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Mit Jazz im «Adler» in Engi swingt das Jahr aus

Seit vielen Jahren gibt es den fixen Termin: das Jazz-Konzert kurz vor Silvester in Engi. Dieses Jahr spielen das Chliital Swing Duell, Les Singes & Andi Bissig und wie schon oft die Happy Lakers. Wie es dazu kam.

22.12.17 - 04:30 Uhr
Kultur
Leidenschaftlich und schnell: Les Singes mit (von links) Valentin Baumgartner, Gitarre, Jonas Künzli, Kontrabass, und Theo Känzig, Gitarre, spielen erstmals in Engi.
Leidenschaftlich und schnell: Les Singes mit (von links) Valentin Baumgartner, Gitarre, Jonas Künzli, Kontrabass, und Theo Känzig, Gitarre, spielen erstmals in Engi.
PRESSEBILD

So genau wissen Werni und Do Neumann aus Näfels auf Anhieb nicht mehr, wann der erste Jazz im «Adler» stattfand. Damals wohnten beide noch in Matt. Wenn Werni nicht an der Oberstufe Sernftal unterrichtete, spielte er Trompete. Und Do organisierte mit der Chliitaler Stubete den einen oder anderen Kulturanlass im Sernftal.

Eine Brücke zu den legendären Mettlen-Jazzfesten wird jedoch schnell geschlagen. Sowohl von Werni Neumann als auch von Vreni Blumer, Wirtin des «Adler» in Engi. Das Mettlen-Fest, zuerst als Open-Air-Festival ab 1975 im Mettlen und später alle zwei Jahre bis 1989 in den Beizen von Engi von Heiri Baumgartner und Kaspar Marti organisiert, ist Glarner Jazz-Fans vibrierend in Erinnerung. Den ersten Jazz im «Adler» in Engi, sozusagen ein kleiner Bruder des Mettlen-Festes, liess die Chliitaler Stubete 1981 steigen, wie die Recherche zeigt. Nach kurzem Zwischenspiel im «Schäfli» ist er dort zurück. Und das mit schöner Regelmässigkeit.

Das Konzept ist einfach: Zwei, drei Bands, in der Regel mit Glarner Bezug, bestreiten den Abend. Pianist Simon Holliday war zwei Mal dabei. Werner Fischer etwa, Martin Lehmann, die Gebrüder Schiltknecht, Fix Stüssi oder auch Sam Trümpy (1941 bis 2003). Und selbstverständlich immer wieder Jazzformationen um Werner Neumann. Seit 2001 sind dies die in Weesen gegründeten Happy Lakers, mit Werner Neumann (Trompete), Hannes Bühler (Klavier), Peter «Eggi» Eggenberger (Bass), Fredy Bühler (Schlagzeug) sowie Theres Dürr (Gesang und Geige).

«Nach dem letzten Auftritt vor zwei Jahren wollen wir älteren Herren demonstrieren, was wir dazugelernt haben.»

«Klar gibt es ein Stammpublikum», sagt Neumann. Es sind zumeist Leute von auswärts und Feriengäste, die mit den Alt-Jazzern ergraut sind. Aber auch jüngeres Publikum finde den Weg. Als nach Neumanns Pensionierung und Umzug nach Näfels der Jazzanlass aufgegeben werden sollte, hagelte es Proteste. Und sie machten weiter.

Junge Gäste bringen Gypsy-Groove

Den Auftakt kommenden Donnerstag macht das Chliital Swing Duell mit Trompeter Neumann und Jost Trümpy am Klavier.

Als Gastformation haben die Neumanns in diesem Jahr Les Singes und Andi Bissig verpflichtet. Sie wollen mit ihrem mitreissendem Gypsy-Swing die grosse Zeit des Jazz der 1930er-Jahre in Paris wieder aufleben lassen. Ein schönes Detail dabei ist: Ihr Leader, Valentin Baumgartner, hat als Sohn von Jazzmusiker Heiri Baumgartner seine Wurzeln in Engi.

«Nach dem letzten Auftritt vor zwei Jahren wollen wir älteren Herren dann demonstrieren, was wir dazugelernt haben und auch einige neue Stücke präsentieren», kündet Neumann an.

Der Winter spielt immer mit

Spannend ist auch dieses Jahr aufs Neue, wie das Wetter mitspielt. Je mehr Leute, desto mehr Schnee, so kommt es den einen vor. Erzählungen von prekären Strassenverhältnissen gehören zur Chronik des Jazz im «Adler» wie die Musik. Doch gibt es heute Galerien. Bekannt ist auch: Im Sernftal werden die Strassen jeweils super geräumt.

Donnerstag, 28. Dezember, 20 Uhr, «Adler», Engi.

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