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«Epische Zeit» im Kunsthaus Glarus

Bonnie Camplin zeigt im Kunsthaus eine Fülle von Zeichnungen, Fotografien und Collagen. Die Ausstellung trägt den Titel «Epic Time» (epische Zeit), was auf eine erzählerische Leseweise oder eine lange Zeitspanne hinweist.

31.05.18 - 17:36 Uhr
Kultur
Futuristisch: Mars-Männchen aus dem Kosmos von Bonnie Camplin im Kunsthaus Glarus.
Futuristisch: Mars-Männchen aus dem Kosmos von Bonnie Camplin im Kunsthaus Glarus.
CLAUDIA KOCK MARTI

Am Samstag ist die letzte Ausstellung vor der grossen Renovation des Kunsthauses eröffnet worden. Sie trägt den Titel «Epic Time» (epische Zeit), was auf eine erzählerische Leseweise oder eine lange Zeitspanne hinweist.

Wer sich auf die Entdeckungsreise durch den Schneeli-, Seiten- und Oberlichtsaal begibt, taucht darin in aussergewöhnliche Bildwelten ein. Die vielen, eher kleinformatigen Zeichnungen, Fotografien und Collagen ziehen in den Bann. Dabei sprechen einen merkwürdige Figuren und geometrische Strukturen einmal mehr, einmal weniger an.

Kunst muss nicht auf den ersten Blick erschliessbar sein

Manche Zeichnungen strahlen etwas Futuristisches aus. Gewisse Motive tauchen immer wieder auf, als müsste man sie wie Teile eines Puzzles zusammenfügen: irgendwelche Höhlenbewohner, mysteriöse Männer mit spitzen Hüten, die eine rätselhafte Mission erfüllen, Mars-Menschen oder auch eine wiederkehrende weibliche Figur in klassischer Yoga-Pose.

Die Ausstellung in Glarus ist die erste Einzelausstellung von Bonnie Camplin ausserhalb Englands. Für den interessierten Besucher liegt im Foyer ein Interview auf, dass Kunsthausdirektorin Judith Welter mit der 48-jährigen, in London lebenden und arbeitenden Künstlerin geführt hat. So gibt sie darin Antwort, was die archetypische Yoga-Figur für sie bedeutet. Die Figur habe sie wie von selbst heimgesucht. «Ein Archetyp, der völlig schamlos und zugleich offenherzig ist – sowohl in emotionaler, als auch in intellektueller Hinsicht.»

Womit sich auch der Kreis zu heute schliesse, einer Zeit, in der Frauen unter 30 Jahren bis zum Umfallen Hock-Posen trainierten.

Camplin verrät aber auch, dass sie selbst normalerweise zwei Mal in eine Kunst-Ausstellung gehe, um sich einen Zugang zu den ausgestellten Werken zu erschliessen.

Ein zweiter Rundgang ist also im Kunsthaus Glarus angesagt. Die Ausstellung ist noch bis zum 19. August zu sehen.

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