«Das Mikrofon ist unser Fotoapparat»
Die Rapper von S. O. S. wollen mit ihrer Musik nun auch die Glarner Seelen retten. Vor ihrem Besuch am Freitag im Kulturzentrum «Holästei» in Glarus sprechen die Berner im Kurzinterview über ihre Songs und Intimität bei ihren Auftritten.
Die Rapper von S. O. S. wollen mit ihrer Musik nun auch die Glarner Seelen retten. Vor ihrem Besuch am Freitag im Kulturzentrum «Holästei» in Glarus sprechen die Berner im Kurzinterview über ihre Songs und Intimität bei ihren Auftritten.
Die beiden Berner Rapper Dawill und Nativ sind in der Schweizer Hip-Hop-Szene längst kein Geheimtipp mehr. Im Kollektiv bekannt als S. O. S. (Saviours of Soul, also Seelenretter) sind sie «nie nid am Bügle». Über diese nie endende Arbeit erzählen die beiden etwa in einem ihrer bekanntesten Songs «Safe».
Wie würdet ihr euch und eure Musik jemandem, der euch nicht kennt, beschreiben?
Es ist schwierig etwas zu beschreiben, das man fühlen muss. Unsere Musik ist ein Gefühl im Austausch zwischen uns und den Hörern. Bei den Songs wird unser Schmerz, Liebe, Freude und unser Bewusstseinsstrom festgehalten. Das Mikrofon ist dabei der Fotoapparat und unsere Stimmen sind die Farben und Formen des Bildes.
Rastlos.
Mit Akim und Imani habt ihr im letzten Jahr zwei Alben gleichzeitig veröffentlicht. Eine aussergewöhnliche Entscheidung. Was zieht ihr für ein Fazit nach dieser Aktion?
Unser Bauchgefühl lässt uns nie im Stich.
Dass sich harte Arbeit definitiv auszahlt. Wir haben die Alben zu dritt in einem Zimmer aufgenommen mit limitiertem Equipment und haben dabei ein Produkt erschaffen, das sich mit Mayor-Label-Projekten messen könnte. Es war keine Maschine dahinter, sondern ist nur unsere ehrliche Arbeit und der unglaubliche Support unserer Fans. Ich meine die Zahlen sprechen für sich. Wir sind auf Platz zwei und drei der offiziellen Schweizer Hitparade gelandet, und das ist schon ziemlich crazy.
Ihr habt sowohl Auftritte auf grossen Bühnen, spielt aber auch in kleinen Clubs wie dem «Holästei». Was macht euch mehr Spass?
Natürlich ist die Intimität bei kleineren Clubs viel mehr zu spüren. Man ist hautnah an den Leuten in einem Raum und wird dabei nicht durch Barrikaden oder grosse Bühnen getrennt. Aber ein Auftritt auf dem Gurten vor 7000 Leuten ist schon sehr geil. Ich würde sagen, die Abwechslung macht es aus. Beides hat seine Vor- und Nachteile. Das Wichtige ist einfach alles zu geben und den Leuten einen Teil von uns mitzugeben. Ob vor fünfzig oder 5000 Leuten ist egal. Wir geben alles, egal wo. Und das Publikum natürlich auch.
Ja, beides hat seinen Reiz. Shows in kleinen Clubs haben oft mehr Charme und sind persönlicher. Deshalb wahrscheinlich Letzteres.
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