100 Tage als Generalsekretär
Markus Solinger ist seit genau 100 Tagen der neue Generalsekretär der Lia Rumantscha. Eingelebt hat er sich, und erste Vorschläge sind auch schon eingereicht und bewilligt.
Markus Solinger ist seit genau 100 Tagen der neue Generalsekretär der Lia Rumantscha. Eingelebt hat er sich, und erste Vorschläge sind auch schon eingereicht und bewilligt.
Im August hat Markus Solinger sein Amt als Generalsekretär der Lia Rumantscha angetreten. Zusammen mit der vierköpfigen Direktion leitet er nun die Operative des Dachverbands der rätoromanischen Sprachverbände. In einer Medienmitteilung der Lia Rumantscha wurde Markus Solinger folgendermassen über seinen Amtsantritt zitiert: «Ich freue mich sehr auf meine neue Aufgabe.» In einem Interview erzählt Solinger nach 100 Tagen Amtszeit, wie es ihm bisher erging.
Zuvor war Solinger in einem ganz anderen Bereich tätig gewesen. Doch wie kam der Sprung zustande? «Das stimmt. Der Energiesektor ist eine ganz andere Materie als die Kultur und Sprache. Aber es ist Verbandswissen, und ich bringe zehn Jahre Verbandserfahrung mit», sagt Solinger im Interview bei Rondo News Fokus. Der Sprung sei ihm deshalb gut gelungen.
Eingelebt habe er sich bereits nach 100 Tagen, und bisher mache ihm seine neue Tätigkeit «riesig Spass.» Seine neue Tätigkeit entspreche seinen Vorstellungen mit all den Herausforderungen. Die ersten Änderungsvorschläge habe er bereits vor wenigen Tagen dem Vorstand präsentiert. Der Vorstand habe dafür «grünes Licht» gegeben.
Unter die Vorschläge fallen beispielsweise die interne Kommunikation, die alle Verbände umfassen solle, aber auch die externe Kommunikation. Mit externen oder nicht Romanisch sprechenden Personen sei der Austausch nicht ganz so einfach, «denn dort muss man erst einmal mit den Grundlagen anfangen», sagt Solinger. Dass das Romanische aus fünf Idiomen bestehe, sei vielen Menschen von ausserhalb nicht bewusst. «Allein bei diesem Thema kann man schon eine halbe Stunde verweilen», fügt der Generalsekretär hinzu.
Die Hauptaufgabe der Lia Rumantsch ist gemäss Solinger, dass die gesetzliche Grundlage, wo alle Landessprachen verankert sind, gesichert ist, und dass die Sprachen weiterhin gefördert werden. Dabei spiele die Digitalisierung eine grosse Rolle. Unterschiedliche Promotionen werden hierfür digital, aber auch persönlich angeboten.
Auf die Frage, ob das Romanische heutzutage unter so grossem Druck stehe wie noch nie, reagiert der neue Generalsekretär folgendermassen: «Ich würde es anders formulieren. Ich würde sagen, dass wir noch nie so eine gute Chance gehabt haben, um etwas aus dieser Grundlage zu machen.» Solinger habe gehört, dass es viele junge Rätoromaninnen und Rätoromanen gebe, die das Romanische gezielt für die Musik und für die Dichtkunst in Form von Poetry-Slams verwenden. «Das heisst, dass man mit dem Rätoromanischen was machen kann», fügt der Generalsekretär hinzu.
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