Hitziger Chor leitet kühlere Jahreszeit ein
Mit seinem zweiten Programm «Joli-zwo» steht der Hitziger Appenzeller Chor auf dem Höhepunkt seiner noch jungen Karriere, aber auch schon vor deren Ende. Am Freitag eröffnet er die Saison der Kulturgesellschaft Glarus.
Mit seinem zweiten Programm «Joli-zwo» steht der Hitziger Appenzeller Chor auf dem Höhepunkt seiner noch jungen Karriere, aber auch schon vor deren Ende. Am Freitag eröffnet er die Saison der Kulturgesellschaft Glarus.
Von Swantje Kammerecker
Die jungen Gesangs- und Comedy-Talente des Appenzeller Hitziger Chors landeten einen Überraschungserfolg. Damals vor zwei Jahren, als sie in letzter Minute für den in Glarus erwarteten Bühnen-Star Martin O. einsprangen. Danach war für die Programmmacher der Kulturgesellschaft Glarus klar: «Diese Truppe wollen wir wiedersehen und vor allem wieder hören.»
Inzwischen sind die neun (immer noch jungen) witzigen und spritzigen Hitziger reifer geworden. Und haben sich entschieden, auf dem Höhepunkt ihrer Karriere von der Bühne abzutreten. Doch bevor dies im Januar 2018 der Fall sein wird, wollen sie nochmals Vollgas geben, indem sie auf der Bühne treiben Sport, Sex-Appeal zeigen und einander musikalisch in neue Gefilde jagen.
Nach dem zweiten Programm ist bereits Schluss
Das zweite abendfüllende Programm «Joli-zwo» ist ein Abschiedsgeschenk an ihr Publikum, in Glarus an ihre bestehende Fangemeinde und an alle, die es noch werden wollen. Mit seiner hitzig-witzigen, kreativ gemixten Musikperformance will der kleine Chor ein grosses Publikum ansprechen: In «Joli-zwo» gibts Jodel, Klassik, Pop, Comedy-Show und Theater mit Slapstick-Einlagen. Appenzellisch eingefärbt und würzig abgeschmeckt. In der Presse hiess es unter anderem: «Es gab immer viel zu lachen und auch sehr viel Applaus. Das Publikum war wie elektrisiert, konnte nicht genug bekommen.»
Mit diesem gut gelaunten Musikanlass setzt die Kulturgesellschaft Glarus einen Auftakt, der Lust auf mehr machen soll. Im Generalprogramm, das dieser Tage als Zeitungsbeilage alle Glarner Haushalte erreicht, sind 14 Anlässe aus den Sparten Musik, Theater, Kleinkunst und Kinderveranstaltungen aufgelistet, die von August bis Juni 2018 durchgeführt werden – in der Regel in der Aula der Kantonsschule Glarus, zweimal aber auch im Saal des Hotels «Schwert» in Näfels.
Vom Polizeiruf über Jules Verne bis Shakespeare
Präsident Martin Leutenegger schreibt im Vorwort: «Wir führen auf, wovon auch wir begeistert sind. Ihr Besuch motiviert uns, Ihnen unverwechselbare und einzigartige Kultur im Glarnerland anzubieten.» Das Programm wird von den Ressortleitenden Martin Zimmermann (Musik), Caroline Trümpi Althaus (Theater) und Heinrich Nold (Ds Dritt Programm) und ihren Teams zusammengestellt. Dank der guten Kontakte zur Künstlerszene konnten Stars wie der Pianist Andrew Tyson (Gewinner Géza-Anda-Wettbewerb 2015), die Cappella Gabetta mit dem Bandoneon Star Maria Stefano Pietrodarchi sowie das Cello-Klavier-Duo Jean-Guihen Queyras und Alexandre Tharaud engagiert werden.
Beim Theater werden die Mundartkomödie «Polizeiruf 117», Jules Vernes Klassiker «In 80 Tagen um die Welt» sowie Shakespeares «Sommernachtstraum» gespielt.
Ds Dritt Programm präsentiert nach dem Hitziger Chor das Clownduo Gilbert & Oleg, Nina Dimitri & Silvana Gargiulo, Strohmann-Kauz mit «Milchbüechlirächnig» und den Solokünstler Nils Althaus mit «Aussetzer».
Für Familien und Kinder gibt es nebst dem Clownabend noch das Märlitheater Dornrösli, die poetisch-musikalische Erzählung «Das Geheimnis der Wüste» sowie das Konzert von Linard Bardill «Josa mit der Zauberfidel». Die Kulturgesellschaft Glarus feiert 2020 ihr 100-jähriges Bestehen.
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