×

Dargebotene Hand hat es auf Männer abgesehen

Südostschweiz
14.05.16 - 08:35 Uhr
Zeitung

Weniger als ein Drittel aller Anrufe an die Dargebotene Hand auf Telefon 143 stammt von Männern. Laut Geschäftsführer Franco Baumgartner habe dies mit der Sozialisation zu tun. «Männer lernen sich durchzuringen, nicht weich zu sein so lange es irgendwie geht», so Baumgartner auf Anfrage. Demgegenüber seien Frauen anders, «sie reden und schützen».

¨

Im vergangenen Jahr gingen in den zwölf Regionalstellen der Dargebotenen Hand in der Schweiz 220‘000 Anrufe ein. Das entspricht alle zwei Minuten einem Anruf. Laut Baumgartner sind 30 Prozent Erstanrufer.

Baumgartner glaubt nicht, dass Männer weniger Probleme haben als Frauen. Aber sie würden länger warten, bis sie darüber sprechen oder Hilfe holen. Auch darum zielt die neue Kampagne auf mehr Männer als Anrufer und auf mehr Männer als Mitarbeiter. Hier stehen aktuell gut 100 Männer über 500 Frauen gegenüber.

Hauptthemen der Anrufer bei der Dargebotenen Hand sind Beziehungsthemen aus Partnerschaft, Arbeitsplatz oder Einsamkeit. Gefolgt von psychischen Belastungen, Sucht, Gewalt, Job sowie Fragen zur Alltagsbewältigung. Die Mehrheit dieser Themen betrifft laut Baumgartner Männer ebenso wie Frauen.

In Graubünden gibt es übrigens keine Regionalstelle. Und auch romanisch sei kein Angebot vorhanden oder geplant, so Baumgartner. «Den Bündnern scheint es offenbar besser zu gehen als dem Rest der Schweizer. Oder aber die Bevölkerungsdichte ist einfach geringer, so dass es weniger Anrufe aus Graubünden gibt.» (phw)

Kommentieren
Wir bitten um euer Verständnis, dass der Zugang zu den Kommentaren unseren Abonnenten vorbehalten ist. Registriere dich und erhalte Zugriff auf mehr Artikel oder erhalte unlimitierter Zugang zu allen Inhalten, indem du dich für eines unserer digitalen Abos entscheidest.
Könnte euch auch interessieren
Mehr zu Zeitung MEHR