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Der FC Rapperswil-Jona hat allen Grund zur Freude: Er siegt – und der Leader patzt

Das Promotion-League-Team des FC Rapperswil-Jona erledigt seine Pflicht im Heimspiel gegen die U-21-Equipe des FC Zürich, gewinnt mit 3:0. Es ist ein Sieg, der die Rosenstädter vom Aufstieg in die Challenge League träumen lässt.

Linth-Zeitung
19.04.25 - 22:00 Uhr
Linthgebiet
FCRJ-Marchand
Wegweisendes Führungstor in der 21. Minute: Dimitri Volkart (links) und Helaku-Josué Schmidt feiern den Torschützen Yannick Marchand.
Bild: Chris Melo

Elmedin Hasanbasic

Promotion-League-Tabellenführer Kriens patzte am Gründonnerstag im vorgezogenen Spiel am Genfersee beim Mittelfeldklub Vevey und verlor mit 1:2 (das Siegtor des Heimteams fiel in der 90. Minute). Es ist einer jener Ausrutscher, auf die der FC Rapperswil-Jona im Aufstiegsrennen hoffen musste angesichts seines Rückstands auf den Leader. Am kommenden Samstag kommt es in Kriens zum Direktduell dieser beiden Teams. Die Rosenstädter wussten also: Erledigen sie im Heimspiel gegen die U-21-Mannschaft des FC Zürich die Pflicht, winkt eine Woche später sogar die Chance, die Krienser zu überholen.

Die Ausgangslage

Acht Partien in Folge blieb der FCRJ vor dem Heimspiel gegen die jungen Zürcher ohne Niederlage. Ein weiterer Sieg würde die Gastgeber bis auf zwei Punkte an Kriens heranrücken lassen. Zürich hingegen hat eine Menge zu verlieren und könnte gar erstmals in dieser Saison auf einen Abstiegsrang rutschen. Grund genug, dass sich FCZ-Sportchef Milos Malenovic und FCZ-Assistent Johan Vonlanthen die Affiche vor 663 Zuschauenden im Joner Grünfeld nicht entgehen lassen wollten.

Das Spiel

Die Hälfte aller Feldspieler der U-21 des FCZ stand in der laufenden Saison schon in der Super League auf dem Platz. Zur Einordnung: Mit 40 Spielern ist der FC Zürich jener Super-League-Klub, der im laufenden Championat am meisten Akteure eingesetzt hat. Diese Rochaden wirken sich auch auf die U-21 aus – die fehlende Konstanz war dem Team von Trainer Dennis Hediger in den Startminuten in Form von Stellungsfehlern immer wieder anzusehen.

Auf der anderen Seite vertraute FCRJ-Coach David Sesa praktisch derselben Elf wie schon am letzten Spieltag, ersetzte auf dem Flügel lediglich Samba So durch Dauerbrenner Dimitri Volkart. Clever, denn Volkart war es, der beim Rapperswiler Führungstreffer in der 21. Minute Yannick Marchand bediente. Fast hätte sich Volkart Minuten später auch selbst belohnt, sein Schlenzer aus 20 Metern strich allerdings knapp am Pfosten vorbei.

Auf der anderen Seite hatte FCRJ-Goalie Alan Omerovic gegen seine Ex-Teamkollegen nur wenig Arbeit. Dieser Umstand veranlasste die Zürcher, in der Pause gleich dreifach zu wechseln. Nützen tat es nicht. Im Gegenteil: Fünf Minuten nach Wiederanpfiff erhöhte der FCRJ durch Joseph Ambassa auf 2:0. Die Vorentscheidung? Tatsächlich. Die Zürcher konnten nicht mehr, die Rosenstädter musste nicht. Für den Schlussstand sorgte dann FCRJ-Captain Enes Yesilcayir eine Minute vor Schluss – 3:0.

Der Schreckmoment

Keine vier Minuten dauerte der Auftritt von FCRJ-Aussenläufer Samba So. Gleich bei der ersten Szene nach seiner Einwechslung in der 82. Minute verletzte sich der Offensivmann und musste wieder ausgewechselt werden. Bitter für den FCRJ, der auf den in der Winterpause verpflichteten Goalgetter So auch schon in den ersten Spielen nach der Winterpause aufgrund einer Verletzung verzichten musste.

Die Tore

21. Minute: Florian Kamberi pflückt eine Flanke herunter und leitet auf Volkart weiter. Dieser bedient Yannick Marchand, der aus gut 20 Metern abzieht und den Ball in die linke untere Ecke hämmert – keine Chance für FCZ-Goalie Silas Huber.

50. Minute: Ein scharf getretener Freistoss in den Fünfmeterraum wird zur perfekten Vorlage für Joseph Ambassa, der am höchsten steigt und zum 2:0 einnickt.

Akrobatisch: Joseph Ambassa zelebriert seinen Kopfballtreffer zum 2:0 mit einem Salto.
Bild: Chris Melo

88. Minute: Bahadir Yesilcayir fängt einen missglückten Zürcher Befreiungsschlag ab, legt sich den Ball vor und schlenzt ihn überlegt in die untere Ecke zum 3:0.

Die Stimme

«Es war wichtig, die Pflicht zu erfüllen und nicht schon an die Partie von nächster Woche gegen Kriens zu denken. Nach dieser abgeklärten Leistung können wir das nun tun. Nächste Woche könnte eine Vorentscheidung fallen. Wir haben nun einen Lauf und wollen in Kriens um jeden Preis gewinnen», blickt FCRJ-Captain Yesilcayir auf das Spitzenspiel von kommendem Samstag voraus.

Trikot und Nerven halten: Der FC Rapperswil-Jona (am Ball Helaku-Josué Schmidt) fährt gegen den neuen Tabellenvorletzten den erwarteten Sieg ein.
Bild: Chris Melo

Das Fazit

Weil der FC Biel ebenfalls gewinnt (3:2 bei der U-21 des FC Luzern), liegt dieser nun punktgleich mit Leader Kriens auf dem 2. Rang. Dahinter lauert der FCRJ auf Platz 3 mit zwei Punkten Rückstand. Fünf Spieltage vor Schluss geht es nun in die ganz heisse Phase. Schafft es der FCRJ tatsächlich noch, die beiden vor ihm platzierten Teams zu überholen und sich somit die lange herbeigesehnten Rückkegr in die Challenge League zu realisieren? Eine wegweisende Antwort gibt es kommenden Samstag im Topspiel der Woche.

Rapperswil-Jona – Zürich II 3:0 (1:0)

Grünfeld. – 683 Zuschauende. – SR: Marco Helbling.
Tore: 21. Marchand 1:0. 50. Ambassa 2:0. 88. Yesilcayir 3:0.
Rapperswil-Jona: Omerovic; Pousa, Ambassa, Hasani, Morgado; Charveys (70. Yesilcayir); Marchand, Saliji; Schmidt, Volkart (82. So, 88. Näpfer); Kamberi (70. Wiskemann).
Zürich U21: Huber; Bohon, Ihendu (46. Kovacevic), Vukelic (72. Tchamda), Volken (46. Muata); Fiorini, Okafor; Di Giusto; Afriye, Nvendo (63. Lhakpa), Greco (46. Mahar).
Bemerkungen: Rapperswil-Jona ohne Tia, Ajeti, Padula und Ribeiro. – Verwarnungen: 62. Charveys, 64. Afriye, 78. Mahar.



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