecht, der ebenfalls dem VC Eschenbach angehört, fuhr auf Platz 42.
American Football: Glarus Orks gewinnen die Nationalliga C
Es ist ein Meilenstein in der Klubgeschichte der Glarus Orks. Das American-Football-Team, das seine Heimspiele im Rapperswiler Lido austrägt und mit diversen Spielern aus der Region gespickt ist, ist seit Sonntagabend zum ersten Mal überhaupt Schweizer Meister der Nationalliga C. Die Orks gewinnen nämlich das Finalspiel in Neuenburg gleich mit 33:16. Dank zwei Touchdowns und zwei Field Goals führen die Orks bereits zur Pause mit 20:16. «Rund 100 Fans sind nach Neuenburg mitgereist – für uns war es daher wie ein Heimspiel. Es war grossartig», sagt Vereinspräsident Kilian Pianta. Nach der Pause lassen sie dann keine gegnerischen Punkte mehr zu und scoren selbst noch zum Endstand von 33:16. «Ich denke, der Sieg ist verdient – auch wenn es zur Pause noch ausgeglichen war. Letztlich waren wir das bessere Team. Besonders unsere Defense liess in der zweiten Halbzeit überhaupt nichts mehr zu», bilanziert Pianta. Nach dem Spiel kannte der Jubel keine Grenzen mehr. Die Spieler fielen sich um den Hals und jubelten ausgiebig.
«Dieser Sieg fühlt sich grossartig an. Nach der Finalniederlage im vergangenen Jahr ist es eine riesige Genugtuung», sagt Pianta. 2024 hatten die Orks das Endspiel gegen die Geneva Whoppers verloren – nun holen sie den Pokal erstmals in die Region. «Wir wussten, dass wir gute Chancen haben, wenn wir ruhig bleiben und unser Spiel durchziehen. Ich hatte das Gefühl, dass die Nervosität bei den Neuenburgern grösser war als bei uns», so Pianta weiter.
Mit dem Meistertitel erhalten die Orks das Aufstiegsrecht in die Nationalliga B. Ob sie diesen Schritt auch wagen, ist jedoch noch offen. «Aktuell kann ich nicht sagen, in welcher Liga wir nächste Saison spielen. Das müssen wir im Vorstand und im Team besprechen», sagt Pianta. Ein Aufstieg hätte für den Verein finanzielle und organisatorische Konsequenzen: «Er bedeutet Mehrkosten und eine höhere Trainingspräsenz – beides muss gewährleistet sein», so Pianta weiter. Zunächst gehe es nun aber für Spieler und Staff in die wohlverdienten Ferien, ehe im September die Vorbereitung auf die neue Saison beginne.
Lars Morger arbeitet seit 2022 als Redaktor Sport mit Schwerpunkt Eishockey und Schwingen für die Sportredaktion der «Südostschweiz»-Medienfamilie.
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