Das Theater «Streikglocke» überzeugt
Schallende Sprechchöre, nächtliches Geflüster, Verhandeln, Schimpfen oder Trösten. Das Theater «Streikglocke» gibt den revolutionären Zeitgeist der frühen Glarner Industrialisierung wieder. Und es vermag auch, zu überraschen.
Schallende Sprechchöre, nächtliches Geflüster, Verhandeln, Schimpfen oder Trösten. Das Theater «Streikglocke» gibt den revolutionären Zeitgeist der frühen Glarner Industrialisierung wieder. Und es vermag auch, zu überraschen.
03.11.17 - 15:00 Uhr
Kultur
von Susanne von Dach
Das aktuelle Premierenstück «Streikglocke»des Theaters Glarus hatte am vergangenen Samstagabend
mit langem stehen dem sowohl tosendem Applaus geendet. Die 26 Laiendarsteller überzeugten mit dieser im Jahre 1837 handelnden historischen Begebenheit, die sich damals in der Glarner Stoffdruckerei des Fabrikanten Trümpy abgespielt haben soll.
Einzigartiges Bühnenbild, bis ins Detail ausgearbeitet
Zum Zwecke der Aufführung wird der Schützenhaus-Saal mit schweren schwarzen sowohl feuerfesten Vorhängen abgedunkelt und die Zuschauerbühnen sind sich gegenüberliegend angebracht. Gespielt wird also inmitten des Publikums. Da, wo während der gesamten Darbietung immer wieder amüsantes Geschehen und Lachen herrscht, aber doch auch Krankheit, Not und die Verzweiflung verzagter, streikender Familien spürbar wird.
Die gespielte Revolution der Schauspieler zeigt sich eindrücklich, in schallenden Sprechchören, nächtlichem
Geflüster, Klagen, Schimpfen, Verhandeln oder Trösten. Auserlesene Kleidung und unendlich vielfältige Requisiten aus besagter Zeit laden die Anwesenden zum Staunen ein. Die Theaterbesucher werden persönlich und eindrücklich ins Geschehen miteinbezogen, und beim imposanten Wechsel des Bühnenbildes oder Handlungsortes fühlt sich der
Betrachter mitten in die Zeit damals, vor 180 Jahren, zurückversetzt.
Geschichtsträchtige Glarner Vergangenheit
Das geschichtsbeladene Stück «Streikglocke», einst von Kaspar Freuler verfasst, wurde 1961 in Glarus erstmals uraufgeführt und nun von Regisseur Jeannot Hunziker im Sinne des heutigen Zeitgeistes umgemodelt. Während über 100 Stunden hat Peter A. Kaiser, ebenso als Schauspieler mitwirkend, den gesamten Text mundartsprachlich übersetzt. Es bedurfte jedoch auch der Mithilfe aller Beteiligten des Theaters Glarus, die einzigartige Geschichte so zu präsentieren.
Die Gäste verliessen den Anlass mit bestem Feedback, die Darbietung fand ausnahmslos Gefallen, und diesem besonderen Spektakel darf noch bis am 18. November beigewohnt werden.
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