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Da hüpft sogar die Seele

In der Stadtkirche Glarus hat Andrew Bond mit Liedern zum Zuhören, Mitsingen und Mittanzen weihnachtliche Vorfreude verbreitet.

Südostschweiz
04.12.17 - 04:30 Uhr
Kultur
Passend zum Lied: Andrew Bond zeigt den Kindern, wie man die Ohren von Grittibänzen richtig zuspitzt.Bild Alexandra Greeff
Passend zum Lied: Andrew Bond zeigt den Kindern, wie man die Ohren von Grittibänzen richtig zuspitzt.Bild Alexandra Greeff

Andrea Trümpy ermuntert die kleinen und grossen Fans von Andrew Bond: «Ruft laut und zeigt, wie viele ihr seid!», sagt das Mitglied des Kirchgemeinderats der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Glarus-Riedern. Und etwas mehr als insgesamt 200 Kinder und Erwachsene rufen ihr zu, um ihre Stimmen schon einmal für das grosse Mitsingkonzert aufzuwärmen. Denn mit Kinderliedern zum Zuhören, Träumen, Klatschen, Bewegen und Mitsingen wird ihnen Andrew Bond kräftig einheizen.

Der Anfang ist aber noch ruhig und besinnlich. Am Keybord und mit sanfter Stimme erzählt Bond im Lied «Winterschlaaf» von der Igelmutter, die ihre Kinder unter einem Haufen Herbstlaub in den Winterschlaf singt. «Seid ihr einverstanden, wenn wir nun auch einen langen Winterschlaf machen?», wendet sich Bond an die Kinder im Publikum. «Jaaaa!», kommt die einhellige Antwort aus allen Richtungen.

Vorerst gibt es aber keine Zeit zum Schlafen und Träumen. Auf die Kinder wartete ein etwa einstündiges Mitsing-Konzert. Mit Liedern vor allem aus den CD «Zimtstern han i gern» und «Mitsing Wienacht» zaubert Bond den Kindern ein Lächeln auf das Gesicht, entführt sie in stille Schneelandschaften und lässt in der Fantasie weihnachtliche Schneeflocken auf sie niederrieseln. Oder er zeigt den Kindern, wie man Schneemänner baut, auf Zehenspitzen «Guetzlitaigg» stibitzt oder Grittibänzen formt und zum Aufgehen bringt. Mit einer angenehmen Abwechslung von humorvollen, rassigen und ruhigen Liedern schafft es Bond, die Stadtkirche mit weihnachtlicher Vorfreude zu füllen. Und wie im Liedtext hängt plötzlich «Wienachtsguetzliduft» in der Luft.

Das Konzert klingt lange nach

Die Kinder singen einmal zaghaft, einmal lauthals mit. Andere können sich kaum in den Kirchenbänken halten, stehen auf oder bewegen sich tanzend zur Musik. Immer wieder stellen sie unter Beweis, dass sie die Bondschen Hits in- und auswendig kennen. «Wir haben die CD ‘Zimtstern han i gern’ zu Hause», erklärte ein Mädchen. Zwei Kolleginnen zu ihrer Linken und Rechten nickten bestätigend: «Wir auch, wir hören sie sehr gern und singen manchmal dazu. Die Lieder sind schön und lustig.» Und auf die Frage, ob sie auch schon einen Spruch für den Samichlaus parat hätten, schauen sie sich grinsend an: «Ja: Samichlaus, wohn bi öis. Es wäre sicher cool, wenn auf unserer Wiese ein Esel weidet.»

Nach dem Konzert versammelt sich eine Gruppe von kleinen, grossen, alten und neuen Bond-Fans um den Tisch, an dem CD verkauft werden. Ein Junge hat sich die CD «Alli mached Mischt» mit «sauguten Puurehof-Liedern» ergattert. Mit Stolz streckt er seiner Grossmutter die signierte CD unter die Nase: «Schau, da hat Bond etwas hingeschrieben.» Dann blättert er konzentriert durch das Begleitbüchlein zur CD und versucht, die schweizerdeutschen Liedtexte zu entziffern. Nicht einmal das Schokoladenbrot und der duftende, warme Punsch – beides gesponsert vom Kirchgemeinderat – können ihn davon ablenken.

Ein Mädchen hingegen scheint das Essen ganz gut mit Bonds Musik kombinieren zu können. Es beisst lustvoll in das Schokoladenbrot und singt dazu: «Das isch dänk e Grittibänz.»

Ein kleiner Junge wiederum kann nur noch hüpfend nach Hause. «Das war das Coolste», sagt er zu seiner Mutter, «das mit dem Schlitten». Es ist nicht zu übersehen, dass er Bonds Brems- und Steuerbewegungen zum Lied «z’dritte uf em Schlitte» nachahmt. «Zuletzt kam der Schlitten aber ganz alleine ans Ziel, das weisst du?», entgegnet die Mutter lachend und nimmt den Kleinen an die Hand. Nicht dass er vor lauter Begeisterung noch vor ein Auto hüpft.

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