Hasler würdigt Riesen Thut für Kinder
Bekannt ist sie im Glarnerland vor allem auch für ein Buch, das eher weniger für Kinderaugen gemacht ist: «Anna Göldin, letzte Hexe». In Linthal stellt die Glarnerin Eveline Hasler am 16. Juni wieder ein Kinderbuch vor.
Bekannt ist sie im Glarnerland vor allem auch für ein Buch, das eher weniger für Kinderaugen gemacht ist: «Anna Göldin, letzte Hexe». In Linthal stellt die Glarnerin Eveline Hasler am 16. Juni wieder ein Kinderbuch vor.
Der Ort ist mit Bedacht gewählt. Denn im Tierfehd hinter Linthal hat der Riese Melchior Thut gelebt, den Eveline Hasler in ihrem neuen Kinderbuch vorstellt. Am Freitag, 16.Juni, um 17.30 Uhr ist die Grande Dame der Schweizer Literatur darum Gast in Linthal. In den Linthpraxen werden die Original-Illustrationen des Bilderbuches vom russischen Maler Andrey Fedorchenko gezeigt und bis Ende September ausgestellt.
Das Thema ist besonders reizvoll, wie der Verlag Baeschlin schreibt: Die Geschichte des Riesen Melchior Thut aus dem Tierfehd. Es ist eine der nicht allzu vielen sagenhaften Erzählungen aus der Schweizer Gegenwartsliteratur, die Historisches aus dem 18. Jahrhundert in kindgerechter Sprache nacherzählt.
Glarner Bauernsohn vor 200 Jahren
Fedorchenkos farbenprächtige Bilder und Haslers eingängiger Text regten die kindliche Phantasie mächtig an, so die Medienmitteilung: «Man bekommt ihn richtig gerne, den Glarner Bauernsohn, der vor gut 200 Jahren lebte und dabei wuchs und wuchs und wuchs.» Mit einer Grösse von über 2,30 Metern wurde er eine wahre Attraktion auf den Jahrmärkten Europas, bevor er schliesslich als persönlicher Gardist des Schwäbischen Herzogs zu Ludwigsburg in fremde Dienste zog.
Seine Heimat hat Melchior Thut verlassen, um seinen Eltern keinen Kummer zu bereiten, wie es im Klappentext heisst. Doch glücklich wird er nicht. Immer bleibt er ein Aussenseiter, immer plagt ihn furchtbares Heimweh. Erst die Bekanntschaft mit dem freundlichen Kräuterdoktor verschafft Melchior die Chance, endlich seine Heimat wiederzusehen: «Es ist eine anrührende Geschichte vom Anderssein, von der Toleranz zum Unbekannten und gegen Vorurteile und Ängste ‘fremden’ Menschen gegenüber.»
Geschichte in Geschichten erzählt
Eveline Hasler wurde 1933 in Glarus geboren und lebt heute im Tessin. Sie studierte Psychologie und Geschichte und war einige Zeit als Lehrerin tätig. Bevor sie für Erwachsene schrieb, machte sich Hasler einen Namen als Kinder- und Jugendbuchautorin. In ihren Texten widmet sie sich meist Stoffen aus der Schweizer Geschichte.
So hat sie nicht nur die Magd Anna Göldin gewürdigt in ihrem Roman «Anna Göldin, letzte Hexe». Hasler hat in «Stürmische Zeiten. Die Manns, die Riesers, die Schwarzenbachs» auch dem Ehepaar Marianne und Ferdinand Rieser ein Denkmal gesetzt, das in den 1930er-Jahren das Zürcher Schauspielhaus aufbaute und leitete, wo von Hitlerdeutschland verfolgte, nazikritische Schauspieler Zuflucht fanden und spielen konnten.
Hasler hat aber auch in «Mit dem letzten Schiff» (2013) die Glarnerin Rösy Näf aus der Vergessenheit geholt, die während des Zweiten Weltkriegs in Südfrankreich ein Kinderheim des Roten Kreuzes leitete und jüdische Kinder rettete. Haslers Werk wurde bisher in zwölf Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet.
Freitag, 16. Juni, 17.30 Uhr, Linthpraxen Linthal. Anmelden erwünscht bei [email protected] / 055 640 99 40. Ausstellung bis 30. September
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