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Gestohlener Traktor auf der A3 im Video: Was wir zur Geisterfahrt wissen – und was nicht

Ein Geisterfahrer tuckerte am Samstag mit einem gestohlenen Traktor über die Glarner Autobahn A3. Wir haben offene Fragen mit Kapo-Mediensprecher Richard Schmidt geklärt.

Sara
Good
12.05.25 - 16:30 Uhr
Glarus

Was ist genau passiert?

Der Geisterfahrer war am Samstagabend kurz vor 20 Uhr unterwegs. Gleich mehrere gefährliche Manöver gehen auf die Kappe des 36-Jährigen. Wie die Kantonspolizei Glarus in einer Mitteilung schreibt, fuhr er von Näfels mit einem gestohlenen Traktor auf dem Autobahnzubringer in Richtung A3. Kurz vor der Einfahrt wechselte er auf die Gegenfahrbahn. Dabei fuhr er über die Sperrfläche, wie ein Videoausschnitt der Überwachungskamera zeigt.

Quelle: Kantonspolizei Glarus

Als Geisterfahrer bog er also auf die Autobahn ein und tuckerte dann in Richtung Zürich auf dem Pannenstreifen weiter. Rund 1,5 Kilometer legte er laut der Kantonspolizei Glarus auf der Autobahn zurück, bis er bei der Raststätte Glarnerland ausfuhr.

Mehrere Personen hätten den Geisterfahrer bei der Polizei gemeldet, sagt der Mediensprecher der Kantonspolizei Glarus, Richard Schmidt, auf Anfrage. Polizeipatrouillen aus Glarus und St. Gallen rückten auf den Parkplatz der Raststätte aus, um den 36-Jährigen anzuhalten.

Gab es Unfälle wegen des waghalsigen Manövers?

Bei der Geisterfahrt wurde niemand verletzt. «Die Verkehrsteilnehmenden haben Glück gehabt. Die Fahrt lief relativ glimpflich ab», sagt Richard Schmidt. Das Überwachungsvideo zeigt, dass bei der Autobahnausfahrt einige Fahrer vom ungewöhnlichen Gegenverkehr überrascht wurden. Die Autofahrer konnten aber rechtzeitig ausweichen.

Was weiss die Polizei über den Geisterfahrer?

Der Mann ist 36 Jahre alt und stammt aus dem Kanton St. Gallen, wie Richard Schmidt präzisiert. Der Geisterfahrer war ohne gültigen Ausweis unterwegs. Das Billett sei ihm schon davor entzogen worden. Mehr Informationen gibt der Mediensprecher wegen des Persönlichkeitsschutzes des 36-Jährigen nicht heraus.

Das Blut und der Urin des 36-Jährigen wurden untersucht. Die Ergebnisse liegen laut Richard Schmidt noch nicht vor.

Wo hat der 36-Jährige den Traktor gestohlen?

«Der Traktor wurde im Linthgebiet gestohlen», sagt Richard Schmidt. Er sei bei einem Bauernhof gestanden. Laut Aussagen des Geisterfahrers steckte der Schlüssel im Fahrzeug. «Gemäss eigenen Angaben hat der 36-Jährige den Traktor am Donnerstag entwendet», ergänzt Schmidt, also zwei Tage vor der Geisterfahrt.

Der Diebstahl des Traktors werde von der Kantonspolizei St. Gallen untersucht. Nach der Geisterfahrt wurde der Traktor sichergestellt, um Spuren zu sichern.

Wieso fuhr er zur Raststätte?

Wieso der 36-Jährige ausgerechnet mit dem Traktor zur Raststätte fuhr, ist unklar. «Es liegt kein klares Motiv vor», sagt Kapo-Mediensprecher Richard Schmidt.

Vor der Leitplanke wechselt der 36-Jährige die Spur und gerät auf die Gegenfahrbahn beim Glarner Autobahnzubringer.
Bild: Kantonspolizei Glarus

Welche Konsequenzen blühen dem Geisterfahrer jetzt?

«Da ist einiges zusammengekommen», meint Schmidt. Der 36-Jährige hat den Traktor gestohlen und sass in fahrunfähigem Zustand ohne Billett hinter dem Steuer. Er ignorierte die Sicherheitslinien sowie die Sperrfläche und fuhr mit dem Traktor auf die Autobahn, was ebenfalls verboten ist. Dazu kommt, dass er auf der falschen Spur im Gegenverkehr unterwegs war.

Wie heftig die Konsequenzen ausfallen, ist laut Schmidt schwierig einzuschätzen. Das Strafmass legt voraussichtlich die Staatsanwaltschaft fest.

Sara Good verantwortet die Glarner Inhalte auf «suedostschweiz.ch». Zudem kreiert sie multimediale Inhalte und schreibt Artikel für die «Glarner Nachrichten». Sie hat den Diplomlehrgang am MAZ absolviert und Multimedia Production in Chur studiert.

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