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Mäzen sorgt für Wärme

Noch bis Ende März bleibt das Anna-Göldi-Museum im Hänggiturm in Ennenda geschlossen. Denn nur zehn Wochen nach der Eröffnung begann im November 2017 bereits die erste Winterpause. Die letzte ist es noch nicht. Aber wohl die zweitletzte.

Marco
Häusler
13.02.18 - 04:30 Uhr
Kultur
«Grosszügige Zuwendung»: Mit einer Million Franken einer «als Kulturmäzen bekannten Persönlichkeit» wird der Hänggiturm in Ennenda nun so ausgebaut, dass das Anna-Göldi-Museum auch im Winter besucht werden kann.
«Grosszügige Zuwendung»: Mit einer Million Franken einer «als Kulturmäzen bekannten Persönlichkeit» wird der Hänggiturm in Ennenda nun so ausgebaut, dass das Anna-Göldi-Museum auch im Winter besucht werden kann.
SASI SUBRAMANIAM

Als ob er es geahnt hätte. «Wie der Freulerpalast in Näfels haben wir von November bis zum 1. April geschlossen», erklärte der Präsident des Stiftungsrates der Anna-Göldi-Stiftung im November 2017. Im Interview mit der «Südostschweiz» ging es um eine erste Bilanz nach der Eröffnung vom 20. August 2017 und um die Frage, ob die erzwungene Winterpause ein Handicap für ein Museum sei. Walter Hauser antwortete: «Wenn uns jemand die Isolation und Heizung zahlen würde, dann wäre das ein Glücksfall.»

Dieser Glücksfall ist nun eingetroffen: «Die Anna-Göldi-Stiftung erhält eine grosszügige Zuwendung, um ihr Museum so auszubauen, dass es ganzjährig besucht werden kann», steht in der gestrigen Mitteilung. Die «grosszügige Zuwendung» wird mit einer Million Franken beziffert, von wem sie stammt, nur angedeutet: «eine als Kulturmäzen bekannte Persönlichkeit, die mit den örtlichen Gegebenheiten vertraut ist und eine enge Beziehung zur glarnerischen Kultur und zum historisch bedeutenden Hänggiturm hat.»

Viel mehr lässt sich auch Fridolin Elmer, Leiter des Anna-Göldi-Museums, dazu nicht entlocken: «Die grosszügige Privatperson, die sich finanziell schon mehrfach für die Glarner Kultur engagiert hat, möchte im Moment nicht genannt werden.» Grund dafür sei vor allem, dass sich nicht alles um den Namen der Person drehe. «Für sie steht die Sache, nicht ihr Name im Vordergrund. So viel kann ich jedoch sagen: Dieser engagierten Persönlichkeit liegt das Schicksal der Anna Göldi am Herzen.»

Zur Sorgfalt verpflichtet

Die Million ist an die Realisierung des Erweiterungsprojekts gebunden, «mit dem die sinnvolle und sorgsame Nutzung des Hänggiturms auch langfristig sichergestellt werden soll», wie es in der Mitteilung heisst. «Ziel ist es, den Ausbau bis 2019 zu realisieren.»

«Es ist eine riesige Anerkennung, die zeigt, dass wir eine grosse Ausstrahlung haben.»

Konkret geplant seien die Dämmung der Fassade und des Daches, verbunden mit der Beheizung des Hänggiturms. «Zudem wird der Einbau einer museumseigenen Bibliothek evaluiert.»

Ob eine Million Franken für das ganze Projekt reiche, lässt Elmer offen: «Das können wir erst beantworten, wenn das ausgearbeitete Projekt auf dem Tisch liegt.» Dieses ist laut Mitteilung «an bestimmte Vorgaben geknüpft und hat in denkmalpflegerischer und ästhetischer und gestalterischer Hinsicht hohen Ansprüchen zu genügen». Elmer betont denn auch: «Dem Geldgeber ist es wichtig, dass das Vorhaben von bestausgewiesenen Fachkräften geplant, begleitet und sorgfältig umgesetzt wird.»

Die Zusicherung des Geldes wertet er als «riesige Anerkennung für unser Museum, die zeigt, dass wir eine grosse Ausstrahlung haben und als bedeutende Institution wahrgenommen werden». Er und der Stiftungsrat seien «auch ein wenig stolz, einen solch hohen Betrag in unsern Kanton zu holen». Nun gelte es, daraus etwas Sinnvolles zu machen. «Sicher ist, dass wir den Hänggiturm mit der Realisierung unserer Pläne für die Öffentlichkeit viel besser und breiter nutzen können.»

Marco Häusler ist Dienstchef der Zeitungsredaktion «Glarner Nachrichten». Er absolvierte den zweijährigen Lehrgang an der St. Galler Schule für Journalismus und arbeitete bei der ehemaligen Schweizerischen Teletext AG und beim «Zürcher Unterländer», bevor er im Februar 2011 zu Somedia stiess.

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