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Zürichsee-Fischer fangen 2024 über 200 Tonnen – im Linthkanal siehts ganz anders aus

Fischerinnen und Fischer am Zürichsee zogen 2024 überdurchschnittlich viele Fische an Land. Im Linthkanal hingegen wurde das zweittiefste Resultat seit Messbeginn verzeichnet. Was die Gründe dafür sind. Und welche Auswirkungen die Quaggamuschel hat.

Linth-Zeitung
17.06.25 - 10:36 Uhr
Linthgebiet
Zweittiefster Wert: Im Linthkanal wurden 2024 nur 88 Kilogramm Fische gefangen.
Zweittiefster Wert: Im Linthkanal wurden 2024 nur 88 Kilogramm Fische gefangen.
Bild Kanton St. Gallen

Fischerinnen und Fischer am Zürichsee konnten sich im Jahr 2024 über weitgehend gute Fänge freuen. Der Gesamtertrag lag am Zürich- und Obersee mit 212 Tonnen Fische zwölf Prozent über dem langjährigen Mittel, wie die Fischereikommission Zürichsee, Linthkanal und Walensee in einer Medienmitteilung schreibt. 

Zu diesem erfreulichen Resultat trugen insbesondere die sehr guten Fänge von Felchen und Hechten am Zürich- und Obersee bei, und dies nicht nur bei den Berufsfischern. Freizeitanglerinnen und -angler fingen sogar doppelt so viele Felchen wie im Vorjahr – ein Zeichen eines guten Bestandes. 

Am Walensee hingegen sind die Fänge mehrheitlich zurückgegangen. Lediglich bei den Seeforellen konnte ein überdurchschnittliches Resultat erreicht werden. In den Netzen des einzigen verbleibenden Berufsfischers blieben vor allem Felchen hängen. Hingegen ist der Hecht die häufigste Beute der Freizeitanglerinnen und -angler am Walensee. 

Starke Einschränkungen am Linthkanal 

Am Linthkanal bedeutet das Fangergebnis von 88 Kilogramm Fischen das zweittiefste Resultat seit Beginn der Erfassung. Die schlechten Fangresultate der vergangenen Jahre haben das Fischereikonkordat dazu bewogen, per 1. Januar 2025 die Fischerei am Linthkanal auf zwei Drittel der Länge komplett zu untersagen, vorerst für die Dauer von drei Jahren. 

Zwei Drittel: Die Fischerei am Linthkanal ist grösstenteils untersagt.
Zwei Drittel: Die Fischerei am Linthkanal ist grösstenteils untersagt.

Das Fangmoratorium werde von einem intensiven Monitoring begleitet, um die Wirkung der Einschränkungen sowie der Lebensraum-Aufwertungsmassnahmen wie zum Beispiel Kiesschüttungen zu überwachen, heisst es in der Mitteilung weiter.

Meldepflicht wegen Quaggamuschel

Im September 2024 wurden erstmals Quaggamuscheln im Zürichsee entdeckt. Diese invasive, gebietsfremde Muschel verdrängt einheimische Tierarten und kann Wasserfassungen für Trinkwasser und Energienutzung verstopfen sowie Ufer- und Hafenanlagen überwuchern. 

Um eine weitere Verbreitung der Muschel und anderer invasiver gebietsfremder Tiere und Pflanzen zu verhindern, haben verschiedene Kantone eine Schiffsmelde- und Reinigungspflicht eingeführt. Wer mit einem Schiff von einem Gewässer in ein anderes wechseln will, muss dies vorab melden und das Schiff fachgerecht reinigen lassen. Die Regelung gilt seit Frühling 2025 für den Zürich-, den Ober- und den Walensee. (mor)

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