David und Venus geht es an den Kragen
Pavel Schmidt jagt am kommenden Samstag zwei Statuen im Bad Ragazer Giessenpark hoch. Die Sprengopfer versieht der schweizerisch-slowakische Künstler im Nachgang mit Edelmetall.
Pavel Schmidt jagt am kommenden Samstag zwei Statuen im Bad Ragazer Giessenpark hoch. Die Sprengopfer versieht der schweizerisch-slowakische Künstler im Nachgang mit Edelmetall.
Für die beiden Skulpturen David und Venus wird es im Bad Ragazer Giessenpark bald ungemütlich. Sie werden nämlich gesprengt, wie es in einer Mitteilung der Kulturorganisation «Bad Ragartz» heisst. Mit Schwarzpulver rückt ihnen der Künstler Pavel Schmidt am Samstag, 18. November, zu Leibe.
Schmidt wird seine Werke im kommenden Jahr an der 7. Schweizerischen Triennale der Skulptur in Bad Ragaz und Vaduz zeigen. Ein Werk davon muss aber erst noch entstehen. Und da kommen die beiden Giessenpark-Statuen ins Spiel: «David und Venus sind der Inbegriff der Bildhauerei, Musterbeispiele der Kunstgeschichte», so der Künstler.
Diesen Musterbeispielen will er «mehr Individualität» verleihen. Was also tun? Man jagt die Statuen einfach hoch, sammelt die entstandenen Teile und giesst sie schliesslich in Bronze.
Der schweizerisch-slowakische Künstler Schmidt hat offenbar einen Hang zum Destruktiven. Mit seinem Vorhaben, in Bad Ragaz zwei Statuen zu zerstören, betritt er jedenfalls kein Neuland, wie folgendes Video aus Italien beweist:
Was aus Bronze und den Giessenpark-Statuen entsteht, präsentiert Schmidt im kommenden Jahr. Die Organisatoren von Bad Ragartz zum Vorhaben: «Der Künstler zeigt uns in einem emotionalen Happening, wie man Traditionen sprengt, um Originale zu schaffen.»
Da kann man sie wohl beim Wort nehmen.
Wer will, kann dabei zusehen, wenn David und Venus in die Luft gehen. «Für Leib und Seele ist gesorgt», versichert Esther Hohmeister von der Stiftung Schweizerische Triennale der Skulptur. Los geht es am Samstag, 18. November, um 17 Uhr im Giessenpark. Das Resultat von Schmidts gesprengten und wieder zusammengefügten Skulpturen kann ab dem 5. Mai 2018 an der Schweizerischen Triennale der Skulptur besichtigt werden.
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