Kofferpacken leicht gemacht
Die Bündner verraten, was mit in die Ferien kommt, die Pack-Challenge zeigt, was vermieden werden sollte und der Flugbegleiter Philipp Sturzenegger gibt Tipps, wie es entspannt in die Ferien geht.
Die Bündner verraten, was mit in die Ferien kommt, die Pack-Challenge zeigt, was vermieden werden sollte und der Flugbegleiter Philipp Sturzenegger gibt Tipps, wie es entspannt in die Ferien geht.
Der Sommer ist für viele Bündnerinnen und Bündner die Zeit, die Koffer zu packen und die Seele baumeln zu lassen. Ob die Ferien im Kanton, in der Restschweiz oder doch im Ausland verbracht werden, hängt von der Vorliebe ab. Doch um eines kommt man nicht drum herum: Der Koffer, der Rucksack oder die Reisetasche muss gepackt werden! Wir haben für euch mit verschiedenen Personen über das Thema gesprochen und Tipps sowie Tricks zusammengetragen.
Wer sich schon einmal dabei erwischt hat, etwas Unnötiges mit in die Ferien genommen zu haben, ist damit nicht allein. Vielen Bündnerinnen und Bündnern geht es da ähnlich. Ob zu viel Schuhwerk, der Laptop oder ein Buch, das nicht gelesen wird, für zu viel Gewicht im Koffer sorgt, – dazu haben alle eine Geschichte.
In der Redaktion haben wir getestet, was passiert, wenn die Zeit zum Packen zu knapp kalkuliert wird. Das Resultat spricht Bände und sollte deshalb unbedingt vermieden werden.
Aus diesem Grund haben wir recherchiert, damit es entspannt in die nächsten Ferien gehen kann. Zahlreiche Seiten bieten endlose Reihen von Tipps an. Deshalb ordnet Experte Philipp Sturzenegger ein, was er für sinnvoll hält und was nicht. Er ist Flugbegleiter bei einer Schweizer Airline und muss somit wöchentlich den Reisekoffer zwei- bis dreimal berufsbedingt packen.
Gestern wurde gefaltet und heute wird gerollt
Einen ersten Tipp hat Sturzenegger bei der Falttechnik. Viele packen einzelne Kleidungsstücke fein säuberlich gefaltet in ihren Koffer. Er empfiehlt hingegen, die Kleidung zu rollen. «Ich mache das auch so, weil es platzsparender ist», sagt der Flugbegleiter. Nicht stützen kann er hingegen die Theorie, dass so die Kleidung weniger zerknittert wird. Im Gegenteil: «Meiner Meinung nach haben die Klamotten danach noch mehr Falten», sagt der Experte.
Ein weiterer Tipp ist, dass zuerst eher sperrige Gegenstände wie lange Hosen und Pullover im Koffer verstaut werden sollten. Das sei deshalb ratsam, weil sie am meisten Platz benötigen. Wenn sich diese dann im Koffer befinden, können kleinere und unempfindliche Kleidungsstücke drumherum die Hohlräume schliessen, die sonst leer bleiben würden. Ein gutes Beispiel sei dabei das Innere der Schuhe. Wenn dieser Freiraum mit Socken gefüllt werde, dann sei das nicht nur platzsparend, sondern verhindere auch das Verbeulen der Schuhe. Die Empfehlung mit den Strümpfen beherzige er auch regelmässig.
Als sinnvoll beurteilt der Experte den Tipp des Magazins Glamour, dass schwere Gegenstände wie Bücher oder Schuhe für die Reise immer ganz nach unten in den Koffer gehören. Leichte Kleider oder Blusen sollten dann wiederum nach oben. «Ich mache das auch so. T-Shirts können eingerollt gut dazwischen verstaut werden», sagt Sturzenegger.
Steht ein Besuch im Restaurant oder ein anderes Abendprogramm an, dann wünschen sich Reisende oft ein knitterfreies Outfit. Dies zu erreichen, kann sich schon beim Packen als schwierig gestalten, denn durch den Druck werden die Kleidungsstücke regelrecht aufeinandergepresst. Ein Tipp, der im Internet aufzufinden ist, ist, die Kleidung während des Packens auf links zu drehen. Das verhindere zwar nicht das Knittern, aber zumindest sei es vermehrt innen und nicht aussen. «Das habe ich noch nie gehört, aber es könnte funktionieren. Ich werde es beim nächsten Flug ausprobieren», sagt der Flugbegleiter lachend. Falls es allerdings nicht funktionieren sollte, rät der Experte einfach bei der Hotelrezeption anzufragen. «Heutzutage bieten viele Hotels den Verleih von Bügeleisen an.»
Am Ziel angekommen, sind die Schuhe meist noch sauber. Allerdings kann sich dieser Zustand schnell ändern – sei es durch Wanderungen, Herumlaufen in einer Stadt oder einfach durch schlechtes Wetter. Doch was nun, wenn das Abklopfen oder das Abspülen der Schuhe nicht mehr ausreichend ist? Laut Packtipps können da handelsübliche Duschhauben helfen. Diese dürfen der Umwelt zuliebe auch gern öfters verwendet werden. Ein Schuh in eine Duschhaube und das restliche Gepäck bleibt von den Urlaubsmitbringseln verschont. Diesen Ratschlag empfindet der Experte allerdings nicht als sinnvoll: «In der Praxis nützt das meines Erachtens nicht viel, denn wenn die Duschhaube einmal verrutscht, dann ist der Dreck schnell an der Kleidung.» Kleine Plastiktüten seien da vollkommen ausreichend. Der Vorteil an ihnen ist, dass der Schuh komplett von der Plastiktasche umschlossen ist und sie auch mehrmals verwendet werden können.
Wer kennt es nicht? Am Ziel angekommen, wird der Koffer ausgepackt und plötzlich fühlt sich die Tasche innen glitschig und unangenehm an. Ein Blick in die Tasche und die böse Überraschung ist kaum zu übersehen. Ein Hygieneprodukt ist ausgelaufen. Das Internet rät bei dieser Problematik zu Frischhaltefolie. Mit dieser soll der Verschluss jedes einzelnen Fläschchens versiegelt werden. Das Auslaufen sei so praktisch nicht mehr möglich. Für den Flugbegleiter klingt dieser Tipp «lustig», dennoch erscheint ihm das als «sehr aufwendig», besonders, wenn ein Mensch viel reise. «Sicher praktisch, wenn nur einmal im Jahr eine Reise ansteht», sagt Sturzenegger. Ihm sei es zu umständlich und falls doch ein Unglück passiere, dann könne der Kulturbeutel einfach ausgespült werden.
Ein abschliessender Tipp des Profis für die, die Ordnung lieben:
Im Handel sind Koffer Organizer erhältlich, die den Koffer in unterschiedliche Abteile aufteilen. Somit lässt sich die Kleidung einfacher voneinander trennen. «Durch die kleinen Taschen ist alles gleich sortiert», sagt Sturzenegger. Da ein Set aus unabhängigen Täschchen besteht, seien diese auch frei anzuordnen.
Nun steht der Reise nichts mehr im Weg. Deshalb: Auf die Plätze, Koffer packen und los!
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