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AHV-Defizit ab 2030 – na und?

Die geburtenstarken Jahrgänge 1955 – 1964 werden seit längerem als Profiteure dargestellt. Das ist absolut falsch. Ich bin einer dieser Jahrgänge. Wir haben immer ohne Murren über 45 Jahre die AHV-Beiträge bezahlt für unsere Eltern und Grosseltern, so wie es das Umlagesystem seit 1948 vorsieht. In dieser Zeit wurde ein Vermögen im AHV-Fonds von CHF 46 Milliarden gebildet. Dieses Geld wurde von uns, Baby-Boomer, gespart für AHV-Defizite und nicht für unsere Kinder und Grosskinder. Im gleichen Zeitraum haben wir auch gezwungenermassen Vermögen in den Pensionskassen angespart. Viele Pensionäre lassen sich einen Teil oder das ganze Sparkapital auszahlen. Sie verzichten damit auch auf einen Teil des Stiftungsvermögens und der Wertschwankungsreserven zu Gunsten der jüngeren Generation. Am Schluss des Lebensabends wird zudem erhofft, das noch Vermögen geerbt werden kann.
Die meisten Baby-Boomer sind bescheiden gestartet, haben viel gearbeitet und gehen meist erfolgreich und mit etwas Vermögen in Pension. Dies führt dazu, dass in den nächsten Jahrzehnten viel Vermögen vererbt wird. Statt eines Dankes für den grossen Einsatz, werden die in Pension gehende Generation von meist linken Kreisen als Last für die jüngere Generation dargestellt.
Ab 2030 wird ein Defizit bei der AHV-Rechnung von CHF 1,9 Milliarden und ab 2035 von CHF 4,2 Milliarden budgetiert. Als Grund wird die 13. AHV-Rente genannt. Ich freue mich auf die Auszahlung der 13. AHV-Rente und finde das Defizit absolut in Ordnung. Es wird aus dem von uns gesparten Geld bezahlt und geht nicht zu Lasten der jüngeren Generation.

Beda Capol
22.08.25 - 09:55 Uhr
Leserbrief
Ort:
Chur
Zum Artikel:
AHV muss trotz besserer Aussichten mit Defizit rechnen
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Die Linken greifen nicht die Renten für uns Boomer an, sondern die dauernden Schlechtmachkampagnen gegen die AHV. Weniger Rente, um die AHV-Beiträge zu senken, möchten die "Wirtschafts"parteien. Ginge es nur nach diesen, gäbe es gar keine AHV, sondern alle müssten sich ihr Altersguthaben selbst irgendwie zusammenkratzen. Die AHV-Renten werden nicht aus Angespartem finanziert, sondern aus den laufenden Lohnbeiträgen der Erwerbstätigen. Gespart wird bei den Pensionskassen und in der Dritten Säule. Wobei die PK-Sparsöili ganz bedenklich zugunsten der Versicherungsaktionäre rinnen. Von den PK-Beiträgen, die ich für meine Mitarbeiterinnen zahle, sehen diese am Ende bei Weitem nicht alles. Man vergleich in den Börsentabellen unserer Zeitungen die Dividenden der Versicherungsaktien mit denen der Industrieaktien...