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«Holästei» sucht neue Leitung – sonst ist bald nichts mehr wie bisher

Im Kulturzentrum «Holästei» gibts zurzeit so etwas wie einen Showdown: Gesucht wird innerhalb weniger Wochen eine neue Geschäftsleitung, die mit einem neuen Konzept für frischen Wind sorgen soll.

Südostschweiz
11.07.18 - 04:30 Uhr
Kultur
Ungewisse Zukunft beim Kulturzentrum «Holästei»
Ungewisse Zukunft beim Kulturzentrum «Holästei»
MAYA RHYNER

Es klingt wie ein Ultimatum: «Lässt sich bis Mitte August keine neue Geschäftsleitung finden, wird sich der ‘Holästei’ stark verändern», sagt Nicola Malacarne. Er ist der Präsident der Genossenschaft Kulturzentrum Holästei, die seit Anfang Juli eine neue Leitung für den gleichnamigen Musikklub in Glarus sucht. Dies mittels eines offiziellen Stellenausschriebs.

Bis anhin lenkten vier junge Glarner im Alter zwischen 20 und 22 Jahren die kulturellen Geschicke im «Holästei». Nach zwei Jahren hören sie nun auf. «Die meisten von ihnen sind künftig anderweitig beschäftigt», erklärt Malacarne. Der 29-Jährige kennt diese Situation aus eigener Erfahrung als ehemaliges Geschäftsleitungsmitglied. «In diesem Alter gibt es laufend Veränderungen: Die einen ziehen weg, andere wiederum haben einen neuen Job oder ihr Studium beendet.»

«Wir sind an einem Punkt, an dem es neue innovative Leute braucht, die für frischen Wind sorgen.»

Mehr Interesse für die Stelle als gedacht

Der Zeitplan ist ehrgeizig: In eineinhalb Monaten will die Genossenschaft einen Ersatz finden. Noch bis am 10. August können sich einzelne Personen oder auch Teams bewerben. Ihrer Bewerbungsmappe müssen sie neben den Lebensläufen ein mindestens fünfseitiges Konzept beilegen. Darin sollen die Bewerber aufzeigen, wie sie den «Holästei» künftig führen wollen. «Viele unterschätzen die Arbeit im Hintergrund; vor allem die Finanzplanung und die Buchhaltung sind ein enorm wichtiger Teil», so Malacarne. Wenn auch die Genossenschaft nicht gewinnorientiert sei. Sie bezweckt einzig, das kulturelle Leben im Kanton Glarus zu fördern.

Auch dafür sind neue Ideen gefragt: «Wir sind an einem Punkt, da braucht es neue innovative Leute, die für frischen Wind sorgen», so Malacarne.

Interessenten, die sich vorstellen könnten, den Bar- und Eventbetrieb im «Holästei» ab Herbst zu führen, gibt es schon. «In den vergangenen Tagen hatte ich schon diverse Rückmeldungen auf unsere Stellenausschreibung», so Malacarne. Das Interesse sei grösser als erwartet. Was den Genossenschaftspräsidenten zuversichtlich stimmt: «Der eine oder andere wird sich bestimmt bewerben.»

Zwei mögliche Szenarien für die Zukunft

Mitte August wollen die 33 «Holästei»-Genossenschafter an einer ausserordentlichen Versammlung über allfällige Bewerber und deren Konzepte beraten. Dabei gibt es zwei mögliche Szenarien. A: Die Genossenschafter entscheiden sich für ein Konzept, das den Statuten und damit dem Hauptziel – die Förderung des kulturellen Lebens – entspricht. Oder im Fall von B: Die Genossenschafter entscheiden sich für keinen Bewerber. Somit müssten sie über eine anderweitige Verwendung des «Holästei» diskutieren. Dabei steht aber so gut wie fest, dass dort bald einiges nicht mehr so sein wird wie bis anhin. Welche Folgen die «starke Veränderung» haben könnte, dazu will sich Malacarne im Moment nicht näher äussern.

Nur so viel gibt der Präsident der Genossenschaft Kulturzentrum Holästei preis: «Diese Versammlung wird eine der zukunftsweisendsten der letzten Jahre werden», ist Malacarne überzeugt.

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